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18.10.2017
Pause in Grenada

Die Zeit vergeht, wir liegen schon 4 Wochen in der Clarks Court Bay auf Grenada. Normalerweise sehr ruhig, dieses Jahr haben wir allerdings sehr viel Südostwind, da läuft der Schwell rein und schaukelt uns durch.










Wir hatten schon mal in einem früheren Bericht vom Hash berichtet, dieses Jahr lag ein Grossereigniss an. Hash Nr. 1000, da wurde von der hiesigen Hash-Gruppe richtig was auf die Beine gestellt. Die Grenada Hash-Gruppe gehört zu den grössten der Welt, zu dieser Woche war einer der Teilnehmer sogar aus Belgien angereist. Nach der Eröffnungsveranstaltung mit Musik und freiem Essen ging es am nächsten Tag auf den Eröffnungshash. Mit dem Bus zu den Seven Sisters Waterfalls Parkplatz, dann zu Fuss zu dem Wasserfall und wieder zurück. Bergauf und Bergrunter, an den nächsten 2 Tagen hatten wir ordentlich Muskelkater. Halt lange nicht getan.








Die nächste Veranstaltung, es gab in dieser Woche jeden Tag Eine, am Donnerstag mit dem Bus rund um die Insel mit diversen Besichtigungen und am Nordende der Insel, am Sauteurs Beach ein leckeres Mittagessen. Alles kostenlos, einfach super.








Am Samstag dann Hash Nr. 1000, leider hatte es vorher reichlich geregnet. 8 Trails waren ausgewählt, wir haben Nr. 4 genommen, ca. 3 Meilen/4,5 km durch den Busch und durch tiefen Schlamm. Steile Abhänge rauf und runter, da war das Bier danach wohl verdient.











Sonntag dann noch die Abschlussveranstaltung mit Preisverlosung am Magazin Beach/Grand Anse, Christiane hat einen Gutschein einer Busfahrt für 2 Personen zu einem der nächsten Hashläufe gewonnen. Hauptpreis war eine Woche für 2 Personen auf einem Traditionssegler, Wert immerhin 1500 Euro.








Es war eine super Woche, unglaublich was die Hash-Gruppe Grenada da auf die Beine gestellt hat. Die Damen und Herren stecken eine Menge Zeit und Arbeit in die Vorbereitung, dies das ganze Jahr über. Da bleibt nur ein dickes „Danke schön“ zu sagen und bis zum nächsten Hash.



16.09.2017
Nachtrag zur Cuba Runde

Zunächst einmal die gute Nachricht, wir sind von den Hurricans Irma und Jose verschont geblieben. „Irma“ ist in Le Marin nur als Sturm mit 35 kn (Bf 8) Wind zu spüren gewesen, da ist nichts passiert. Allerdings müssen an den Ost- und Westküsten die Wellen bis zu 6 m hoch gewesen sein, gut das wir davon nichts mitbekommen haben. Auf den Screenshots von den Wetterbildern sieht man auch die unglaublichen Dimensionen von Irma, aber auch Jose war schon beeindruckend genug.








Die Runde von Martinique über St.Lucia, weiter nach Jamaica und Cuba als eigentliches Hauptziel, das war die ganze Anstrengung wert. Der Rückweg war erwartungsgemäss nicht so angenehm, 800 sm Strecke gegen den Wind zu segeln bzw. mit Motorunterstützung, das ging schon ganz schön auf die Knochen. Aus den 800 sm sind durch die Kreuzerei ja auch gut 2000 sm geworden. Ein wenig war das ja auf den Karten in den vorherigen Berichten zu sehen. Hier nochmals die ganze Runde.




Insgesamt haben wir auf dieser Tour rund 3500 sm zurückgelegt, das entspricht einer Atlantiküberquerung von Europa aus. Im Vergleich müssen wir sagen, die Atlantiküberquerung war deutlich leichter und angenehmer. Das karibische Meer ist absolut eine seglerische Herausforderung und kein Schönwetterrevier.



05.09.2017
In Sicherheit

Am 31.7.2017 sind wir von St.Maarten aus gestartet, unser Plan war direkt die 240 sm nach Martinique zu gehen. Am Anfang Traumsegeln, ca. 40 sm mit perfekten Bedingungen und um die 7 kn Geschwindigkeit. Hinter den Inseln Statia, Nevis und St.Kitts wurden wir langsamer, die Inseln nehmen halt den Wind weg. Gegen Mitternacht wurde es dann ungemütlich, nördlich von uns muss sich eine Störung gebildet haben, wir bekamen 3-4 m Welle von der Seite und ordentlich Wind. Erstmals auf unserer Reise mussten wir während der Fahrt den Niedergang ins Schiff schliessen, es schlugen einige Wellen von der Seite ins Cockpit. Teilweise standen mal 20 cm Wasser im Cockpit. Nach 35 Stunden haben wir dann den Anker vor Riviere Sens/Guadeloupe fallen lassen. Schnauze voll. 3 Tage Pause, dann ging es unter guten Bedingungen nach Le Marin/Martinique. Hier sind wir jetzt 4 Wochen und warten auf gutes Wetter um nach Grenada weiter segeln zu können.

Es ist Hurrican-Saison, das war nicht zu leugnen. Erst zog „Harvey“ über uns weg, zu der Zeit noch als Sturm, später wurde er dann ja ein dicker Hurricane der Texas schwer traf.

Ende August war dann der nächste Hurricane im Atlantik entstanden, die ersten Tage waren sich die Wetterberichte völlig uneins wie es mit ihm weitergeht. Einige Prognosen wollten ihn schon auf dem Atlantik wieder verschwinden sehen, weit gefehlt. „Irma“ wurde immer dicker und schon am 30.8.2017 sagte das amerikanische Hurricane-Center voraus, das ein dicker Hurricane entstehen würde. Allerdings war die Zugrichtung noch nicht klar.




In den nächsten Tagen verfolgten wir gespannt die Entwicklung, alle 3 Stunden gab es vom National Hurricane Center eine neue Prognose, wobei schnell klar wurde, da braut sich was ganz Dickes zusammen.




Dann kam für uns so langsam die Entwarnung, „Irma“ zieht weiter nördlich durch und wird die Leeward-Islands treffen. Heute dann um 11 Uhr der neueste Wetterbericht, „Irma“ ist ein Hurricane der höchsten Stufe 5, Windgeschwindigkeiten von 155 kn wurden gemessen, das sind ungefähr 280 km/h. Wir bekommen davon nicht viel mit, die Vorhersage für uns, Windstärke 7 für ca 12 Stunden, also nur 30 bis 35 kn. Da dürfte nichts anbrennen, wir haben gut geankert und 55 m Kette draussen bei 3,5 m Wassertiefe, allemal genug.





16.08.2017
Erholung in St.Maarten

St.Maarten ist zwar landschaftlich gesehen nicht die tollste Insel, dafür aber in europäischer Hand, Holland und Frankreich teilen sich die Insel. Es gibt wieder Käse und die anderen Köstlichkeiten zu erschwinglichen Preisen zu kaufen. Nach 6 Monaten kommt man sich vor wie im Paradies.
Zusammen mit Birgit und Bernd von der „Rebell“ haben wir für ein paar Tage einen Mietwagen genommen und die Insel erkundet. Schöne Strände rund um die Insel, in Grand Case gibt es neben erbaulichen Wandmalereien auch immer Rippchen, Lobster und andere Köstlichkeiten gegrillt. Da haben wir uns so richtig verwöhnen lassen, wie man an den abgenagten Knochen sieht.










Dazu fand noch der Schoelcher Day mit einer Ruderregatta von Anguilla nach St.Maarten/St.Martin statt. Grosses Volksfest u.a. mit einer guten Steeldrumband.






Auf der holländischen Seite liegt Philipsburg, eine geschäftige Stadt angelegt wohl hauptsächlich für die vielen Kreuzfahrer, die in der Saison hier anlegen. Von oben betrachtet auch nicht schlecht, hier kann man auch mal wieder sehen welch steile Strassen hier gebaut werden.






Die Ostseite der Insel ist vom Wasser her unruhig, der Atlantik brandet nach 4000 km mit seinen Wellen dort an. Für uns sind die Buchten etwas schlechter zum Ankern, meist zu flach für tiefgehende Boote. Mehr etwas für Katamarane. Allerdings gibt es in Qyster Pond eine Marina, die Steganlagen machten aber keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Aber es gab eine grosse Kolonie Iguanas, in allen Grössen und Farben.












Die beiden Kneipen luden mit ihren überteuerten Preisen nicht zum Essen und Trinken ein, der Spruch auf der Tafel war allerdings wirklich gut. „Die nackte Wahrheit ist, die Kellner flirten nur mit dir um ein besseres Trinkgeld zu bekommen“. Na wenigstens ehrlich.





11.08.2017
Abschied von Puerto Rico

Nach der arbeitsreichen aber auch schönen Zeit in Ponce fuhren wir weiter Richtung Ost, vorbei am östlichsten Leuchtturm.




Es gibt noch 2 vorgelagerte kleinere Inseln die zu Puerto Rico gehören, Culebra und Vieques. Culebra haben wir schon in 2016 besucht, also diesmal war Vieques dran. Der Törn ging natürlich auch wieder nur mit kreuzen, dann landeten wir an der Westküste an. Keine Häuser, nur Strand und Palmen, karibischer Wunschtraum.








Am nächsten Tag dann noch ein paar Meilen an der Südküste entlang, schon lagen wir in der Bucht von Esperanza. Ganz ruhig, einfach schön zum Relaxen. Promenade und Bucht, alles sauber und gepflegt. Für die Lauffaulen gibt es die Möglichkeit so ein Pferd zu mieten, natürlich mit Cowboysattel. Der Gaul scheint doch zu fragen, willst du auch mal?












Internet ist in den USA, da gehört Puerto Rico nun mal dazu, ein anderes Thema. Die Amis haben alle einen Handyvertrag mit Internet, d.h. Hotspots oder Lokale mit freiem Internet wollen gesucht werden. Wir fanden die Pizzeria, freies Internet und dazu noch zwischen 12 und 17 Uhr die Pizzas zum halben Preis. Zum normalen Preis hatten wir die Pizzas auch nicht genommen, auch wenn sie ganz lecker waren. Vor dort aus mal wieder ein Karibikstrand für die Werbung, Postkartenidylle oder?






Direkt neben der Pizzeria stand dann dieses Eislokal mit ein paar netten, alten Schildern. Das Eis war auch sehr gut.






Früher wurde auch auf dieser Insel Zuckerrohr angebaut, davon zeugen noch die Reste der Zuckerfabrik sowie die Verladepier.
Ansonsten lebt die Insel vom Fremdenverkehr, hauptsächlich Amis. Diese haben einen Teil der Insel früher als militärisches Übungsgebiet benutzt und wie üblich, beim Verlassen nicht den ganzen Dreck wieder mitgenommen. So gibt es Buchten und Landstrichen, wo man die Wege nicht verlassen soll bzw. nicht ankern darf, man könnte auf die eine oder andere Bombe etc. treffen.
Weiter ging es dann über St.Thomas (US Virgin Islands) für uns nach St.Maarten. Dazu mehr im nächsten Bericht.











06.07.2017
Planung? Voll daneben!

Unser Weg nach Osten , nur ein paar hundert Meilen. Durch die ständige Kreuzerei wird allerdings die Strecke mehr als verdoppelt, so haben wir seit Cuba schon mehr als 1000 sm zurückgelegt. Zur Verdeutlichung für die Nichtsegler ist auf Bild 1 unser Kurs auf dem letzten Teil bis Ponce auf Puerto Rico zu sehen.




An den vorgelagerten Inseln und Untiefen vorbei gingen wir in die Marina Ponce. Erstmal wieder den Dieseltank füllen, dabei wurden wir von einem freundlichen Segler darauf hingewiesen, dass bei Buchung von einer Woche die Marina deutlich günstiger sei. Also ins Büro und eine Woche in dieser wirklich schön angelegten Marina gebucht.














Am nächsten Morgen empfängt uns in der Pantry/Küche ein starker Dieselgeruch. Eindeutig kommt er aus der Bilge. Deckel abgenommen, die Bilge ist halbvoll mit Diesel. Erst mal schnell die elektrische Bilgepumpe ausgeschaltet, das wäre ein schönes Theater wenn wir den Diesel ins Hafenbecken pumpen würden. Danach die Tankanzeige überprüft, es fehlen bereits ca. 30 bis 40 Liter. Da die Bilge erst einen Tag vorher gereinigt worden war, konnten wir den Diesel zum grössten Teil in Kanister abpumpen. Der Tank lief nochmals um ca. 20 l aus, dann war Ruhe. Also war das Leck irgendwo in dieser Tankhöhe oder es hatte sich wieder verschlossen. Den Diesel unserer ebenfalls vollen Ersatzkanister konnten wir an benachbarte Boote abgeben und den restlichen Diesel aus dem Tank in die Kanister umpumpen. Die nächsten Tage hatten wir auf jeden Fall den deutlichen Parfümgeruch von Diesel in der Nase.
Dann ging die Arbeit erstmal richtig los, die Holzverkleidung abbauen und den Stahltank ausbauen. Da der Tank zu gross für den Niedergang war, musste er dann auch noch in der Mitte durchgesägt werden. 2 mm Stahlblech, über 2 Stunden mit der Stichsäge gearbeitet und ein halbes Dutzend Sägeblätter gingen drauf.










An dieser Stelle müssen wir uns bedanken. Direkt am ersten Tag bekamen wir Kontakt mit einem gegenüber liegenden Boot, von der Nationalität zwar Amerikaner, in Wirklichkeit aber multikulturell. Viel mehr Latino als Amerikaner, was sie auch selbst so bestätigten. Auf jeden Fall kam sofort nach dem ersten Kontakt das Angebot, wenn wir was bräuchten, Einkaufen etc., sie würden uns fahren. Die Marina liegt 6 bis 7 km von der Stadt entfernt, so dass wir dieses Angebot gerne annahmen. Gary mit Anita und den Twins Silvie und Sally aus einer vorherigen Ehe, waren in den nächsten Wochen sehr liebe und hilfreiche Freunde. Von Ihnen wurde dann auch der Kontakt zu einem guten und preisgünstigen Tankbauer in der Stadt hergestellt, nach einer Woche konnten wir den neuen Tank einbauen.










Da wir in der Marina Wifi hatten, konnten wir natürlich in der Wartezeit einige Berichte fertigstellen und Kontakt mit anderen Freunden halten. Auf den ganzen Fahrt von Cuba bis zur Dom.Rep. sahen wir immer heftige Gewitter, weit genug von uns entfernt. Da wir wussten, das Birgit und Bernd von der SY Rebell ein paar Stunden hinter uns segelten und auch noch zur Ile a Vache/Haiti wollten, hatten wir schon ein mulmiges Gefühl. Leider hat sich dieses Gefühl bestätigt, das Boot der Beiden hat der Blitz genau an dieser Insel voll erwischt, die gesamte Elektrik/Elektronik war hinüber. Birgit und Bernd sind dann auch nach Puerto Rico gefahren und haben uns dann in Ponce besucht. Wir haben einen sehr schönen Tag miteinander verbracht, frei nach dem Motto, sich mal den ganzen Frust von der Seele reden. Ponce hat einen sehr schönen alten Stadtkern, Mittelpunkt sind die Kathedrale mit angebauter Feuerwehrwache an der Rückseite. Letztere ist allerdings heute nur noch ein touristischer Höhepunkt, in Betrieb ist sie nicht mehr.


















Wer jetzt glaubt, nur die Reparatur der Tankanlage hätte angestanden, weit gefehlt. Schon auf der Fahrt zur Dom.Rep. hatten wir einen Wassereinbruch im Vorschiff, es kam durch den Ankerkasten ins Boot. In Ponce wurde also erstmal die Serviceklappe zum Ankerkasten so weit vergrössert, dass zumindest der Kopf und ein Arm hindurchgingen. Zur Erklärung, der Ankerkasten ist in 2 Sektionen unterteilt. In der oberen steht die Ankerwinsch, dieser Bereich ist vom Deck aus durch einen grossen Deckel erreichbar. Darunter liegt dann der Kettenkasten, durch diesen hindurch geht ein Ablaufrohr vom oberen Teil nach draussen. Dieses Rohr soll überkommendes Wasser wieder ins Meer leiten. Tat es aber nicht, es hatte mehrere dicke Lecks, durch diese strömte das Wasser dann letztendlich durch den Kettenkasten ins Vorschiff. Zudem hat die Werft die Rückwand des Ankerkastens zum Schiff nur aus Bootsbausperrholz gebaut und nicht von innen mit Epoxy und Matte abgedichtet. Das alles haben wir dann nachgeholt und das Ablaufrohr entsprechend verstärkt. Aussen dann noch eine Schlagblende vor das Ablaufloch, auch dieses Problem gehört hoffentlich der Vergangenheit an.












Zum Schluss dieses Berichtes noch ein paar Fotos von der schönen Clubanlage der Marina, da kann man sich wirklich wohlfühlen. Dieses umso mehr, als dass wir von allen Mitarbeitern der Marina aber auch von den Clubmitgliedern immer sehr, sehr freundlich behandelt wurden. Das ging deutlich über die normal, geschäftsmässige Freundlichkeit hinaus.Wir sind dann ja auch einen kompletten Monat geblieben.














Unsere Planung, zu dieser Zeit schon längst in einer Hurrican sicheren Zone zu sein, war deshalb für die Katz. Fast 2 Monate sind wir später dran und gehen jetzt so schnell als möglich weiter, erst ein Stück nach Ost und dann nach Süd.



27.06.2017
Dominikanische Republik (D.R.)

Nach dem Start in Santiago de Cuba sah es erst mal nicht gut aus. Hinter uns tobten heftige Gewitter, wir waren froh schnell genug zu sein um davon weg zu kommen. Bei gutem Wind ging es bis zur Südwestecke von Haiti, wobei wir immer einen Abstand von min. 20 sm zur Küste hielten. Es wird davor gewarnt sich weniger als 20 sm der Küste zu nähern, Piratengefahr. In der Nacht kamen dann noch ein paar Squalls, es ging munter zur Sache.




Nach 3 Tagen und 3 Stunden und 350 sm erreichten wir die Isla Beata, westlichste Insel der D.R.. Kurz bevor wir den Anker in der mittleren Bucht vor Isla Beata fallen liessen, wurden wir über Funk gerufen. Die niederländische Segelyacht Rafiki rief uns, sie hatten unser AIS Signal gesehen und fragten an, ob wir an der augenblicklichen Position ankern wollten. Sie waren noch ca. 10 sm entfernt und wollten dann neben uns ankern. Das ist immer sicherer. 2 Stunden später lag dann die Rafiki mit Marlene und Loud neben uns. Während der nächsten Tage hatten wir viel Spass zusammen.








Eine erschöpfte Taube wollte bei uns heimisch werden, sie versuchte sogar über das Cockpit ins Schiff zu gelangen. Bei aller Tierliebe, da war dann Schluss. Nach einer Erholungspause flog sie dann auch wieder weg auf die Insel. Ebenso wenig scheu waren die Iguanas auf der Insel, man hat ihnen vermutlich gesagt dass sie unter Naturschutz stehen.
Ansonsten gibt es auf der Insel immer für 2 Wochen ca. 100 Fischer und 20 Frauen, danach wechselt die Inselbesatzung. D.h. andere Fischer kommen von der Hauptinsel . Die Hütten und sonstigen Behausungen sind allerdings einfachster Art. Strom wird von ein paar kleinen Generatoren für wenige Stunden geliefert, das mitgebrachte Eis hält in grossen Vorratsbehältern eben diese 2 Wochen. Danach muss der Fisch verkauft werden, auf der Hauptinsel. Einiges wird auch zu Trockenfisch gedörrt. Die Insel wurde letztes Jahr vom Hurrican Matthew getroffen, alle Hütten waren weg und der Strand voll mit Tonnen von Conch-Muscheln.




















Der Wetterbericht sagte südöstlichen Wind voraus, Zeit für uns Richtung Hauptinsel zu starten, 16 Uhr. Das wurde dann zum beschissensten Törn bisher. Nachdem wir die Insel hinter uns hatten kam eine Südostdünung von ca. 2 m Höhe, der Wind kam aus Ostnordost (ENE) und mit dem Wind eine überlagernde Welle von gut 1 m. Der Motor lief die ganze Nacht mit Volllast, zusammen mit der Fock kamen wir auf max. 4 kn Geschwindigkeit. Um 12 Uhr liefen wir dann in Salinas ein.

Dann machten wir Bekanntschaft mit den Behörden der D.R.. Gegen 13 Uhr kam ein Boot mit einem Fischer und 2 Soldaten. Sie kündigten die Einklarierungsprozedur für 13 30 Uhr an. 3 ½ Stunden später kam das Boot erneut, diesmal mit 8 Leuten an Bord. Ohne zu fragen stiefelten sie in ihren dreckigen Schuhen an Deck und ins Schiff. Von Höflichkeit keine Spur. Die Rauschgiftleute von P2 und P9 schauten sich im Schiff um, der Immigrationsmann füllte sein Formular aus und die Armeeleute (Navy) machten den Übersetzer für die Immigration. Nach einer Stunde war das Theater vorbei und alle verliessen das Schiff ohne das irgendwelche Bestechungsgelder gefordert wurden. Wenigstens ein positiver Aspekt, die Hand offen zu halten ist in der D.R. sehr verbreitet.
Wir ankerten hinter dem schicken Hotel Salinas, am Wochenende der Treffpunkt der besser Begüterten. Auch wir wurden hier nett empfangen und konnten das Internet gegen Gebühr benutzen. Ansonsten gibt der Ort nicht viel her, einzig die Salinenanlage zur Salzgewinnung ist noch sehenswert.














Auch in der D.R. muss man sich bei jedem Hafen an- und abmelden. Also in Salinas um 17 Uhr abgemeldet, dann muss man auch sofort los. Die Nacht über kreuzten wir die Küste entlang, die Bedingungen waren gut. Für die gut 60 sm bis Boca Chica haben wir fast 21 Stunden gebraucht. Ankern ist dort kaum möglich, da die Bojen fast so teuer wie die Plätze in der Marina sind, haben wir uns einen Platz am Steg für 44 US $ pro Tag geleistet. Zwar ist das Leitungswasser mit im Preis enthalten, es ist allerdings so schlecht, dass es keinesfalls getrunken oder zum Kochen verwendet werden sollte.
Am nächsten Morgen hörten wir ein leises Zischen, die Bordeigene Wasserpumpe sprang ständig an. Die nächste schöne Überraschung, unser Warmwasserboiler hatte ein Loch. Reparatur sinnlos, also raus mit dem Teil. Montiert an der am besten zugänglichen Stelle im Schiff, also unter den Bodenbrettern der Backskiste, der Tag begann super. Die Fock hatte bei der Fahrt einen Riss vor dem Schothorn erlitten, der hiesige Segelmacher reparierte dies schnell und vom Preis her ok. Das einzig Gute an der Marine war dann der Bring-Service zum Supermarkt, zurück bietet dann der Supermarkt den kostenlosen Rücktransport an. Wer nicht muss, der sollte die Marina Zar Par meiden, wir werden es mit Sicherheit tun.
Die Ausklarierungsprozedur war dann auch wieder sehr nett, der Marina-Manager hatte vergessen die Immigration zu informieren. Also langes Warten, als dann der Papierkram fertig war mussten wir sofort die Leinen lösen und ablegen. Der NAVY Offizier wartete bis wir wirklich abgelegt hatten. Ein Stück weiter haben wir dann den Anker fallen lassen und sind am nächsten Morgen gestartet, Richtung Isla Saona.












Eins ist sicher, die Dominikanische Republik gehört absolut nicht zu unseren Lieblingsinseln. Wir werden sie meiden wenn immer es geht. Es ist schon sehr merkwürdig, die Insel scheint mehr oder weniger von der Armee kontrolliert zu werden. Gibt es keine Polizei? Alles macht die Armee. Am Supermarkt standen z.B. 2 Soldaten mit M16 Gewehren. Wir haben keine Zollbeamten gesehen, macht die NAVY. Die Touristen werden gut abgeschirmt und sehen von der Armut im Land gar nichts oder wenig. Urlauberparadies eben.



25.06.2017
Zum Schluss, Santiago de Cuba

Weiter geht es Ostwärts an der Küste entlang, wie immer gegen den Wind, also Kreuzen. Sonnenuntergang auf halber Strecke, wie segeln in die Nacht hinein. Um 04 30 Uhr sind wir noch eine halbe Meile von den Ansteuerungstonnen von Santiago de Cuba entfernt, plötzlich gehen 15 bis 20 weisse Lichter quer über die Einfahrt an. Taschenlampen, die von den einheimischen Fischern als Navigationsbeleuchtung benutzt werden. Wir suchen uns die grösste Lücke zwischen den Lichtern aus und gelangen in die Einfahrt zur Bucht. Wären wir nicht vorher informiert gewesen, die Lichter hätten uns garantiert erheblich irritiert. Noch eine knappe Meile in die Bucht, dann fällt der Anker vor der Marina von Santiago de Cuba und wir ins Bett.








Gegen 9 Uhr verlegen wir uns an den ersten Steg der Marina und melden uns an. Später sehen wir dann die nächtlichen Fischer. Unglaublich aber wahr, die sitzen in alten Schläuchen von Autoreifen, eine Plastikplane reingeklebt damit der Hintern trocken bleibt und paddeln mit Plastik- oder Holzbrettern auf Meer hinaus. Bei plötzlich aufkommendem, ablandigen Wind haben die keine Chance nochmals zurück zu kommen. Wie wir hörten fehlt ab und zu auch einer.
Die Marina ist bis auf das Hauptgebäude in jämmerlichem Zustand, die Tankpier kann nicht mehr angelaufen werden, der Sprit muss mit Kanistern zum Boot geschleppt werden. Prost Mahlzeit, wer dann 500 oder mehr Liter braucht.












Unser Kühlschrank war ja durch den ungeduldigen Skipper ausser Betrieb gesetzt, das Abtauen ging nicht schnell genug und er half mit einem grossen Küchenmesser nach. Jahrelang gutgegangen, das eine Mal nicht. Die Kühlplatte hatte ein kleines Loch aus dem das Kühlmittel ausströmte. In Santiago kam dann ein Fachmann – Marcos von Refriclima - zur Hilfe, das Loch wurde mit bordeigenem Alu-Epoxy verschlossen, der Kühlkreislauf mit dem passenden Kühlmittel wieder aufgefüllt. Fast 3 Stunden Arbeit bzw. warten, zum Schluss die Frage nach der Rechnung. Wir sollten einfach bezahlen was wir meinten. Mit 30 Cuc war der Fachmann sehr glücklich und zufrieden und wir auch.




Die Marina liegt ein paar Kilometer von der Stadt entfernt, also entweder per Taxi für 10 Cuc oder mit der Fähre für 1 Cuc, allerdings pro Person. Die Einheimischen bezahlen einen Peso, also etwa 4 Eurocent. Dann sahen wir Santiago de Cuba, auf dem Weg vorbei an rauchenden Schornsteinen einer Raffinerie und eines Zementwerkes, Filteranlagen sind hier gänzlich unbekannt. Wie alle von uns besuchten Städte hat auch Santiago einerseits sehr schön renovierte, stattliche Gebäude, daneben aber auch viele, viele Häuser die dringend der Renovierung bedürfen. Die Kathedrale Santa Basilica, diverse Hotels, Banken und staatliche Gebäude, alles sehr schön anzusehen. Die Stadt selbst war für uns laut und nervend, die Menschen zum Teil sehr aufdringlich mit ihrem Dienstleistungsangebot, sorry, das war der Tiefpunkt unserer Cuba-Reise. Auffallend auch ist der hohe Anteil von Schwarzen an der Bevölkerung, nirgendwo sonst war das so auf der Insel. Einzig die Tatsache, dass es die Eisdiele Coppelia 2x in Santiago gab, hat uns etwas mit der Stadt versöhnt.
















Gefallen hat uns, dass es einige schöne Parks mit Kunstwerken gibt, so z.B. „Living room“ ein Steinsofa mit Tisch oder der Gitarrenspieler. Die Schattenseite dann die Neustadt, schon recht marode Hochhäuser und natürlich wieder mal ein dezenter Hinweis auf die Revolution. Die Fussgängerzone, endlich mal eine Ruhezone, mit vielen gleichartigen Geschäften. Das Angebot ist halt sehr begrenzt. Unten kurz vor dem Fähranleger dann eine Gaststätte, die sehr an diverse Angebote in Deutschland erinnert. Ein Brauhaus, Cerveceria, in welchem bei unglaublich lauter Livemusik gutes Bier und ebenso gutes Essen angeboten wurde.


























Nicht weit von der Marina lernten wir Rosa und Pedro kennen. Ihr Haus steht ca. 300 m entfernt, sie bieten den Marina-Besuchern einen bestmöglichen Service, angefangen von Wäsche waschen, Sachen oder Lebensmittel besorgen, Gasflaschen füllen etc.. Clever und sehr nett, wir haben einige Abende bei ihnen verbracht und natürlich das Serviceangebot genutzt. Im Supermarkt gab es keine Butter, kein Problem für Pedro. Gutes Brot und nicht die übliche Pappe, hatten wir am nächsten Tag. Es geht halt viel wenn man die richtigen Quellen hat. Danke Rosa und Pedro, ihr habt uns mit Santiago versöhnt.








Dann ging unsere Cuba-Reise endgültig zu Ende,am 8. Mai Auslaufen, am Fort und am Leuchtturm vorbei, Richtung Süd bis Südost.







19.06.2017
Cabo Cruz und weiter

Hinter einem ca. 2 sm langen Riff liegt wunderbar geschützt der Ankerplatz von Cabo Cruz. Klares Wasser, kein Schwell, da könnte man länger bleiben, wenn nicht unser Visum zu Ende gehen würde. Der Ort hat eine für kubanische Verhältnisse ordentliche Strasse, das war´s dann aber auch schon. Zum grössten Teil sind die Häuser in sehr gutem Zustand, es lebt sich anscheinend gut vom Fischfang und den Touristen. Der Leuchtturm ist das weithin sichtbare Zeichen für Cabo Cruz, das ehemals schöne Leuchtturmhaus ist leider dem Verfall preisgegeben. Ab dem Leuchtturm wird die Strasse oder wie immer man den Acker nennen will zur wilden Geländestrecke.














Wir mussten weiter, gegen einen strammen Ostwind, es half nichts. Gegen den Wind, so ist es halt wenn man nach Osten will. Nach einem Tag Kreuzen liefen wir dann am Nachmittag in die ebenfalls gut geschützte Bucht von Marea de Portillio ein. Der Beamte von der Guardia Frontera wurde von einer Fischerfrau herangerudert, kurz die Formalitäten erledigt, schon konnten wir an Land gehen. Wie immer waren die Leute sehr freundlich und nett, für uns war es aber schon erschreckend zu sehen, unter welchen Umständen man dort lebt. Keine befestigten Strassen, der Müll liegt irgendwo rum, die Häuser zum Teil mehr als ärmlich. Ein krasser Gegensatz zu dem 60 km entfernten Cabo Cruz. Mehrfach wurden wir dann auch angesprochen, falls wir etwas an Bord hätten was wir nicht mehr bräuchten (Kleidung, alte Elektrogeräte usw.) , sie wären dankbar für alles. Natürlich haben wir dann unsere Schränke durchgesehen, es fanden sich dann auch einige Teile, die wir schon lange nicht mehr getragen haben. Also weg damit, wir sind sie los und sie erfüllen noch einen guten Zweck.
Einzig die Landstrasse zum anderen Ende der Bucht, wo ein paar Hotels stehen, war einigermassen geteert. Dort stand dann auch die Dorfschule, natürlich mit den üblichen Aufmunterungssprüchen der Revolution und einem Bild von Che an der Wand. An den Seiten dieser Strasse lagen dann die grosse Bananenplantage sowie der Sportplatz, der gerade von Ziegen gepflegt wurde. Die Ferkel ruhen im Schatten, wenn sie wüssten ,dass jeden Freitag ein Ferkel am Spiess gebraten wird, würden sie vermutlich versuchen abzuhauen.
























Gemeinsam mit den Freunden von der „SY Rebell „ ging es dann weiter Richtung Santiago de Cuba.





11.06.2017
Die Gärten der Königin

Wir gehen zurück zum Anfang der Cubareise. Von Jamaica aus ging es nicht sehr schnell nach Cuba, es war einfach zu wenig Wind. Dann segelten wir vorbei an Cabo Cruz in die Jardines de la Reina, ein Gebiet von ca. 250 x 100 km mit ein paar hundert kleinen und grösseren Inseln. Alles ist ein Nationalpark, also keinerlei Bebauung und kein Internet. Gemeinsam mit Dorothea und Frank vom Cat „Fradolin II“ ging es durch die Inselwelt. Das Wetter und der Wind waren leider so ungünstig, wir mussten fast 3 Wochen durch den „Garten“ fahren, bevor wir uns bei den Behörden melden und uns anmelden konnten. Damit verlängerte sich, natürlich von uns nicht gewollt, die Zeit auf Cuba um diese 3 Wochen. Konnten wir aber gut mit leben.
Die Inseln sind alle dicht mit Mangroven bewachsen, ab und zu findet man auch ein Stück Strand mit ein paar Palmen. Alles ist sehr flach und mit Riffen durchsetzt, also immer gut aufpassen.




























Mit den Dinghys ging es durch die Inselwelt, jede Menge Kormorane, Reiher, Pelikane und sonstige Vögel in den Mangroven. Nur wenn wir zu nahe kamen, ergriffen sie die Flucht. Ansonsten ist im Wasser meist nicht viel zu sehen, der Boden ist nahezu flächendeckend mit Seegras bewachsen.
Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass es auch Krokodile dort gibt. Also sind wir unbedarft ins Wasser und haben die Unterwasserwelt erkundet.




















Zum Teil mussten wir auch aussen an den Inseln vorbeisegeln, wenn es keine Riffpassagen gab. Dabei haben wir dann auch ab und zu mal die Angel ausgeworfen. Erst hing ein schöner Barracuda dran, da wir nicht wussten ob in diesem Gebiet Ciguatera vorkommt, ein heimtückisches Nervengift welches von Rifffischen aufgenommen wird und dann in der Nahrungskette halt bis zum Menschen kommen kann. Soll sehr unangenehm sein, also waren wir vorsichtig. Der Barracuda ging zurück ins Wasser, kurze Zeit später ging uns dann ein schöner Gelbflossenthun an die Angel. Der frisst keine Rifffische, aber wir essen ihn. Das gab ein leckeres Sushi.








Das ganze Inselgebiet wird von den einheimischen Fischern zum Fisch- und Lobsterfang genutzt. Jedes Fischerboot bekommt ein bestimmtes Gebiet für den Fang zugewiesen, ab und zu gibt es dann eine Fischstation wo vor allem die Lobster abgegeben werden. Die gehen dann an die Hotels für die Touristen. Die Fischer dürfen aber selbst auch welche essen oder sie tauschen diese gegen Rum, Seife oder auch Bares. Wir hatten das Glück ein Boot mit 8 Fischern kennen zu lernen, mit denen wir auch ausgiebig gegessen und getrunken haben. Leider können wir keine Fotos davon im Internet zeigen, das würde die Fischer womöglich in Schwierigkeiten bringen. Da ist der Sozialismus noch sehr streng, Es ist ihnen verboten ein ausländisches Boot zu betreten oder Lobster zu verkaufen. Sehr schade, die Tage mit unseren Fischerfreunden waren mit die schönsten in Cuba. Aber wir mit Lobster, das können wir zeigen.






Erster Teil der Fahrt durch die Jardines de la Reina ist damit beendet, weiter ging es nach Cienfuegos.

Die Rückfahrt durch die Inselwelt ging zusammen mit dem sehr schönen Cat „Pia“, kein Seriencat sondern ein Einzelbau von einem deutschen Bootsbauer. Eigner Dorothe und Peter. Nach einem Treffen mit „unseren“ Fischern und einem sehr schönen Abend, verliessen diese uns am nächsten Morgen. Das Wetter schlug um und es war für sie nicht mehr ratsam weiter zu fischen. Also zurück zum Heimathafen. Wir bekamen dann Zuwachs, die SY „Rebell“ mit Birgit und Bernd kamen an. Gemeinsam segelten oder motorten wir dann innen durch die Inselwelt bis zum Floatinghotel. Ein kleines, schwimmendes Hotel für Taucher und Angler. Wir fuhren mit dem Dinghy hin, um einen der besten Mojitos zu trinken. Da es sich um ein „allinclusiv Hotel“ handelt, ist man normalerweise auf Gäste wie uns nicht eingerichtet. Sie haben aber eine Ausnahme für uns gemacht, na dann Prost. Die Abende haben wir meist auf der „Pia“ verbracht, es ist halt mit Abstand das grösste Boot. Einmal gab es auch Lobster auf der „Rebell“, bzw. Lobsterpizza bei uns auf der „Libertina“. Dann ging unsere Zeit auf Cuba auch langsam dem Ende zu, der Aufbruch Richtung Santiago de Cuba nahte. Vorher verbrachten wir noch ein paar Tage zusammen mit den „Rebellies“ in Cabo Cruz. Die Pia ging sofort weiter um in Santiago auszuklarieren, ihr Visum lief ein paar Tage früher aus als unseres.



























06.06.2017
Trinidad Teil II, das Umland

Rund um Trinidad in einem Umkreis von ca. 50 km gibt es eine Menge Ausflugsziele, natürlich vor allem für Touristen. Ein Taxifahrer machte uns vor der eigentlich nach Trinidad gebuchten Fahrt ein gutes Angebot, da konnten wir nicht nein sagen. Es ging zum „Torre Vigia Ingenio Manaca Iznaga“ ein ehemaliges spanisches Gut mit Aussichtsturm. Früher wurde hier fast nur Zuckerrohr angebaut, heute ist es eine wunderschöne Landschaft. Die Zuckerrohrplantagen für den Rum sind in die Ebenen hinter dem Gebirge verlegt worden. Die Bevölkerung hat sich natürlich voll auf den Tourismus eingestellt, vom Ochsengespann mit ein wenig Zuckerrohr (reine Schau) auf dem Karren bis zu den handwerklich hergestellten Tischdecken etc., jeder versucht ein paar Cuc zu bekommen. Da bietet der eine mal eine Halskette aus Naturprodukten für 5 Cuc an, 5 Meter weiter das bessere Angebot, 5 Stück für einen Cuc.


















Weiter ging es zum nächsten Aussichtspunkt, Valle de los Ingenios. Ehemals das Tal der Zuckerrohrmühlen. Nochmals eine schöne Aussicht und die Möglichkeit, für 10 Cuc mal die Seilbahn von 300 m runter zu rutschen. Für Cubaner natürlich unerschwinglich, so einen Blödsinn müssen wir auch nicht machen.












Dann auf der Rückfahrt noch ein Abstecher in eine Töpferei, schöne Sachen werden zu vernünftigen Preisen angeboten. In der Ecke dann schon fast eine Sensation, dieses Auto dürfte schon so um die 100 Jahre auf dem Buckel haben. An den Wänden werden dann die verschiedenen politischen Ansichten ersichtlich, der Seniortöpfer auf Fotos mit Fidel und Raul Castro, an einer anderen Wand dann ein Aufruf, einige politische Strafgefangene endlich freizulassen. Immerhin ist das schon möglich.








Wer mal in der Gegend von Trinidad Urlaub machen will, hinter unserem Ankerplatz an einem schönen langen Sandstrand lagen verschiedene ordentliche Hotels, sicherlich ein besserer Standort als in den Touristenghettos im Norden.



18.05.2017
Trinidad Teil 1

Geizig wie wir sind wollten wir nicht länger jeden Tag 11,60 Euro für einen Ankerplatz in Cienfuegos bezahlen. Ausserdem hatten uns auf der Hinfahrt einheimische Fischer erzählt, dass man in der Bucht von Casilda viel ruhiger und schöner liegt, umsonst. Anker auf und fast nach Casilda gesegelt, nach 5 Meilen gab der Wind auf und der Motor übernahm den Vortrieb. Dann waren wir da und der Anker fiel vor dem Fischereihafen von Casilda. In Cuba muss man sich immer ab- und anmelden wenn man den Schiffsstandort wechselt. Das wollten wir dann auch machen, kaum in Piernähe mit dem Dinghy angekommen ,wurden wir von einem Uniformierten lautstark des Feldes verwiesen. Der Fischereihafen sei militärische Zone und für uns verboten. Seltsame Logik, 2 Segelcruiser von 35 bis 50 m Länge durften ein paar Stunden später anlegen und die Passagiere auch von Bord gehen. Aber vermutlich sind ein paar von den alten Fischerbooten getarnte Kriegsschiffe und wir Yachties gefährliche Spione. Wir mussten auf die andere Seite der Bucht, wo die Marina Trinidad liegt.










Für uns war das alles reichlich teuer, statt von Casilda aus die 3 Km nach Trinidad laufen oder fahren zu können, mussten wir nun mit dem Taxi um die ganze Bucht 15 km nach Trinidad fahren. Taxifahren ist zwar für unsere Verhältnisse immer noch billig, ärgerlich ist es trotzdem.
Einer der touristischen Höhepunkte von Cuba ist Trinidad. Eine der ältesten Städte von Cuba, vor 2000 Jahren müssen aber schon mal die alten Römer dagewesen sein. Das Kopfsteinpflaster in der Altstadt deutet darauf hin. Jeder Schritt wird zum Wagnis, immer genau hinsehen sonst bricht man sich die Knochen. Die Stadt hat keine wirklichen Höhepunkte an alter Architektur etc. zu bieten, es ist das Gesamtbild der alten Stadt was einfach schön ist.
















Wer hätte es gewusst, überall in den cubanischen Gewässern gibt es Salzwasserkrokodile. Ganz ehrlich, anschliessend gingen wir deutlich aufmerksamer ins Wasser. Eins der Tiere lag ausgestopft vor einem Restaurant in Trinidad.




Am Samstag findet immer der grosse Wochenmarkt in Trinidad statt, eindeutig für die Einheimischen und nicht als Touristenattraktion gemacht. Hält uns natürlich nicht davon ab da auch mal günstig einzukaufen. Überhaupt entpuppte sich Trinidad als wahres Einkaufsparadies für cubanische Verhältnisse, das Angebot an Lebensmitteln war besser als in Havana oder Cienfuegos, beides deutlich grössere Städte. Kohl, Tomaten, Zwiebeln usw. wurde teilweise direkt vom LKW herab verkauft, wobei man uns dann ohne gross zu fragen erlaubte, etwas mehr als die Cubaner zu bezahlen. So ist es halt überall in Cuba.Einmalig für Cuba, wir fanden eine richtige Metzgerei/Feinkostladen, da haben wir tolles Rinderfilet für 14 Euro das Kilo gekauft und es gab eine grosse Auswahl Käse. Alles aus Deutschland oder Spanien importiert, aber moderate Preise.








Ein schönes Cafe im Hinterhofgarten, Don Pepe, zum Teil unter Nutzung einer alten Hausruine, der wunderbare Abschluss eines Trinidadtages. Sehr guter Capuccino mit Tostada, da geht es uns einfach besser.






Diesen Bericht stellen wir in Salinas, Dominikanische Republik, ins Netz. Der Weg zurück nach Osten war bisher nicht schön, klar man geht gegen Wind und Welle. In den nächsten Wochen werden wir dann wieder aktiver mit Berichten sein, aber bitte immer daran denken, Internet ist nicht überall zu finden.



04.04.2017
Havana Teil 2

Natürlich wird im ganzen Land immer wieder an die Revolution von 1959 erinnert. Auffallend ist hierbei, dass Fidel oder Raul Castro ganz wenig in Erscheinung treten, am häufigsten wird auf Ernesto „Che“ Guevara und auf Camilo Cienfuegos hingewiesen. Das Portrait von Che ist allgegenwärtig.
Für den Besucher von Havana ist deshalb ein Besuch im Museum der Revolution nahezu Pflicht. Früher hat Fidel von diesem Gebäude aus die Geschicke Cubas gelenkt. Auf dem Platz davor steht der kleine Schützenpanzer, von welchem Fidel die Operation in der Schweinebucht aus gelenkt hat. Damals versuchten Exilcubaner mit Hilfe der CIA in Cuba zu landen um eine Gegenrevolution zu starten. Eine der empfindlichsten Niederlagen für die USA.




















Noch eins auf die Nase bekamen die USA, als sie an der Fassade der US-Botschaft in Havana einen riesigen Bildschirm installierten und darauf Sprüche gegen Fidel Castro und das Regime laufen liessen. Die Antwort der cubanischen Regierung war einfach aber wirkungsvoll, auf dem Platz vor der US-Botschaft wurde ein Wald von Flaggenmasten aufgestellt, die Fahnen versperrten dann den Blick auf den Riesenbildschirm.






Churros, kannten wir schon von Spanien und Portugal, aber auch hier in Havana sehr lecker. Hier an dem Casa del Chocolate stand der beste Churrosstand, immer sehr gut besucht. Der Teig wird mit hohem Druck ins siedendheisse Schmalz gedrückt, ausgebacken und nachdem das Fett abgetropft ist in Portionen geteilt. Brauner Zucker drüber, lecker. So eine Tüte voll hat 0,50 CuC gekostet, da kann man nicht meckern.
Genauso lecker war es beim Mittagsessen und dem Nachtisch. So ein Lokal wird schnell sehr voll, wie man auf den Fotos sieht.
















Auffallend in allen Städten auf Cuba ist, dass versucht wird die alten Häuser zu retten oder zumindest die Fassaden zu erhalten. Wenn das mal unsere Stadtväter vor 60 oder 70 Jahren auch getan hätten, auch unsere Städte sähen viel besser aus. Sicherheitsvorschriften scheint es hier nur sehr wenig zu geben, mit dem Hochdruckreiniger an einem einfachen Seil hängend die Fassade abspritzen, in Deutschland wohl undenkbar. Überhaupt ist Baumaterial sehr kostbar, die Steine werden im Kastenwagen angeliefert und dann mit Handkarren in die Baustelle gebracht. Alles eine Folge des US-amerikanischen Embargos.










Zu Cuba gehört natürlich auch das wichtigste Exportgut, die Cigarren. Auf dem Foto eine Cigarrenfabrik die nicht mehr in Betrieb ist, im Erdgeschoss aber noch einen sehr exklusiven Verkaufsraum hat. So eine Cohiba kostet das Stück 13 CuC, viel Geld was man mit so einem dicken Brummer in die Luft bläst. In Cienfuegos haben wir dann eine Cigarrenfabrik in Betrieb besucht, Fotos durften leider nicht gemacht werden. Die Bezahlung der Arbeit hier auf Cuba ist allerdings nach unseren Vorstelllungen sehr merkwürdig. So eine gute Cigarrendreherin bekommt einen monatlichen Grundlohn von 200 CuC für täglich 105 Cigarren, wenn sie mehr dreht oder rollt gibt es noch einen Akkordzuschlag. Darüber hinaus gibt es noch ein Deputat, das heisst sie kann einige Cigarren verqualmen oder verkaufen. Wenn man demgegenüber den Lohn von Ärtzen oder Lehrern sieht, zwischen 20 und 80 CuC im Monat, kann man bei diesen Menschen eine Unzufriedenheit verstehen.






Internet oder auch nur telefonieren, alles nicht so einfach. Zuerst Karten beim Anbieter Etecsa kaufen, meist mit Schlange stehen verbunden, dann zu einem der Hotspots in der Stadt oder in ein gutes Hotel gehen um eine Verbindung zu bekommen. Internet Zuhause, für uns selbstverständlich, gibt es nur für sehr wenige und bevorzugte Personen . An den Hotspots ist dann auch sehr viel Betrieb und die Sitzplätze sind schnell besetzt. Die guten Hotels sind für die Cubaner natürlich tabu, die sind für die Touris bestimmt.






Die Menschen von Cuba sind durchgehend sehr freundlich und offen. Manche helfen natürlich auch gerne für ein Trinkgeld weiter, wenn man die Lebensumstände kennt, kann man nicht böse sein. Jeder versucht halt bestmöglich über die Runden zu kommen. Insgesamt gesehen geht es aber in kleinen Schritten vorwärts, wie wir es gehört haben.
Die dicken Coco-Schokoladekugeln, auf Bild 3, sehr süss und sie wurden auch nur schleppend verkauft. Musik ist in jeder Form zu erleben, von den cubanischen Bands über die Verkäuferinnen die laut singend ihre Waren anpreisen, auch hier natürlich wird immer nach einem Trinkgeld gefragt. Aber nicht penetrant und wenn man nichts gibt ist es auch ok.




















Dann waren unsere Tage in Havana auch schon wieder vorbei und es ging im Taxi zurück nach Cienfuegos. Die Autobahn ist 3-spurig, teilweise 4-spurig, ohne Absperrungen, Leitplanken oder sonstige Hindernisse. Rechts und links gibt es dann eine weitere Geländespur auf welcher die Pferdefuhrwerke und Fahrradfahrer unterwegs sind. Sogar Raststätten gibt es, wenn mal nur eine vorhanden ist, kann ein Stück weiter gewendet werden. So können alle die Raststätte besuchen. Der Taxifahrer auf der Hintour kannte die Fahrbahnschäden auf den gut 200 km Autobahn wohl auswendig, das ergab dann eine Fahrspurwechselei mit rechts überholen usw.. Die Geschwindigkeit ist auf 100 km/h begrenzt, wobei dies wohl nur ein Anhaltswert ist. In keinem unserer Taxis zeigten Tachometer oder Tourenzähler irgendwas an. Aber wir sind immer gut angekommen.








Wir liegen derzeit vor dem Fischereihafen von Casilda in der Bucht vor Anker, für den „Yachthafen“ ist unser Tiefgang zu gross. Hier gibt es ein paar grosse Touristenhotels. Dort ist das Internet super schnell, deshalb können wir die Havanaberichte einstellen.



31.03.2017
Havana

Die kubanische Hauptstadt, nach 3 Stunden Fahrt mit dem Taxi (250 km für 60 CuC /60 Euro für 4 Leute) über eine denkwürdige Autobahn, erreichen wir die Metropole von Cuba. Zur Autobahn im nächsten Bericht mehr.

Der erste Eindruck bei der Fahrt in die Altstadt, hier gibt es eine Menge zu tun. Zwischen den dringend renovierungsbedürftigen Häusern stehen aber auch schon einige frisch überholte Bauten.












Wir haben uns eine Unterkunft mitten in der Altstadt gebucht, bei Alina und Boris. Jedes Zimmer mit eigenem Bad, die Vermieter sind sehr herzlich und das Frühstück ist abwechslungsreich, soweit das die Einkaufsmöglichkeiten hergeben. Der Ausblick von der Dachterrasse, halt Havana wie es typischer nicht sein könnte.










Der erste Gang geht zum berühmten Malecon (die breite Uferstrasse), dort wo bei Nordwind die Wellen über die Mauern auf die Strasse klatschen und wo man einen fantastischen Blick auf die Skyline von Havana hat. Wir hatten Glück, es war Nordwind. Ein paar Schritte gen Ost und wir stehen an der Mündung der Bahia de Havana, links und rechts am Ufer mit mehreren Festungen bestückt. Alles noch aus der Zeit der Spanier.














Am nächsten Tag erklimmen wir die engen und steilen Stufen des Kirchturmes des „Torre de la Catedral de la Habana“, zur Belohnung gibt es den vermutlich schönsten Ausblick über die Dächer der Altstadt. Die Glocke hängt übrigens sicher, sie wäre auch zu schwer für Christiane gewesen.








Was unbedingt zu einem Besuch von Havana gehört, eine Stadtrundfahrt mit einem der alten Strassenkreuzer. Mit 40 Cuc für eine Stunde, für kubanische Verhältnisse zwar unglaublich teuer (der normale Cubaner verdient im Monat 20 CuC), aber es hat sich gelohnt. Diese alten Amischlitten beherrschen immer noch das Strassenbild, auch wenn es immer mehr neue Autos gibt.














In den 3 Tagen Havana sind wir die Altstadtstrassen hin und her gelaufen, es gab immer was Neues zu sehen. Erstes Bild, eine Ruine? Falsch, nur die Restgemäuer über einem guten Restaurant, in welchem wir nach langer Zeit mal wieder Tapas gegessen haben.






Die folgenden Fotos geben in etwa den Eindruck wieder, welchen wir bei Erkundungen bekommen haben. Das Capitolio, sieht dem von Washington verblüffend ähnlich, es wird zur Zeit renoviert und konnte daher nicht besichtigt werden.














Zum Schluss dieses ersten Berichtes über Havana, natürlich noch die Erinnerung an Ernest Hemmingway. Der berühmte Schriftsteller war zumindest von seiner Einstellung Sozialist, auch wenn er etwas anders gelebt hat. Auf jeden Fall ein Freund Cubas, von Fidel Castro und vom Rum. Dort wo er seine Daiquiris getrunken hat wird heute mit seinem Namen Reklame gemacht, die Bars sind allerdings immer total überfüllt und auch die Preise sind höher als normal. Aber ein Besuch/Blick lohnt sich schon.









21.03.2017



Cienfuegos

Nach der Fahrt von Jamaika ging es erst mal durch die „Jardines de la Reina“ nach Cienfuegos. An der Einfahrt zur grossen Bucht ein Leuchtturm, dann durch den Kanal in die gut geschützte Bucht. Einklarieren war ganz einfach und problemlos, alle 4 Behörden kamen an Bord, der Zoll mit 2 Suchhunden, noch 55 Euro bezahlen und alles war erledigt. Hier liegen wir vor Anker für 11,40 CUC (gleich 11,40 Euro) pro Tag, mit uns viele bekannte Schiffe mit deutscher Fahne, dazu ein paar Franzosen, Engländer und auch die Amerikaner sind schon da.












Die Stadt Cienfuegos liegt etwa 3 km entfernt, der Hinweg geht für uns immer zu Fuss. Es ist eine alte, vom Ursprung spanische Stadt, die meisten Gebäude im Stadtcentrum stammen aus dieser Zeit. Viele der Gebäude benötigen dringend einer Renovierung, bei einigen ist dies schon passiert bzw. im Gange. Nie vorbeigehen können wir an dem Eissalon, einfach in der Ausstattung aber sehr gutes Eis zu einem Spottpreis. Für 4 Portionen a 6 grossen Kugeln werden 14 Pesos fällig, also etwa 0,60 Euro. Das muss man einfach ausnutzen. Es gibt eine Markthalle wo wir günstig Obst und Gemüse kaufen , ansonsten ein paar gewöhnungsbedürftige Supermärkte. Nicht sehr gross und das Warenangebot ist sehr übersichtlich. Einzig Rum gibt es überall zu kaufen. Überrascht hat uns das Angebot an Restaurants, da hat es wohl einen deutlichen Wandel gegeben. Qualität und die Auswahl an Speisen sind gut und das zu einem vernünftigen Preis. Viele sind in privater Hand, entsprechend gut ist auch der Service.


















Die Verkehrsmittel sind neu für uns. Neben den Bussen, wohl ohne Fahrplan, gibt es die schönen alten Amischlitten als Taxen. Auch ein paar Ladas etc. haben in den letzten Jahren den Weg nach Cuba gefunden. Dann gibt es noch eine grosse Anzahl von Fahrradtaxis, ein Fahrer und 2 Fahrgäste. Letztlich fahren dann noch Pferdekutschen, nicht nur für die Touristen sondern auch als ganz normales Transportmittel für die Einheimischen. Allerdings sollte man diese nur benutzen, wenn der Rücken noch in Ordnung ist. Die Strassen sind in einem unglaublich schlechten Zustand, die Kutschen meist nicht gefedert, da geht so eine Fahrt ganz schön in die Knochen.










Hier haben wir zum ersten Mal schnelles Internet.


17.02.2017
Nicht nur Reggae

Zum Klischee von Jamaika gehört die Kriminalität. Das gilt wohl für die Hauptstadt Kingston, nicht aber für den Rest der Insel. Ein absolut lohnendes Urlaubsziel mit allem was man sich wünscht. Die Jamaikaner gehören zweifelsohne zu den freundlichsten und immer gut gelauntesten Menschen, die wir auf unserer Reise bisher erlebt haben. Die Polizei fährt regelmässig mit dem Boot bei uns vorbei, ein paar nette Worte, alles ok. Kaum sind wir mit den Dinghys in den Hafen gekommen, schon winken Hafenmeister und Polizei, wir sollen bei Ihnen festmachen. Sicherer kann unser Dinghy nicht liegen. Wir laufen zum Markt, keiner ist böse wenn wir nicht dort kaufen sondern bei einem anderen Stand . Man hat übrigens mehr damit zu tun nicht in eins der unzähligen Schlaglöcher zu treten, als auf irgendwelche Taschendiebe zu achten, vor denen in allen Reiseführern gewarnt wird. Wir fühlen uns hier absolut wohl.









5 Minuten hinter dem Hafen liegt der Turtle Park, Eintritt zur Abwechslung mal kostenlos. Eine grüne Oase inmitten der Einkaufsstadt, denn es gibt eine Menge Shoppingmalls mit immer wieder dem gleichen Touristentinnef. An 5 von 7 Tagen liegen hier ein oder zwei Bettenburgen im Hafen und spucken ihre zum grössten Teil erheblich übergewichtige Fracht aus. Da die Schiffe durchschnittlich nur 6 bis 8 Stunden im Hafen liegen, also nicht genug Zeit um sich ein wenig von der Insel anzuschauen, geht es entweder auf eines der vielen „Vergnügungsschiffe“ (man beachte die begeisterten Mienen) oder in die immer gleichen Einkaufspassagen. So ein wenig profitieren wir auch davon, in einer Mall gibt es sehr leckeres Eis, da können wir einfach nicht vorbei gehen.



















Fotos 31 bis 39 Dann müssen wir natürlich auch mal wieder das Eis ablaufen, also die 2 Kilometer den Berg hoch, ganz schön steil, bis zum Ort Snow Hill und dem Shaw Garden Park. Wasserfall, jede Menge grosser Bäume, viele Blumen, das war früher mal eine Hotelanlage. Da die Urlauber aber nur am Strand wohnen wollten, wurde das Hotel dicht gemacht und ein Park daraus. Hier wurden übrigens auch Teile des James Bond Filmes „Dr.No“ gedreht, am Teich etc.. Unglaublich wie schnell hier alles wächst, der grosse Baum unter welchem wir so rein zufällig einzeln stehen, ist noch keine 100 Jahre alt. Der Baum mit den roten Blüten ist ein afrikanischer Tulpenbaum.































Zum Schluss noch ein Hinweis, Samstag geht es die 250 sm nach Cuba. Nach allem was wir bisher gehört und gelesen haben, hat man, wenn überhaupt nur eine sehr langsame und teure Internetverbindung. Vermutlich werden unsere Berichte in den nächsten 6 bis 8 Wochen eher spärlich und ohne Fotos sein, die fügen wir dann ein wenn wir wieder in einem „Internetland“ sind.



11.02.2017
Bob Marley

Samstag den 4.2.2017, die Reiseroute bei Customs eintragen lassen, hier auf Jamaica darf man nicht so einfach den Standort wechseln. Alles muss vorher angegeben und die Papiere entsprechend ausgestellt werden. Da dies erst am späten Samstagnachmittag geschah, also ausserhalb der normalen Dienstzeit, wurde eine Overtimegebühr fällig. Ohne Quittung kostete es dann nur die Hälfte, 23 US $.
Am nächsten Morgen dann Anker auf und los Richtung Ocho Rios, ca. 42 sm entfernt. Wir liefen bei reichlich Welle und zu wenig Wind an der Nordküste entlang und erreichten unser Ziel gegen 16.30 Uhr, also noch zu einer Zeit wo wir die Riffe gut erkennen konnten.
Es erwartete uns der TUI Dampfer „Mein Schiff 4“ und ein schöner, hinter dem Riff gelegener Ankerplatz.
















Am Montag den 6.2. hätte Bob Marley Geburtstag gehabt, der Reggaekönig wurde in Nine Miles, ca. 40 km von Ocho Rios entfernt, geboren und auch beerdigt. Da wollten wir hin, Dorothea und Frank (Fradolin II) waren vor 6 Jahren schon mal als Flugtouristen da, ebenfalls sehr gut gefallen hatte es unseren Freunden vom Cat Antigua, Uschi und Artur. Es sollte sehr einfach, mit vielen Rastas, Musik und natürlich „Grass“ sein. Wir charterten uns ein Tourtaxi und ab ging es in die Berge. Der erste Teil der Strecke war eine von den Chinesen erbaute Autobahn, danach wurden die Strassen deutlich schlechter. Aber das kennen wir ja schon von vielen Inseln. Dann das erste Hinweisschild auf Nine Miles, von da ab wurde es sehr unkomfortabel, also Schlaglochpiste. Dafür entschädigte der Ausblick auf die tolle Landschaft.








Dann waren wir in Nine Miles und die Enttäuschung war da. Innerhalb der letzten 3 Jahre hat die Familie von Bob Marley eine Touristenstätte aus dem Boden gestampft. Nichts mehr von der alten Stimmung, keine Rastas, keine lockere Atmosphäre, nur noch Touristenabzocke. Wenn Bob Marley könnte, er würde der Familie in den Hintern treten, das ist nun überhaupt nicht seinem Lebensstil entsprechend. Am Sonntagabend haben wir noch eine lange Filmdokumentation über ihn gesehen, er war sicher kein Heiliger ( 11 Kinder von 7 verschiedenen Frauen), aber aus Geld hat er sich nicht viel gemacht und jedem der es nötig hatte gegeben.
Die Gedenkstätte, erst mal ging es durch Andenkenläden, einem Innenhof mit einer nicht so guten Band, dann standen wir vor einem geschlossenem Tor. Dahinter das Mausoleum von Bob sowie die alte Familienwohnstätte. Nur gegen 25 US $ zu besichtigen, wer dann noch auf den Hügel wollte, wo er oft komponiert und Musik gespielt hat, war nochmals mit 10 US $ dabei. Das alles dann inmitten von Touristenschwärmen, nein danke. Hier brachen wir ab und zurück ging die Fahrt nach Ocho Rios. Wir hatten viel Spass mit unserem Driver Spencer und so war es trotzdem ein schöner Tag.



















04.02.2017
Jamaica

Nach 7 Tagen und 4 Stunden haben wir die 930 sm von St.Lucia nach Jamaica geschafft. Daumendrücken hat nicht geholfen, der Wetterbericht war wieder für die Katz. Unterwegs haben wir dann noch das Flüchtlingsschiff „Serenade of the Seas“ gesehen, schaut hier mal bei unseren Freunden https://fantaseablog.wordpress.com/ nach. Viel Spass dabei.




Jamaica ist wie alle Karibikinseln sehr grün, mit einfachsten Hütten oder auch mal mit so einem Phantasieschloss bebaut. Im Hintergrund die höchsten Berge der Karibik, immerhin über 2000 m hoch lt. Reiseführer.






Dann war die Einfahrt nach Port Antonio erreicht, nach der Einklarierungsprozedur, 4 verschiedene Behörden bei uns an Bord und 16 Formulare ausfüllen, dann konnten wir in der ruhigen Ostbucht vor Anker gehen. Es ging aber sehr lustig zu und hat auch nichts gekostet.






Ein Stadtrundgang in Port Antonio hat es in sich, mit Abstand die bisher lauteste Stadt in der Karibik. Das hält man nicht lange durch, also Rückzug zu einer besseren Einkaufsmall, Pause für die beiden Kapitäne. Die Crews (die Bordfrauen) waren natürlich mit den Kameras beschäftigt. Dann zurück zur „Errol Flynn Marina“, dort waren unsere Dinghys geparkt. Eine kleine und total überteuerte Marina, das Personal war aber sehr nett und hilfsbereit.






Samstagvormittag, eine Delfinschule besucht uns in der Bucht. Wenn wir das richtig gesehen haben, wurden die Netze der Fischer von ihnen heimgesucht, denn dort tauchten die Delfine immer sehr lange. Ganz schön kluge Tiere.





25.01.2017
Winterpause ist vorbei

Letztes Wochenende, rein ins Wasser und das Unterwasserschiff mal wieder sauber machen. Am Sonntag ging es dann von Martinique Richtung Süd in die Rodney Bay von St.Lucia.




Ein leichter Wind von 12 bis 15 kn aus Ost, da wurde doch wieder mal unser Wingaker rausgeholt. Entspanntes Segeln bei 6 bis 7 kn Fahrt, unsere Freunde vom Cat "Fradolin II" haben ein paar schöne Fotos gemacht, wir natürlich auch von ihnen.








Am Montag nach dem Einklarieren ging es dann auf zur Embassy of Cuba, nicht so einfach zu finden. Nach einigen Versuchen mit Fragen und nachmals Fragen nahmen wir dann ein Taxi. Das fuhr zielsicher zur Botschaft, Pech gehabt. Die Botschaft war umgezogen. Der Fahrer fragt bei der nächsten Polizeistation, der Feuerwehr, dann stand die Richtung fest. Im richtigen Viertel angekommen wurde die nächste Polizeistation aufgesucht und 2 Minuten später waren wir an der Botschaft. Gut dass wir mit dem Taxifahrer vorher einen Festpreis ausgemacht hatten.




Dienstag konnten wir dann die Touristenkarten (ist das Visa) abholen.
Morgen geht dann die lange Fahrt los, 900 sm quer über das karibische Meer nach Jamaica. Da bleiben wir ein paar Tage (Bob Marley´s Geburstag steht an) bevor es nach Cuba geht. Drückt mal die Daumen, dass der Wetterbericht diesmal stimmt.


16.01.2017
Lecker Essen

Die Festtage zum Abschluss von 2016, wie immer, lecker essen und mit netten Leuten zusammen sein.
Am 24.12. sind wir mit einer Gruppe von 13 Leutchen ins „Ti Toque“, dem vermutlich besten Restaurant hier in Le Marin. Es wurde ein sehr netter Abend, wir haben Foie Gras (die berühmte Gänseleberpastete) als Vorspeise genommen, dann Lammrückenfilet , alles sehr gut. Bei einer Flasche Wein wurde es ein langer und vergnüglicher Abend.






Am Weihnachtstag ( hier gibt es nur den 25.12. als Feiertag) wurde dann die Pantry auf „Fradolin II“ belegt, zusammen mit Dorothea und Frank haben wir die selbstgemachten Sushi Rollen vertilgt. Leicht und lecker nach dem doch etwas mächtigerem Abendmahl zuvor.








Kleine Pause, Sylvester ging es dann mit der Schlemmerei weiter. Wieder auf „Fradolin II“, so ein Cat hat einfach mehr Platz, es kamen noch Karoline und Walter von „SY Toroa“ dazu, gemeinsam haben wir erst ein Fischfondue und nach einer kleinen Pause noch ein Fleischfondue genossen.














Dann war es auch schon Mitternacht, wir hatten einen Logenplatz um das Feuerwerk vom Club Med sehen zu können. Im Gegensatz zu Deutschland wird hier nur sehr wenig geknallt, noch nicht einmal die Kirchenglocken werden geläutet. Dabei hat die EU doch die Renovierung der Kirche bezahlt.








Damit war das Jahr 2016 erledigt, auf ein gutes, wenn möglich besseres 2017.



01.01.2017




31.12.2016
Ausflug in den Norden

Drei Tage hatten wir den Mietwagen, nach dem Ausflug an die Ostküste folgte ein Einkaufstag, nach diesem war dann nochmals Erholung angesagt.

Am Morgen war das Wetter noch nicht so schön, dicke Wolken und leichter Regen. Da es aber später auflockern sollte machten wir uns auf den Weg nach St.Pierre, der Mount Pelee (grosser Vulkan) lag in der Wolkensuppe. Über St.Pierre hatten wir ja schon mal berichtet, also hier keine Wiederholung. Es ging dann hoch in die Berge, zu einer der grossen Rumdestillerien. Eine riesige Anlage mit eigenen Zuckerrohrfeldern.












Die Aussenanlagen geflegt wie die Gärten in Versailles, mit einem Rundweg für die Besucher und natürlich einem Verkaufsraum zum Probieren und Kaufen. Da kann man gar nicht vorbei gehen. Der junge, weisse Rum die Literflasche für 4,50 Euro, kein ungeniessbarer Fusel sondern guter Rum für einen Punsch.

In der Destillerie wurde der Produktionsverlauf auf den Schildern ausführlich erläutert, da könnte man glatt eine Anlage für den Hausgebrauch nachbauen. Lohnt aber bei den Rumpreisen nicht.






Zu Anlage gehört auch ein firmeneigenes Museum, hier sieht man dann die Entwicklung der Technik, gut das die Sachen nicht in Deutschland stehen, die Kupferdiebe hätten vermutlich längst zugeschlagen.








Zum Schluss mal eine botanische Überraschung. Auf den nächsten Bildern sieht man einen Gummibaum, der erst 1960 angepflanzt wurde. So was nennt man rasantes Wachstum. Der Stamm kann bis zu 20 m hoch werden und auch 20 m im Umfang betragen.








Heute ist Silvester, 2016 ist schon wieder rum. Für uns ein Grund Danke zu sagen an alle unsere Leser, auch wenn wir uns etwas mehr Resonanz so manches Mal wünschen. Euch allen einen guten Rutsch und ein gutes neues Jahr von

Christiane und Wolfgang



27.12.2016
Ausflug Ostküste

Zusammen mit Dorothea und Frank vom Cat "Fradolin II“ hatten wir für 3 Tage einen Mietwagen genommen. Der Wetterbericht sagte für den ersten Tag gutes Wetter voraus, also wurde kurzfristig die Ostküste von Martinique ausgesucht als Ausflugsziel. Morgens mit dem Dinghy zum AVIS Büro, das kannten wir schon, das Auto war noch nicht da. Noch auf dem Weg vom Flughafen zum Büro, mit 1 Stunde Verspätung ging es los.




Die Strassen an der Ostküste sind leer, also eine entspannte Fahrt nach Le Francois. Eine schöne Bucht, in die auch ein betonnter Weg für uns Segler führt. Drinnen liegt man ruhig und sicher. Die beiden Skipper waren sich einig, da müssen wir auch mal mit unseren Schiffen rein. Auf der anderen Seite der Bucht die gut geschützten Ankerplätze.











Weiter ging es nach einer Ehrenrunde durch die nähere Umgebung, nirgendwo ein Schild „Toutes Directiones“ das sonst immer überall steht. Zwei ältere und sehr freundliche Damen gaben uns dann den Tipp, wie wir wieder rausfinden zur Hauptstrasse. Dort ging es dann Richtung Trinite zur Halbinsel La Caravelle.




Nach einem guten Hamburger ging es gestärkt weiter zur Ruine des Chateau Dubuc. Ehemals von einem französischem Grossgrundbesitzer erbaut (1657) um Zuckerrohr, Tabac und andere Früchte zu erzeugen. Die Engländer landeten 1770 und zerstörten das Anwesen. Eine schöne Anlage, die als Kulturobjekt natürlich auch von der EU in der heutigen, renovierten Form ordentlich bezuschusst wurde. Also auch da gehen unsere Steuern hin.















23.12.2016
Schon wieder...Frohe Weihnachten




Da ist das Jahr schon wieder rum, geht ganz schön schnell. Euch allen wünschen wir ein "Frohes Fest" , friedlich und ohne Streit.



18.12.2016
Das ewige Wetterspiel

Die Fahrt von Grenada, Start war für Freitag morgens geplant, es goss wie aus Kübeln. Gegen 11 Uhr fuhren wir los, Strom gegen uns, nach 3 Stunden hatten wir die Nase voll und warfen den Anker vor St.George‘s. Am nächsten Morgen weiter nach Carriacou, tanken und ausklarieren. Segeln mit Motorunterstützung, wie gehabt.






Nach 3 Tagen ging es weiter Richtung Bequia, endlich mal vernünftigen Wind, etwas ruppig von der Welle aber ok. Auf Bequia schnell ein paar Einkäufe gemacht, es gab die letzten Mangos der Saison. Zusammen mit Karoline und Walter von der SY Toroa hatten wir ein leckeres und günstiges Abendessen (Lobster) für 50 EC $ (ca. 17 €). Am nächsten Tag sollten wir Südost bis Südwind haben, um die 15 Knoten, das sollte ein schöner Segeltag unter Spinacker werden. Sollte!!! Vom Wetterbericht traf exakt nichts zu. Wir hatten nur ganz leichten bis gar keinen Wind aus allen möglichen Richtungen, überwiegend bedeckter Himmel und Regen. Ganz einfach gesagt ein Sch….tag. Vor St.Lucia lief dann noch so eine Bettenburg vor uns vorbei, einmal die Pitons zeigen. Am Abend liefen wir in die Rodney Bav auf St. Lucia ein.








Am nächsten Tag weiterhin stark bedeckter Himmel, wir wollten ein paar Freunde treffen, deshalb blieben wir noch einen Tag. Mittags lief dann der Sieger der diesjährigen ARC Regatta nach 8 Tagen ein, dies mit ein paar Tagen Vorsprung vor den nächsten Booten. Eine Profi-Rennyacht mit Profis an Deck, wer soll bei einer Atlantiküberquerung mit normalen Serienyachten da mithalten?




Am Nachmittag, bis dahin hatten wir Ostwind, setzte plötzlich ein leichter Südwestschwell ein. Die Welle lief also gegen den schwächer werdenden Wind. Um 20. 05 Uhr wollten wir den Computer einschalten und uns den neuen Wetterbericht (wofür eigentlich?) ansehen, im bisherigen Wetterbericht war von einer Störung keine Rede. Keine 5 Minuten später haut uns eine 50 Knoten Windwalze aus Südwest fast von den Socken und es baut sich blitzschnell eine 1,5 bis 2 m hohe und kurze Welle auf. Rodeoreiten vor Anker. Das ging dann noch gut 2 ½ Stunden so, der Wind ging dann aber auf 30 bis 40 Knoten zurück. Gut das wir weit vom Ufer mit sehr viel Kette (70 m bei 5 m Wassertiefe) geankert hatten. Unser Anker hielt, bei einigen anderen Schiffen nicht. Kein grosses Problem wenn die Crew an Bord ist, das war aber nicht auf allen Booten so, wie wir am nächsten Morgen sehen konnten. Trotzdem eine sehr unangenehme Erfahrung so mehrere Stunden in Leegerwall ( wenn man vor der Küste liegt und der Wind auf´s Land weht) zu liegen. Das war übrigens keine kleine Störung, die Walze erstreckte sich über etwas mehr als 100 sm in der Breite. So etwas sollten die Meteorolo(Ü)gen eigentlich sehen.




Bei unserer Abfahrt nach Martinique kam dann noch so ein kleiner Luxuscruiser in die Bucht, man merkt die Hurricansaison ist vorbei und die Cruisersaison voll auf Touren. Der Trip nach Martinique war dann wie gehabt, erst reichlich Wind aus Ost, dann die nächste kleine Störung aus West und auch wieder nee Schippe Regen dabei. Jetzt liegen wir wieder in der Bucht von Le Marin, die notwendigen Reparaturen durchführen und die Vorräte auffüllen. Mehr davon in einem der nächsten Berichte, die kommen garantiert in kürzerem Abstand.





08.11.2016
Feiern und Arbeit

Die Zeit hier auf Grenada geht langsam zu Ende, die Hurricangefahr ist so gut wie gebannt. Vom Unterhaltungswert ist es hier unvergleichlich zu den anderen Inseln. Das geht ebenso von den Einheimischen als auch von der Seglergemeinschaft aus. Über VHF (UKW-Netz) gibt es bis auf Sonntags jeden Tag ein reichhaltiges Angebot, von Yoga bis Schach und natürlich Mexican Train. Ein Dominospiel der besonderen Art.
Daneben kommt auch noch die eine oder andere Party daher. Bei Vollmond gibt es in der Benji Bay immer die „Full Moon Party“. Verschiedene Bands spielen meist gute Musik, Tanz und dazu das eine oder andere Bier. Anreise für die Ankerlieger natürlich mit dem Dinghy, ansonsten ist ein Busservice eingerichtet. Dazu ist das Ganze dann noch umsonst, also kein Eintritt. Entsprechend gut besucht sind die Partys. Die meisten Bilder von der Full Moon Party stammen von Fritz (SY Tifricat) , ganz herzlichen Dank dafür.

















Nächste Party, jeden Sonntag auf Hog Island, Roger´s Beach Bar ist legendär. Einzigartig im Inselbogen der Karibik. Schon mal so eine Bühne gesehen? Stromversorgung mittels einem tragbaren Generator, der natürlich auch schon mal streikt. Alle Getränke kosten 5 EC Dollar, nur der Rum ist billiger mit 3 EC, das sind dann ca. 1,20 Euro für´s Bier und 1 Euro für den Rum auf Eis. Dazu dann wieder Lifemusik , hier von Stan und Cora, auch Segler. Gegen 16 Uhr geht es los und es kann auch schon mal später werden.














Arbeit gibt es immer, u.a. war einiges im Mast zu machen. Vor Anker nicht so gut zu erledigen, es schaukelt einfach zu sehr. Also sind wir für eine Woche in die schöne und kleine Whisper Cove Marina gegangen. Es schaukelt nicht, dafür kommt aber auch kein Windhauch in die Bucht. Die Arbeiten im Mast waren bei den Temperaturen von um die 35 Grad nur frühmorgens zu machen, also um 6.30 Uhr war ich schon im Mast. Spätestens um 7.30 Uhr war der Rückweg angesagt, länger hält man es in 16 m Höhe und ohne Schatten einfach nicht aus.















02.10.2016
Glück gehabt

Erst war er nur ein Sturm mit Namen Matthew, jetzt ist er ein dicker und gefährlicher Hurrican. Wir hatten Glück, das Zentrum zog über Martinique und Dominica hinweg, wir bekamen nur den südlichen Rand mit. Das war aber immer noch genug, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatten wir Böen mit um die 40 kn, also Windstärke 8 – 9. Der Hurrican hat seine Geschwindigkeit verlangsamt, gleichzeitig ist er immer stärker geworden, auf dem Weg nach Jamaika und Haiti hat er schon die Kategorie 4 mit 135 kn Wind erreicht.




Jedes Wochenende findet auf Grenada ein Hash statt, das ist so eine Art Geländelauf oder Geländegang, je nach Gelände zwischen 3 und 6 Meilen lang. Letztes Wochenende waren wir auch dabei, erst mal den Berg hoch. Unglaubliche Steigung, kurz vor dem Gang auf allen Vieren. Das war auf einer Strasse, danach ging es quer durchs Gestrüpp. Belohnung war dann der fantastische Ausblick über die benachbarten Täler.










Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter, diesmal bergab, teilweise so rutschig und steil, festhalten und runterrutschen war die Devise. Dann kam unser Ausgangspunkt, der Sportplatz wieder in Sicht.








Ritual beim Hash ist, dass alle Neulinge nach Abschluss der Strecke einer Bierdusche unterzogen werden. Wir natürlich auch. Bier zum Trinken gab es anschliessend.






Nach einer abendlichen Strassenwanderung zum nächsten Bushalt, nach der Hälfte der Strecke wurden wir als Anhalter mitgenommen, kamen wir zurück zur Wisper Cove Marina. Dort parkte unser Dinghy. Zu einem Bier gab es dann ein paar leckere Häppchen geräucherten Fisch als Zugabe vom Haus.





27.09.2016
Hurricanzeit

Da bringt uns die Wettervorhersage seit einigen Tagen ganz schön auf Trab. Auf dem Atlantik entwickelt sich was ganz Dickes, eine Tropical Depression, die sich auf den Weg in die Karibik macht und so langsam zum Hurrican wird.
Montag 26.09.2016, der Ankerplatz um uns herum wird plötzlich fast leer, nur noch 6 Schiffe blieben hier. Wir liegen mal wieder in der Clarks Court Bay, Grenada, zwischen Calivigny Island und Calivigny Point.




So viel Platz hatten wir hier noch nie, also nochmals den Ankerplatz gewechselt, jetzt liegen wir weiter vom Riff entfernt und besser von der Insel geschützt.









Natürlich ist das Wetter Gesprächsthema Nr.1, alle 6 Stunden kommt die neue Vorhersage von Noaa, dem amerikanischen Hurricancenter. Wenn sich nichts mehr ändert werden wir wohl verschont, momentan zieht die Depression Richtung Martinique. Danach wird es ungewöhnlich, der sich bildende Hurrican zieht in Richtung ABC Inseln. Die galten bisher als Hurricansicher, d.h. sie lagen ausserhalb der normalen Zugrichtung. Aber so ist es halt, die Klimaveränderung machts möglich. Danke Menschheit.



13.09.2016
Tobago Cays

Fünfter Anlauf, endlich haben wir es geschafft. Die Tobago Cays sind ein Naturpark, bestehend aus mehreren kleinen Inseln umschlossen vom Horseshoe Riff. Dieses Riff bremst die Atlantikwelle fast komplett ab ( bei gutem Wetter ), dahinter liegt dann ein Gebiet, in welchem vor allem die Schildkröten einen geschützten Lebensraum haben.








Zuerst haben wir zwischen den Inseln Petit Rameau und Petit Bateau geankert. Auf Petit Bateau liegt dann auch die einzige touristische Anlaufstelle, es gibt ein paar offene „Restaurants“ mit Lobster BBQ am Abend und es ist der Treffpunkt für die Parkranger. Pro Person kostet der Besuch pro Tag 10 EC, etwas über 3 Euro. An diesem Ankerplatz hätten wir eine superschnelle Aktionkamera gebraucht, in der Abenddämmerung sprangen die Stachelrochen mit einer Spannweite von über 2 Metern aus dem Wasser. Leider haben wir nur eine normale, wasserdichte Kamera. Hier auf den Inseln sind die richtigen Apparate leider nicht zu bekommen. Auch unter Wasser gab es reges Leben, die Ballon- oder Kugelfische kamen bis ins seichte Wasser am Strand.










Am nächsten Morgen Ankerplatzwechsel, mitten rein ins Schildkrötengebiet bei Baradal. Kaum im Wasser wurden wir neugierig von einem Schwarm Kofferfischen beäugt. Die haben kleine scharfe Zähne und versuchen auch mal in den Finger zu beissen, wenn man diesen unvorsichtig hinhält. Ein Stück weiter dann die ersten Schildkröten. Die auf dem ersten Foto war so nett sich zur Vermessung direkt neben unseren Anker zu legen, gut einen Meter lang war diese Schildi. In dieser Grösse waren die meisten, aber auch ein paar kleinere Schildis waren dabei. Erstaunlich zu sehen, wie diese unter Wasser fressen. Da wird jeder einzelne Grashalm abgezupft, obwohl sie auch kleinere Büschel nehmen könnten. Aber immer nur einer wird genommen.


















Die Fische, klein oder grösser, sind teilweise unglaublich gut getarnt.










Nach 3 Tagen ging es dann weiter für uns, Ausklarieren in Union Island.



09.09.2016
Die karibische Traumbucht

Mayreau, eine kleine Insel mit der Bucht, wie wir uns alle die Karibik vorstellen. Feinster Sand, Palmen, glasklares Wasser, einfach traumhaft. Die Insel hat noch keine 300 Einwohner, die wir kennengelernt haben waren auf jeden Fall geschäftstüchtig. Es kommen halt genug Deppen, die für irgendwelche Tücher aus China horrende Preise bezahlen. Aber ok, in so einer Umgebung kann man auch mal das Hirn ausschalten.










Klein aber fein, zwischen den Palmen und sonstigen Bäumen versteckt gibt es auch ein Resort, in welchem man Urlaub machen kann. Bei unserem Besuch leider „out of saison“, also geschlossen.






Wie oft sieht man nicht in Deutschland das Schild „letzte Tankstelle vor der Autobahn“. Hier ist die hiesige Ausführung „LAST BAR BEFORE THE JUNGLE“ , auf jeden Fall witzig.






So müssen wir hier ankern, na, wer wird denn da neidisch werden? Dafür müssen wir aber auch zum Beispiel die 100 kg Dinghy + Motor + Tank den Strand hochschleppen. Bei 35 Grad im Schatten kein beneidenswerter Job.








Nee nee, die Crew packt auch mit an, steht aber auch mal zufällig in der schönen Gegend rum.




Dann schon der Blick auf das nächste Ziel, die Tobago Cays. Viermal hat es nicht geklappt, wegen widriger Wetterumstände, diesmal sieht es gut aus.






Abschliessend noch ein herzlicher Dank für die Einträge im Gästebuch zu unserem 3 Jährigen. Wir freuen uns über jeden Eintrag, für uns immer auch noch eine Verbindung nach Deutschland.



28.08.2016
3 Jahre unterwegs




Kaum zu glauben, aber heute vor 3 Jahren sind wir in Faro/Portugal gestartet. Nach der Atlantiküberquerung war die erste Lektion die wir zu lernen hatten – Relax – you are in the Caribbean. Natürlich können wir das über Jahrzehnte gelebte und gelernte Verhalten nicht so einfach über Bord schmeissen, aber ein gutes Stück von dieser Relaxeinstellung haben wir uns angeeignet. Sonst würde man hier auch nicht überleben sondern einen Herzinfarkt nach dem anderen bekommen. Das ganze hängt natürlich auch mit den hier normalen Temperaturen zusammen, bei ständig 30 Grad und mehr muss alles 2 bis 3 Takte langsamer gehen.

Das tägliche Leben unterscheidet sich sehr davon, auf welcher Insel man gerade ist. Die französischen Inseln sind zumindest vom Einkaufsangebot her nicht viel anders als in Europa. Ganz anders sieht es auf den englischen Inseln aus, die Supermärkte sind deutlich kleiner und viel schlechter sortiert, alles was aus Europa importiert wurde ist Schweineteuer. Da muss man sich einfach den Joghurt oder den Käse verkneifen. Auf der anderen Seite ist das Angebot von Mangos, Papayas oder Passionsfrucht mehr als nur ein Ersatz. Da sitzt an der Ecke jemand mit 2 oder 3 Eimern und verkauft diese Früchte zu sehr günstigen Preisen. Überhaupt gibt es auf den englischen Inseln unglaublich viele kleine Läden, der Supermarkt ist hier die Ausnahme. Dadurch hat man natürlich auch viel mehr Kontakt mit den Einheimischen, spätestens beim 3. Einkauf wird man wieder erkannt und schon fast als „Freund“ angesprochen.

Wer in Deutschland kann sich vorstellen ohne Fernseher zu leben? Wir tun es und vermissen nichts. Klar läuft mal in einer Bar der Fernseher, aber es interessiert fast nicht. Für Kontakte und um über das Weltgeschehen einigermassen auf dem Laufenden zu bleiben haben wir halt Internet. Da die Bezahlung entweder nach verbrauchten Daten oder nach Zeit geht, Flatrate ist sehr selten, beschränkt sich der Gebrauch des Internets auch auf die wesentlichen Sachen.

Vor der Reise hatten wir in verschiedenen Foren gelesen, dass das Klima der Karibik sehr Materialmordent ist. Dies können wir nach 3 Jahren nur voll bestätigen. Die guten Markisenstoffe für Bimini usw.halten nur 2 bis max. 5 Jahre, dann fallen sie einfach auseinander und müssen für viel Geld (4 bis 5000 Euro) erneuert werden. Das war u.a. auch für uns der Grund die Sprayhood und das Bimini nunmehr aus festem Material zu bauen. Alles was der Sonne ausgesetzt wird und nicht aus Edelstahl oder Gfk (Glasfaserkunststoff) ist, hält nicht lange. Plastik bricht einfach weg, billige Leinen und Gurte fallen auseinander, Schlauchboote müssen aus Hypalon sein und auch dann möglichst mit einem Cover geschützt werden. Dies belastet das Budget mehr als angenommen und eingeplant.

Natürlich vermissen wir die Freunde und Verwandten in Deutschland, auf der anderen Seite haben wir hier auch viele neue Freunde und Bekannte gewonnen, da es sich meist um Langzeitsegler handelt geht dies auch schnell und problemlos. Man ist einfach offener für neue Kontakte.

Wie geht es weiter? Zunächst mal wollen wir noch zum Ende diesen Jahres oder Anfang 2017 Richtung Cuba starten, dann sehen wir weiter. Gerade dieses Jahr mit seinem verrückten Wetter hat uns gelehrt nicht zu sehr feste Ziele und Zeiten ins Auge zu fassen. So ist halt das Seglerleben, das Wetter bestimmt und nicht wir.



25.08.2016
Nach Süden mit Hindernissen

Sonntags wollten wir starten, die Windvorhersage war gut. Freitag den 12.08.2016 um 18 Uhr zum letzten Stammtisch in der Mango Bay Bar, dann zurück zum Schiff. Auf Christianes Stirn zeigten sich bei der abendlichen Gesichtsreinigung ein paar dicke Pusteln auf der Stirn. Das hatten wir doch schon mal vor 12 Jahren in Spanien, Herpes. Salbe drauf und am nächsten Morgen sah alles noch schlimmer aus. Dazu kamen Nervenschmerzen im Gesicht, nach Recherchen im bordeigenen Medizinbuch und im Internet kamen wir zu dem Schluss, Herpes Zoster oder Gürtelrose. Montag war Feiertag, also am Dienstag zur Allgemeinärztin. Ein Dermatologe ist nur in Fort de France, ca. 60 km entfernt ansässig. Die erste Diagnose lag dann auch völlig daneben, das war keine eiterige Wunde. Nachdem wir die Ärztin davon überzeugt hatten, dass unsere Diagnose richtig war, verschrieb sie die entsprechenden Medikamente. An Abfahrt war natürlich nicht zu denken. Am Samstag den 20.8.2016 ging es dann wieder besser und wir beschlossen am Sonntag loszufahren.

In der Woche tauchten dann auf der Hurricanseite von Noaa( National Hurrican Center) ein paar Kreuze auf, also könnten Sich Hurricans entwickeln. Die Zugbahn sollte bei Nummer 1 aber Richtung Nordwest gehen, also draussen an uns vorbei. Bei Nummer 2 sah das schon anders aus, 2 Tage lang zog die tropische Depression in unsere Richtung. Dann kurze Entwarnung, das Teil wurde schwächer, erholte sich aber nach 2 Tagen. Da stand dann schon unser Aufbruch an.






Für Sonntag und Montag hatte der Wetterbericht östliche Winde mit 9 bis 12 Knoten vorhergesagt, gut für uns. Sonntag um 7 30 Uhr Abfahrt, draussen dann den Wingaker hoch. Traumsegeln, scheinbarer Wind aus 90 bis 110 Grad, bis zum südlichsten Ende von der nächsten Insel St. Lucia waren wir immer zwischen 6,5 und 8,5 Knoten schnell.






Dann plötzlich kein Wind mehr, also runter mit dem Spi/Wingaker. Dabei rutschte dann das Ende von einer Schot ins Wasser und wickelte sich um die Welle hinter dem Propeller. Der Motor wurde abgewürgt und nichts ging mehr. Also Tauchersachen an und unter das Schiff tauchen. Die Schot war fest in das Wellenlager gezogen, rausziehen ging nicht. Da musste ein scharfes Messer her und die Schot wurde abgeschnitten. Glück war dabei, dass der Seegang nur ca ½ m war, bei 2 oder 3 m Welle wird sowas sehr schwierig.
In der folgenden Zeit kam dann der Wind zeitweilig aus Südost, unter Gross und Genua teils mit Motor ging es dann weiter. Nachts um 0.30 Uhr gingen wir dann in der Admiralty Bay von Bequia vor Anker.







07.08.2016
Der Aufbruch naht

Noch sind wir auf Martinique, in der kommenden Woche geht es aber Richtung Süd, wenn der Wind mitspielt.

Das Wetter hat immer ein paar Überraschungen auf Lager, so hatten wir vor 10 Tagen plötzlich 3 Tage mit Schwachwind, das heisst in Boen nicht mehr als 5 Windstärken. Da gab es natürlich nur eins, Rolle und Pinsel raus und das neue Dach lackieren. Von unten sind wir nun komplett fertig, oben müssen noch ein paar Unebenheiten gespachtelt und dann die Endlackierung aufgebracht werden. Die Seitenteile für die Kuchenbude sind angebracht, ebenso die Sonnenschutzvorhänge. Alles bleibt fest am Dach, einfach abrollen und wieder aufrollen. Luxus pur. Darüber hinaus fangen wir mit dem neuen Dach Regenwasser auf, so haben wir letzte Woche in einem Tag gut 150 Liter aufgefangen. Gut zum Duschen, Wäsche waschen und Putzen.










Dann natürlich auch wieder Tage mit mehr Wind ( bis 7 Bf ), in unsere Ruhe platzte plötzlich ein Riesenpulk von Katamaranen und Motorbooten. Alle etwas gestört, kein vernünftiger Mensch brettert mit derartigen Geschwindigkeiten durch ein Ankerfeld. Natürlich auf nahezu jedem Boot andere, laute Musik und Partystimmung.










Dann sahen wir den Grund für die Riesenparty, die jährliche Yole Regatta rund um Martinique lief in Le Marin ein. Diese Boote sind ohnehin schon sehr kraftraubend zu segeln, dazu kommen dann die Motorbootfahrer die einfach zwischen den Booten durchheizen und entsprechende Wellen erzeugen. In der Nacht dann Party an Land, die Musik erinnert immer noch sehr stark an die Buschtrommeln in Afrika, karibische Musik klingt anders und ist nicht so nervtötend.








Nach 4 Stunden war der Spuk vorbei, alle fuhren zum Hafen und wir hatten wieder unsere Ruhe am Ankerplatz.
Der nächste Morgen brachte dann schöne Bilder, vor dem Hafen formierten sich die Yole Boote zum Start, dann ging es raus Richtung Sankt Anne. Eine Stunde später erinnerte nichts mehr an die Regatta.








Heute wird noch getaucht und das Unterwasserschiff gesäubert, dann noch die restlichen Einkäufe und warten auf den richtigen Wind. Gestern und Heute geht nichts, Südwind bzw. Südost.



19.07.2016
Mal wieder Arbeit

In den letzten Wochen auf Culebra und St.Martin/St.Maarten hatten wir Probleme mit der Elektrik. Die Kühlbox wollte nicht so richtig kalt werden und der Stromhaushalt stimmte auch nicht mehr. Wir haben dies eine Zeitlang darauf zurückgeführt, dass wir sehr viele Tage mit dichter Bewölkung und sehr wenig Wind hatten. Nachdem sich das Problem aber auch in Martinique fortsetzte ging es an die Ursachensuche. Keine Fehler im System, blieben nur die Batterien übrig. 6 dicke Batterien ausbauen, überprüfen, dann die teure Gewissheit, 5 von 6 Batterien sind hinüber. Nach vielen Recherchen welche Batterien wir nun nehmen sollen sind wir dann doch wieder bei den geschlossenen Säurebatterien gelandet. Die Dinger stehen nun mal unter unserem Bett, da sind offene, also ausgasende, nicht so angenehm.

Es wurde ruhig an unserem Ankerplatz, die Freunde von der Blue Lagoon, Carpe Diem und Azzurro gingen gemeinsam auf einen Urlaubstörn. Wir hielten Ankerwache.






Danach ging es an den Bau des festen Biminis. Das Wetter spielte nicht mit, mal zu viel Wind oder Regen, es zog sich hin. Nach 2 Wochen war der Rohbau fertig und die Solarpaneele wurden eingepasst.










Immer wieder eine schöne Arbeit, Schleifen. Das Schiff und wir sehen wie gepudert aus, nur dass Kunststoffstaub so schön juckt.






Eine Ablenkung und Zwangspause zwischendurch, schöne Regenbogen nach einem kräftigen Schauer.




Sozusagen bezugsfertig aber noch ohne Tapeten. Die Anlage ist fertig, es fehlt nur noch der letzte Schliff und die Lackierung. Schleifen geht noch hier, lackieren nicht. Es ist einfach zuviel Wind, da fliegt die Farbe von der Rolle bzw. vom Pinsel. Also lackieren wir erst in Grenada, da gibt es meist weniger Wind und eine gut geschützte Bucht. Dafür sind aber schon die Sonnenschutzblenden und die Seiten der „Kuchenbude“ fertig.
Jeden Tag natürlich der Sprung ins „kühle Nass“, na ja kühl ist es nicht wirklich, 28 Grad.












Nicht nur die Fock hat eine Überholung nötig, auch die Genua war fällig. Die Segelmacher hier sind teuer, also wird die Nähmaschine wieder rausgeholt und der "kleine Lappen" ( 50 qm) repariert. Ganz schön eng im Cockpit, aber es ging.







26.06.2016
Von Culebra nach Martinique

Erst einmal unseren Dank an Harvey und Anna, damit ist der erste Eintrag im Gästebuch 2016 erfolgt. Wir wünschten uns mehr davon.

Die Rückfahrt von Culebra aus war wieder mal ein Reinfall was das Wetter betraf. Die ersten 20 sm konnten wir noch segeln, danach kein Wind und Kabbelwelle. Also bis Norman Island (British Virgin Island) weiter unter Motor und dort die Nacht vor Anker verbracht. Am nächsten Morgen weiter Richtung St.Maarten, fast spiegelglattes Wasser und null Wind. Wieder unter Maschine die 90 sm bis zur Marigot Bay. Dort fiel dann der Anker für mehr als eine Woche, vor allem haben wir bei Island Water World kräftig eingekauft. Das hatte dann noch einen speziellen Grund, wir haben von dieser Firma eine Kundenkarte und für jeden Dollar Einkauf gibt es einen Punkt. Erreicht man 5000 Punkte gibt es einen Gutschein über 500 US Dollar. Da wir schon dicht an der Grenze waren haben wir noch die ohnehin notwendigen Sachen eingekauft und dann für den Gutschein und 120 Dollar zusätzlich 2 grosse 140 Watt Solarpanele bekommen.








Natürlich ging es im Freundeskreis auch einen Tag nach Grand Case zum Rippchenessen, lecker und günstig. Immer wieder einen Besuch wert.

Es ist langweilig, aber wirklich immer das gleiche. Man wartet auf den richtigen Wind, diesmal sagten die Wetterlügner Nordost voraus, dann kommt der Wind wieder aus Ostsüdost, also fast auf die Nase. Dazu noch ein paar heftige Squalls und schon hatte es unsere Fock erwischt. Arbeit für den Segelmacher.




Angesagte Richtung war Dominica, bei Wind aus 110 Grad aber nicht direkt zu machen. Nach ein paar Stunden Schlaf hinter Nevis kämpften wir uns bis Basse Terre/Guadeloupe, wieder ein paar Stunden Schlaf und dann nach Portsmouth/Dominica. Anker runter in der Prince Rupert Bay, einen Tag später kam dann auch die Sapphire mit Brigitta und Horst an, bei den beiden hatte es das Grosssegel erwischt.






Nach einer Woche Erholung dann ein gemütlicher Segelschlag nach Roseau, Hauptstadt von Dominica. Sieht das Meer nicht schön ruhig aus?




Das war am nächsten Morgen ganz anders. Wetterbericht Ostwind mit 10 bis 15 kn und 1 bis 2 m Welle. Wir kennen die Passage nach Martinique, da weht es immer mit 10 kn mehr. Also 2.Reff ins Grosssegel und die Genua nur ein kleines Stück raus. Dann ging die Rauschefahrt los. Bis zu 35 kn Wind aus Ost mit 3 – 4 m Welle, die Reling an Steuerbord zog 4 Stunden durchs Wasser. Der Autopilot sagte „ich will nicht mehr“ also geht der Skipper mal wieder ans Ruder. Die Crew klammerte sich derweil fest um nicht über Bord zu gehen. Die gute Seite, 31 sm in 4 Stunden, fast 8 kn Geschwindigkeit im Schnitt, nicht schlecht oder? Aber so was ist wirklich nur für ein paar Stunden zu machen, es kostet unglaublich viel Kraft. Hinter Martinique war dann besondere Obacht geboten, es trieben etliche Bambusbaumstämme herum. Bei der Welle nicht so einfach zu sehen. Noch eine Übernachtung in Grand Anse d`Arlet, dann lag die Einfahrt nach Le Marin vor uns. Ehrlich, auf diese Art der Rückfahrt hätten wir gerne verzichtet.






Hier wollen wir ein festes Bimini bauen, in den ersten 2 Wochen nicht machbar. Die erste Woche brachte Wind nicht unter 6 Bf, die zweite Woche Dauerregen. Also musste das Bauprojekt etwas warten.






Bei dem Mistwetter war nur die Segelschule unterwegs, da bekommt man das Segeln direkt warm ans Herz gelegt oder man muss schon sehr angefressen sein.



25.05.2016
Culebra Teil II

Die Insel ist nicht sehr gross, in einem Tag gut zu umrunden. Wir haben uns aber Zeit gelassen und in einigen Buchten geankert. Der schönste Ankerplatz war hinter den Riffen von Cubrelita, einer kleinen Insel unter Naturschutz. Superklares Wasser, man kann den Anker in 6 m Tiefe liegen sehen, sehr schöne Riffe zum Schnorcheln und Fische die gar nicht scheu waren. Einfach toll.














Am Strand, nur wir waren da, lagen die verschiedensten Arten von leider toten Korallen (Fächerkorallen, Hirnkorallen usw.) Ein paar besonders schöne und nicht zu grosse Stücke haben sich auf die Libertina verirrt. Am späten Nachmittag sahen wir dann unseren ersten Hai, direkt unter unserem Schiff. Die Crew hat sich geweigert ins Wasser zu gehen und Unterwasserfotos zu machen, also wurden die Fotos von Bord aus gemacht. Auf der Insel, wie auf vielen anderen Inseln auch, gibt es viele wilde Ziegen.






















Nach ein paar Tagen ging es dann wieder in die Ensenada Honda. Neue Verpflegung kaufen und die Insel mal zu Fuss erkunden. Von den Einheimischen wurden wir mal wieder angeguckt als wären wir verrückt, kein Mensch läuft dort grössere Strecken, wofür gibt es die schönen dicken Autos. Am Flughafen vorbei ging es bei über 30 Grad im Schatten, nur der war nicht da, gut 2 Meilen weit zum Flamenco Beach. Angeblich einem der schönsten Strände in der Welt, „the second most beautiful beach in the world by the Discovery Channel(Reiseführer). Ok, ganz feiner weisser Sand , lang und ein paar gute Imbissbuden. Man kann´s aushalten, selbst die Preise waren ok. Das war insgesamt so, das Preisniveau lag deutlich unter dem der US Virgin Islands.

























22.05.2016
Culebra Teil I

Von der US-Virgins Insel St.Thomas sind es gerade mal 20 sm nach Culebra (Puerto Rico), also auch USA, aber die Bürokratie ist immer dabei. Also ausklarieren und in Culebra wieder einklarieren. Alles natürlich im gleichen Computersystem, wo liegt da nur der Sinn?
Am 5.4.2016 nach 5 Stunden Fahrt teils mit Wind, den Rest unter Motor erreichten wir Culebra. Die Einfahrt in die Ensenada Honda, die Lagune in der Insel, ist gespickt mit Riffen. Kein Problem, die Tonnen helfen und bei guter Sicht kann man auch gut Unterwasserhindernisse erkennen. Bei der Einfahrt kann man auch direkt hinter dem Riff ankern, das haben wir später gemacht.











Der Hauptort der Insel ist etwas verschlafen und von der Grösse her übersichtlich. Es gibt ein herausragendes Bauwerk, die Hebebrücke. Leider nicht mehr in Betrieb, sonst hätte man sich auf dem Weg nach Puerto Rico ein paar Stunden sparen können. Am Ende des Wasserweges steht dann „ Hector Protector“ ein Kunstwerk aus Holz, sieht doch wie ein Wikinger und nicht wie ein Puerto Ricaner aus, oder? Die Lebensweise hier wird auf den grünen Shopschild deutlich, mal offen und dann wieder nicht. Als wir auf der Insel waren, war immer geschlossen. Das nächste Foto zeigt dann den grössten Supermarkt der Insel, nicht gerade berauschend für Amerika.



























Letztes Foto, Blick rüber nach Puerto Rico. Unser Entschluss nicht weiter nach Cuba zu fahren war goldrichtig, auch während der Zeit auf Culebra hatten wir so gut wie keinen Wind zum Segeln.



11.04.2016
US Virgins 2 + 3

Das Wetter ist weiter, soweit es den Wind betrifft, unbeständig und wenig geeignet um längere Strecken zu segeln. Da das Jahr (die Saison) auch schon weit fortgeschritten ist , haben wir das Ziel Cuba für dieses Jahr gestrichen. Sicher wären wir hingekommen, aber die Hurricansaison wäre dann schon so nah gewesen, dass eine sichere Rückfahrt zu den Windwardislands nicht mehr möglich gewesen wäre. Nächstes Jahr gehen wir früher los in der Hoffnung, das Wetter wird nicht von El Nino wieder durcheinander gebracht.

Die US Virgins bestehen aus 3 grösseren Inseln, auf St.Croix und St. Thomas leben jeweils um die 50.000 Menschen, auf St. John nur etwa 4000.
St. John war dann unser nächstes Ziel. Die Insel ist zu etwa 90 % ein Naturreservat. Nur in wenigen Buchten darf man ankern, ansonsten muss man an Moorings gehen für den stolzen Preis von 26 US $ pro Nacht.Vorher muss aber noch eine Genehmigung bei den Rangern eingeholt werden, damit man überhaupt in das Naturreservat einfahren kann. Wir haben dann in der Round Bay/Hansen Bay geankert, am Südostende der Insel. Sehr schön gelegen, aber auch absolut nichts los. Ab und an kam mal eine schwimmende Bar für einen halben Tag vorbei.












Eine kleine Wanderung am Ostersonntag, man kann sehr bescheiden wohnen oder auch etwas besser. Zu kaufen gibt es genug. Tolle Blüten, eine fantastische Felsküste, nur warum müssen die Häuser eigentlich immer genau am Abgrund gebaut werden? Das war´s auch schon von St. John, nichts los halt.














Gut 10 sm weiter nach Westen, schon waren wir auf St.Thomas. Zunächst ging es in die Christmas Bay, hinter der vorgelagerten kleinen Insel St. James. Ruhiges Liegen an einer kostenlosen Mooring, schönes Tauchrevier. Der Skipper kommt vom Schnorcheln am nahegelegenen Riff zurück, da ist der Bereich unter dem Schiff von kapitalen Besuchern besetzt. Ein Barracuda von ca. 1,2 m Länge und ca. 20 bis 30 Kingfische so zwischen 1 und 1,5 m Länge, also wird die Crew mit dem Auftrag ins Wasser geschickt Fotos zu machen. Wurde dann auch erfüllt.








In der Bucht lag auch ein älteres, grosses Segelschiff, umgebaut zur Pizzabude. Nach einem Blick auf die Karte haben wir von einer Bestellung Abstand genommen, das ging so bei 30 US $ los. Nichts für unseren Geldbeutel. Da backen wir uns lieber selbst eine Pizza, besser und wesentlich billiger.

Nächste Station war dann die Hauptstadt der US Virgins, Charlotte Amalie auf St. Thomas. Auch ein alter, dänischer Ort. Da aber die Bucht gross und tief genug ist, landen hier fast täglich bis zu 5 Kreuzfahrer an. Darauf ist der Ort voll ausgerichtet, in der Altstadt liegt ein Juwelierladen neben dem anderen, so 20 bis 30 sehr grosse Läden. Ist kein Cruiser da, sind die Läden geschlossen. Aber es gibt wenigstens einen grossen Supermarkt mit einigermassen vernünftigem Angebot.




























Dienstag, 5.4.2016, nach den Touristeninformationen sind 5 dicke Kreuzfahrer angekündigt. Für uns kann das nur heissen, Anker hoch und weg. Um 8.15 Uhr lagen die ersten 3 schon an der langen Pier, die anderen beiden mussten ein Stück weg im westlichen Bereich der Bucht an die Pier.








Aufpassen muss man in diesem Seegebiet ständig, flach und durchsetzt mit Felsen und Riffen, so wie dieser kleine Brocken.





03.04.2016
Immer wieder

Was wohl? Natürlich das Wetter. Sonntags fahren wir zur Bäckerei/Cafe, Wetterbericht im Internet schauen. Sieht super aus, die nächsten 8 Tage Ostwind mit 15 bis 20 kn. Also Abfahrt vorbereiten. Dienstag morgen läuft die "Sapphire" aus, wir bleiben über Kurzwelle in Kontakt. Der Wind schwächelt draussen, nur zwischen 5 und 10 kn meldet Horst. Wir nochmals zum Cafe, Wetterbericht schaut jetzt völlig anders aus. Mal wieder nähert sich ein ausgedehntes Schwachwindfeld von Nordost, keine guten Aussichten für den Trip nach Cuba. Mittwoch den 16.3.2016 geht der Anker auf und wir unter unserem neuen Spi Richtung Ost.








Premiere für den Spi/Wingaker, steht super und zieht uns bei 3 bis 7 kn Wind mit 5 kn gen Ost. Die vorhergesagte Welle aus Nordost hat es sich anders überlegt, kommt aus Sürost. Was soll´s. Wir beschliessen ebenso wie Horst und Brigitta zunächst nach St.Croix ( US Virgin Island) zu gehen. 10 sm vor Christiansted müssen wir den Spi runternehmen, sonst kommen wir bei Dunkelheit dort an. Da man durch ein ausgedehntes Riffgebiet muss, wollen wir erst bei Tageslicht dort sein. Um 07 30 Uhr fällt dann der Anker.








Die US Virgins waren bis 1917 Teil des dänischen Königreiches, die Dänen haben die 3 Inseln dann für 25 Millionen US Dollar an die USA verkauft. Das dänische Erbe ist aber überall zu sehen, vom Fort bis zur Altstadt, wie in Dänemark. Auch die Bevölkerung hat noch einen engen Bezug zu Dänemark, die dän. Flagge hängt neben der US-Flagge und wir wurden oft gefragt ob wir aus Dänemark kommen.

USA sind immer anders, Einklarieren ist kostenlos, dafür kostet es 5 $ einen Beutel Müll zu entsorgen. Reste von eingeführtem Obst und Gemüse dürfen nicht an Land gebracht werden sondern sollen min. 12 sm von der Küste entsorgt werden.
Fort und Ort sind sehr gepflegt, wir kamen genau zur rechten Zeit, 2 Tage nach unserer Ankunft wurde der St.Patricks Day gefeiert. Ein irischer Feiertag der dann wie Carneval gefeiert wird, also mit grossem Umzug.
























Sieht man sonst nicht so nah, Kingfische, ca. 1 bis 1,5 m lang. Da es hier eine Fischkrankheit, Ciguatera, gibt sind diese am Riff jagenden Fische für den menschlichen Verzehr nicht geeignet.














Wir sind in den USA, aber Internet ist kaum zu bekommen, wenn dann sehr langsam. Die Preise für Lebensmittel sind irre hoch, 8 pappige Burgerbrötchen fast 6 $, eine Mango 4 $ usw.. Gut das wir genügend Vorräte an Bord haben.



13.03.2016
St.Martin zum Zweiten

Im Gegensatz zum letzten Jahr sind wir dieses Mal nicht hier zum Arbeiten. Überraschung, oder? Unsere Freunde von der SY Sapphire, Brigitta und Horst waren schon ein paar Tage früher auf der Insel. Also konnten wir von Ihren Erfahrungen profitieren. Einklarieren geht nun noch günstiger und einfacher bei unserem Haus- und Hoflieferanten Island Water World (Schiffsbedarf natürlich), kostet nur 2 € die dann auch noch für einen guten Zweck gespendet werden. Die einheimischen Kinder bekommen von unserem Geld Schwimmunterricht.
Zusammen mit Brigitta und Horst haben wir dann einen Ausflug nach Grand Case gemacht, hauptsächlich um lecker Rippchen zu nagen. Aber auch sonst ein netter Ort.














Dann ausnahmsweise mal richtig gutes Wetter, siehe Foto Nr. 7. War aber schnell vorbei, es ist halt auch hier Winter und es regnet nicht selten. Gemeinsam ging es auf die Festung Fort Louis, wie man sieht halten es die Franzosen sehr locker mit der Waffenpflege. Die Haubitzen und Kanonen sind auf jeden Fall nicht mehr einsatzbereit. Aber man hat einen tollen Blick über die Marigot Bay und die Simpson Bay Lagune. Der Rückweg ging dann sehr flott, es rückte mal wieder eine Regenfront heran.


















Die letzte Woche haben wir in der Lagune geankert, ständig 5 – 7 Bf Wind und entsprechende Welle, da wird die ansonsten so schöne Marigot Bay ungemütlich. Nebenbei musste sich der Skipper noch einen Nerv aus einem Backenzahn ziehen lassen, es gibt schöneres.
Montag soll es weitergehen, wenn der Wind den Wetterbericht gelesen hat und sich daran hält, direkt nach Cuba. Ansonsten biegen wir nach Puerto Rico ab. Mal sehen.

Sollten wir es nach Cuba schaffen (es sind über 1000 sm), so bleiben dann erst mal neue Berichte aus. Internet gibt es nur selten und wenn sehr langsam und teuer. Das erzählen alle Segler die schon da waren.



24.02.2016
Antigua

Nach einer ruhigen und schnellen Fahrt von Guadeloupe sind wir am 13.2.2016 gegen 14 30 Uhr in die Bucht von Falmouth eingelaufen und haben vor dem Pigeon Beach den Anker eingefahren. Antigua ist das Mekka der Regattasegler in der Karibik, grosse und kleine Regattaboote waren überall zu sehen. Aber auch die etwas grösseren Motoryachten und Grosssegler sind zahlreich vertreten. Die Motoryacht „Air“ mit dem kleinen Hubschrauber drauf ist schlappe 83 m lang.










So sieht dann die Bucht mit unserem Ankerplatz aus, so wie man sich die Karibik vorstellt. Angeblich gibt es 364 Strände auf Antigua, da wird wohl jede kleine Bucht mitgezählt. Letztes Bild zeigt dann einen ganz mutigen Engländer, mit dem kleinen Teil ist der über den Atlantik gekommen. Allerdings nicht so ganz unbeschadet.








Nach 2 Tagen ging es dann ca. 15 sm weiter in die Bucht von Jolly Harbour, von dort aus sind wir mit dem Bus in den Norden der Insel zur Cubanischen Botschaft gefahren und haben für Cuba eine Touristencarte (so was wie ein Visum) gekauft. Wie man sieht ist die Insel deutlich flacher als die bisher besuchten Inseln. In St. John (Hauptstadt) dann dieses gigantische Denkmal für den Staatsgründer, erinnert irgendwie an Karneval oder? Ansonsten keine besondere Stadt.








An unserem neuen Ankerplatz kamen dann auch einige Regattayachten mit voll Speed durch das Ankerfeld, Antiguaflair. Rundblick über die Bucht, wo sieht man sonst solche Wasserfarben?










Dann war mal etwas Arbeit angesagt, am Unterboden unseres Dinghys hatte sich so manches Grünzeug und Barnickels (Seepocken) festgefressen. Unschön, kann auch schon mal die Verklebungen der Schläuche lösen und macht das Dinghy letztendlich langsam. Also mit verdünnter Salzsäure und Scheuerschwamm den Unterboden wieder sauber gemacht. Dann noch das reparierte Cover drauf und schon sieht alles wieder super aus.










Im Hafenbecken sind dann Seitenarme mit Häusern (eigener Anlegesteg natürlich) nett angelegt, da lässt es sich aushalten. Raus zurück zum Ankerplatz, man beachte die Heckwelle des Dinghys. Nicht bei schneller Fahrt, dann sieht es noch geiler aus.









03.02.2016
Saison 2016

Nach den vielen Arbeiten am Schiff folgt nun noch die letzte Arbeit um auslaufen zu können. Nach 2 Monaten in Le Marin ist das Unterwasserschiff wieder gut bewachsen, das muss noch runter. Zum Teil schon geschehen (heute) der Rest folgt morgen. Die Fische freuen sich immer über eine Säuberung, da fallen viele Leckerbissen wie winzige Krabben, Krebse etc. an.








Am Wochenende soll der Wind gut sein und wir wollen starten. Für die vielen Nichtsegler erklären wir, wonach wir uns bei der Planung richten müssen. Da ist der Zeitfaktor, ab Mitte Juni müssen wir entweder wieder aus der Hurricanzone raus sein oder aber einen sicheren Platz gefunden haben. Anders als beim Autofahren können wir auch nicht einfach sagen, wir fahren von da nach da, es muss immer die normale Windrichtung (entnimmt man den langjährigen Wetteraufzeichnungen) und die Strömung berücksichtigt werden. Unsere Planung sieht also erst einmal vor nach Antigua und Barbuda zu gehen, von da aus Richtung Puerto Rico, Jamaica und Cuba. Danach wird alles vom aktuellen Wetter abhängen, wir haben da mehrere Möglichkeiten ins Auge gefasst. Aber auch die Strecke bis Cuba ist ja schon durchaus anspruchsvoll, gute 1000 sm liegen vor uns.




Zum Schluss mal wieder einen der wunderschönen Sonnenuntergänge hier in Le Marin.





31.01.2016
Wenn das Jahr so weitergeht……

Nach den ersten 2 Wochen auf Martinique geht es natürlich mit diversen Arbeiten weiter. Hier ist halt die Versorgungslage so gut, dass wir fast alles bekommen an Ersatzteilen und auch Lebensmitteln.

Gut wenn man 2 Toiletten an Bord hat, so kann man auch mal ausweichen. Dieser Schlauch ist noch keine 3 Jahre eingebaut gewesen, wie man sieht aber von Ablagerungen so zugewachsen, dass nichts mehr durchging. Grund ist u.a., dass wir mit Salzwasser spülen. Also einen neuen Schlauch kaufen und einbauen. Ganz einfach oder? Sehr angenehm in einem Badezimmerschränkchen als Schlangenmensch zu liegen und dann noch einen sperrigen Schlauch auf diverse Anschlüsse zu schieben. Die Aktion hat 2 Tage gedauert.






In unserer Achterkabine/Schlafzimmer sind an der Rückwand 2 kleine Fenster eingebaut, leider zu klein um wirklich Luft reinzulassen und zudem auch nicht mehr in bestem Zustand. Also zumindest das Fenster über dem Bett musste gegen ein größeres getauscht werden. Sieht doch gut aus, oder?






Die nächste Segelsaison steht an, da müssen wir die Einkaufsmöglichkeiten nutzen und Vorräte auffüllen. Das sieht dann so aus wie auf den nächsten Fotos. Nur so als Info, wir haben u.a. ca. 80 l Milch, 20 Gläser Marmelade, 6 kg Müsli, 20 Tomatendosen, Fisch- und Wurstkonserven, 40 Rollen Toilettenpapier in vierfacher Länge und noch viele andere Sachen gebunkert.








Unsere liebe Freundin Birgit hat uns rechtzeitig vor Weihnachten ein Paket geschickt, der Transport und die Zollabwicklung waren allerdings so schnell, dass es erst am 20.01.2016 ankam. Als Überraschung war dann eine großzügige Portion Marzipan drin, dafür nochmals ganz lieben Dank. Der Rest waren dann Sachen, die wir hier nicht bekommen und deshalb in Deutschland bestellt haben. Gut das es Amazon und andere Versandhändler und natürlich Birgit gibt. Sie hat dann die restlichen Sachen für uns beschafft.






Auf der Fahrt von Carriacou nach Bequia war viel Wasser über das Deck gelaufen, ein Teil davon gelangte leider auch ins Schiff, wenn auch nur in die Bilgen. Da wir die Bilgen als Stauraum benötigen und benutzen, wurden auch div. Vorratsgläser nass. Das wollen wir natürlich nicht noch mal haben. Also gesucht und 3 Ursachen gefunden. Die Abdichtung zwischen Bugbeschlag und Deck war spröde geworden und teilweise rausgefallen. Das Lenzrohr im Ankerkasten hatte sich vom Laminat gelöst und ein Teil des Wassers lief nicht über das Rohr ins Meer zurück sondern in den unteren Ankerkasten. Punkt 3 war uns bekannt, aber wir hatten bisher nicht das Problem gesehen. Der Deckel vom Ankerkasten war abgeschrägt, also konnte die Welle immer grosse Mengen Wasser durch das Loch in den Ankerkasten schieben. Alle drei Probleme sind gelöst, natürlich mit entsprechend viel Arbeit.




















Für die Pantry haben wir uns dann noch den Luxus eines neuen Wasserhahnes gegönnt und gleichzeitig zum Vorspülen eine Salzwasserbrause mit elektrischer Pumpe eingebaut. Wieder 3 Tage Arbeit.




Wenn wir uns alleine die Arbeiten, die in diesem Bericht beschrieben sind vor Augen führen und dann auch noch sagen müssen, das tun wir alles freiwillig, wie bekloppt sind wir eigentlich? Na ja, es werden in den kommenden Monaten auch wieder schöne und vielleicht arbeitsfreie Tage kommen.

Zum Schluss noch ein paar Fotos von schönen Schiffen aus unserer Nachbarschaft.







01.01.2016


31.12.2015




22.12.2015


13.12.2015
Zu Hause? Fast.

Nach überstandener Grippe ging es dann von Carriacou nach Bequia, rauhe Bedingungen, 20 kn Wind mit 2 bis 3 m Welle und das fast gegen oder besser am Wind. An den nächsten 2 Tagen Ein- und Ausklarieren, einige Einkäufe und schon ging es weiter nach Norden. Ein langer Schlag bis zur Rodney Bay auf St.Lucia, dort nur übernachtet und dann noch rüber nach Martinique. Wenn man so will unser Zuhause in der Karibik.






Jetzt liegen wir zur Abwechslung mal nicht in Le Marin sondern vor St.Anne, ca. 4 km vor der grossen Bucht. Die Idee hatten natürlich auch viele andere Segler, so liegen wir hier zwischen den Riffen mit ca. 100 Booten. Die ersten Einkäufe liegen hinter uns, Käse, Pasteten, Baguette und einige süsse Versuchungen kamen mit uns. Die Süssigkeiten sind in den Geschäften die einzigen Hinweise, dass wir uns im Advent befinden und Weihnachten kurz vor der Türe steht. Einzig der schwarze Weihnachtsmann vor einer Boutique mit Sommerkleidern, Bikinis usw. war mal eine Ausnahme.










Auch wenn die Adventszeit schon fast vorbei ist, wünschen wir allen noch eine schöne Vorweihnachtszeit und keinen Einkaufsstress.



29.11.2015
Trinidad-Grenada-Grippe

Die Zeit in Trinidad zog sich hin, neben unseren Einkäufen haben wir auch bei der US Botschaft ein 10 Jahres Visum beantragt. Die Botschaft in Port of Spain ist die einzige US Botschaft in der Karibik, die diese Visa ausstellen kann. Also am Computer erstmal ein mehrseitiges Formular ausfüllen ( eine Seite Fragen wie: Wollen Sie in den USA einen Terroranschlag durchführen?), danach weiter ein Konto eröffnen, am nächsten Tag zur Bank fahren und die Gebühren in Bar/Cash einzahlen. Einen Tag später eine Mail von der Botschaft mit Vorschlägen für Termine für das Interview in der Botschaft. Dieses war dann eine Woche später ( Fingerabdrücke genommen , Fragen beantwortet) und 10 Tage später hatten wir unsere Pässe zurück mit den Visa. Ganz schöner Aufwand und 330 US $ teuer. Warum müssen eigentlich die Amis bei Besuch in Europa so was nicht machen und bezahlen?

Dann noch ein wenig Schweissen unserer Ankerkette, alle Glieder kontrollieren ( auch Edelstahl kann sich im Salzwasser zersetzen) und säubern. Da half dann Herbert von der SY Kallisto.








Das sind die Boote mit denen die Fischer aus Venezuela bis Brasilien auf Fischfang gehen, immer so zwischen 7 und 10 Mann an Bord und es wird sehr viel mit Leinen geangelt. Harter Job, aber alle Fischer die wir getroffen haben waren sehr freundlich. Wir würden im Wasser von Chaguaramas nicht schwimmen gehen, die dortigen Fische und Pelikane sehen das anders. Da wird zwischen den ankernden Yachten und der Berufsschifffahrt das Netz durchs Wasser gezogen und Fisch gefangen. Man könnte auf die Idee kommen, die fangen fertige Ölsardinen, bei der Ölschicht auf dem Wasser.








Die Überfahrt nach Grenada war dann gewohnt ruppig, sehr starker Stromversatz, wir mussten 30 Grad vorhalten um am richtigen Punkt in Grenada auszukommen. Danach ein paar Tage vor St.Georges, mit täglich wechselnden Cruisern am Dock. Die Saison ist wieder eröffnet, die Hurricansaison ist vorbei. Egal welches Wetter, die Leute werden mit einheimischen Kleinbooten über die Bucht an den Strand von Grand Anse geschippert. Dann ein paar Stunden im Liegestuhl ( schön teuer ), dann zurück auf den Cruiser. Dann kann man sagen, wir waren auf Grenada. Na ja, wer´s mag.










Dann noch ein Tagestörn runter nach Carriacou, anschliessend lagen wir beide auf der Nase. 2 Wochen heftigste Grippe, Christiane musste Antibiotika nehmen, sonst half nichts mehr. Wie man hier bei 30 bis 36 Grad sich eine Grippe einfängt? Ganz einfach. Ausklarieren in Trinidad, erst Immigration dann Customs. Durchgeschwitzt kommt man in die Büros rein, die sind dann erbarmungslos auf 18/19 Grad runtergekühlt. Die Büros sind dann meist so klein, dass man direkt in der „Schussrichtung“ der Klimaanlage steht. Dieses wiederholt sich dann einen Tag später in Grenada, das hält das beste Immunsystem nicht aus. Wir waren nicht die Einzigen. Deshalb auch so lange kein Bericht.



31.10.2015
Gulag auf Trinidad

Nachdem der Motor wieder seinen Dienst aufgenommen hatte, sind wir für 8 Tage in die "Marina" von Power Boats gegangen. In den Dieselfiltern war ja eine Menge Dreck, um nicht so schnell wieder Ärger zu bekommen wollten wir noch den Tank reinigen. Also die restlichen 60 L Diesel abgepumpt, den Tank mehrmals mit Tankreiniger gespült, den Diesel 2 mal durch die Filteranlage laufen lassen, dann war der Tank sauber.
Die Temperaturen sind dieses Jahr deutlich höher als im letzten Jahr, fast jeden Tag 35/36 Grad im Schatten und die hohe Luftfeuchtigkeit, da geht die Arbeit "besonders leicht" von der Hand. Noch ein paar andere Arbeiten erledigt, dann raus ins Ankerfeld von Chaguaramas. Mitten drin liegt dann noch so ein Nachbau eines Wikingerschiffes.








Direkt neben dem Ankerfeld liegen auch die Verladedocks der Grossschifffahrt, wie man sieht gehen die ganz schön dicht an den ankernden Seglern vorbei. Da aber alle Fahrten der grossen Pötte von Lotsen begleitet werden, laufen auch Wendemanöver etc. problemlos ab.












Samstag früh liegen ein paar Fischer aus Venezuela dicht bei uns. Rein ins Dinghy, Cigaretten in der Tasche, rüber zu den Jungs. Die sind immer scharf auf die Glimmstengel, 2 Päckchen plus 50 TT (7€) und schon hatten wir 4 dicke Snapper. Teils haben wir sie auf dem Grill gemacht, als Sushi oder als Filet gegessen. Superlecker.








In der Nacht auf Sonntag den 25.10.2015 ging ein heftiger Gewittersturm über die Bucht. 1 ½ Stunden lang fetzte es und um 3 Uhr war die Nacht vorbei. Unser Anker, natürlich gut eingefahren, hielt problemlos, bei anderen Schiffen sah das anders aus. Ankerkino nennen wir so etwas. Hektischer Betrieb auf einigen Booten, Motor an und dann Runden gedreht bis der Zirkus vorbei war. Wir mussten nur auf eine englische Ketsch aufpassen, niemand an Bord, diese driftete an uns vorbei und verfing sich dann am Wikingerboot. Am Morgen um 06 30 Uhr sind wir dann mit mehreren Dinghys rüber zu dem Engländer, haben ihn vom Wikinger weggezogen und gedrückt, dann seinen Anker und den Zweitanker in sicherer Entfernung gesetzt. Schlecht ausgerüstet, der hatte doch tatsächlich nur ca 25 m Kette im Ankerkasten. Bei einer Wassertiefe zwischen 10 und 15 m ist das natürlich viel zu wenig. Die Eigner kamen dann am Nachmittag zurück und haben sich artig bei den Rettern bedankt.












Bisher hat es hier im Vergleich zum letzten Jahr wenig geregnet, wenn dann aber mal ein Schauer runterkommt ist das schon eine Menge Wasser. Wir kamen vom Einkauf zurück, es hatte ca. 2 Stunden geschüttet, schon waren die Dinghys halb voll gelaufen. Also erstmal ausschöpfen bevor wir zurück zum Schiff konnten.







04.10.2015
So schön geplant....

2 Wochen haben wir auf den richtigen Wind gewartet um nach Tobago segeln zu können. Letzten Donnerstag war es dann soweit, lt. Wetterbericht Ost-Süd-Ost Wind der in der Nacht auf Ost zurückdrehen sollte. Wir also unter Motor und Segeln los, die Windrichtung stimmte. Kurz vor Mitternacht, Grenada verschwand gerade aus unserem Sichtbereich, drehte der Wind weiter nach Süd statt zurück nach Ost. Nahezu gleichzeitig ging die Motorleistung zurück, dieses Spiel hatten wir ja schon mal auf dem Törn von St.Maarten nach Guadeloupe. Damals war es der Feinfilter, den bei 1 bis 2 m Seegang zu wechseln ist kein Vergnügen. Also umentschlossen und Kurs auf Trinidad gesetzt.
Am nächsten Mittag kurz nach 12 Uhr erreichten wir dann die Einfahrt nach Chaguaramas, die Strömung stand mit 3 bis 4 kn gegen uns. Ganz langsam kamen wir voran, dann ging der Motor aus. Dies wiederholte sich immer wieder, wir kamen in 2 Stunden gerade mal 300 m voran.
Dann kam Hilfe von einem freundlichen Fischer, dieser nahm uns in Schlepp bis zur nächstgelegenen Ankerbucht, der Scotland-Bay. Anker runter und erst mal den Motor abkühlen lassen.
Am nächsten Morgen dann Filterwechsel, Motor entlüften, dann lief er wieder. Aber nicht lange. Nach einer Meile, exakt vor der Einfahrt in den Coastguardhafen ging er wieder aus und startete auch nicht wieder. Anker runter, keine 3 Minuten später kam ein grosses Dinghy mit 5 Leuten von der Coastguard, was wir denn da machen würden. Nach unserer Erklärung sagte man uns, wir sollten noch kurz versuchen den Motor zu starten, wenn der nicht liefe sollten wir das Segel hochziehen, wir wären ja ein Segelboot.
Motor startete nicht mehr, also die Fock ausgerollt und gemütlich zur Grand Fond Bay auf Monos Island gesegelt. Wieder den Anker runter und dann ging die Fehlersuche richtig los. Den ganzen Samstag Nachmittag ohne Erfolg. Sonntag dann nochmals das ganze Spritsystem Schritt für Schritt geprüft, es kam Diesel, aber nach 10 Minuten ging der Motor immer aus.
Ein Segler aus Trinidad schleppte uns dann Montag früh nach Chaguaramas, wo wir dann erst einmal einklarierten. Immigration und Customs waren nach unseren langen Erkärungen, warum wir erst Montag und nicht schon am Freitag kamen, so freundlich keine Strafgebühr/Overtime zu erheben.
Vor Anker liegend haben wir nochmals die Spritversorgung überprüft, dann endlich war der Fehler klar. Die Dieselpumpe förderte nur unregelmäsig Diesel, immer wenn ich nachgesehen habe kam der Diesel, danach dann wohl nicht mehr. So ein blödes 50 Cent Teil war in 3 Teile zerbrochen, siehe Foto.



Der Voreigner hatte uns ja einiges an Ersatzteilen hinterlassen, so u.a. auch eine Dieselpumpe. Nachdem diese eingebaut war lief der Motor wieder einwandfrei.



15.09.2015
Immer noch Grenada

Die Hurricansaison zieht sich hin, jeden Tag mehrmals im Internet nachsehen, kommt was Neues oder bleibt es ruhig. Der letzte Hurrican hatte sich gerade zum Sturm Erika abgeschwächt, dieser war aber so mit fetten Wolken voll, dass er sich ausgerechnet an einer der ärmsten Inseln ausschütten musste. Dominica, die schöne grüne Insel mit den liebenswerten Menschen bekam innerhalb von 12 Stunden 321 l Regen auf dem Quadratmeter ab. Unmöglich diese Wassermassen kontrolliert abzuleiten. Sämtliche Brücken der Insel wurden zerstört, über 200 Häuser und die meisten Schulen sind weg. Die Infrastruktur ist so stark geschädigt, dass die Insel in Ihrer Entwicklung um 20 Jahre zurück geworfen worden ist. Vermutlich über 50 Tote sind zu beklagen.

Hier auf Grenada finden die verschiedensten Aktionen statt um den Menschen auf Dominica zu helfen, die Segler haben gespendet und 3 Schiffe sind mit Lebensmitteln , Kleidung etc. nach Dominica gesegelt. Das Foto/Screenshot ist von www.caribbean360.com, da gibt es ausführliche Infos.




Zum Alltagsleben hier, es ist Regenzeit und dieses Jahr merken wir es richtig. Zeitweise schüttet es wie blöd, nass wird man des Öfteren.

Bei dem Dinghy-Conzert vor der Phare-Bleu-Marina hatten wir Glück, schönes Wetter und kein Regen. Mit unseren Freunden von der SY Sapphire, Brigitta und Horst, ging es per Dinghy in die nächste Bucht. Gute Musik, noch bessere Stimmung, und für kalte Getränke war auch gesorgt. So schön kann ein Samstagnachmittag sein.












Dann mal wieder etwas Bewegung. Mit Brigitta und Horst ging es zunächst mit dem Bus nach St.George, umsteigen und mit dem nächsten Bus Richtung Nord. Aussteigen in Concord und dann gut 3 km bergauf zu dem Concord Wasserfall. Schön warm, links und rechts von der Strasse im Busch versteckt ein paar Hütten mit Obst- und Gemüseanbau rundherum. Dahinter direkt der Urwald, gewöhnungsbedürftig. Wo hat man sowas schon in Europa?








Na, wer hat schon mal gesehen wie eine Ananas wächst oder einen Avocadobaum? Wieder mal wird uns klar, warum sich die Einwohner der Inseln ums Essen wenig Sorgen machen, fast jeder hat einen Garten und genug Obst und Gemüse. So eine Avocado deckt schon mal den Kalorienbedarf für einige Stunden, sie wird hier wie ein Apfel gegessen. Keine Schnickschnackfrucht wie bei uns.

Dann endlich hatten wir den Wasserfall erreicht, zwar nicht so schön wie die Wasserfälle auf Dominica, aber wir waren froh uns setzen und ein kühles Getränk zu uns nehmen zu können. Nochmals 1 ½ Stunden weiter gibt es dann zwar noch die schöner gelegenen Fontainbleu Falls, da wir noch zur Schokoladenfabrik in Victoria wollten, passten diese nicht mehr in unseren Zeitplan.










Zum Schluss nochmals ein nahezu unwirklicher Sonnenuntergang mit Libertina II, aufgenommen von Jennifer von der SY Three Sheets. Unglaubliche Farben, oder? Aber so erlebt.





30.08.2015
Carnival – Spice Mas auf Grenada

Unsere dritte Insel mit Carnival, nach St. Maarten und Bequia aber die deutlich grösste Veranstaltung.

Donnerstag den 7.August ging es mit einer Misswahl los, die haben wir aber noch nicht besucht. Freitags dann im Stadion das grosse Panorama Festival, ein Steelbandwettbewerb. Wir hatten uns auf Calypso und Reggae gefreut, weit gefehlt. Steelband, ok, wir hatten schon von Bands mit 30 Leuten gehört, hier aber traten Steelbandorchester mit bis zu 120 Ölfasstrommlern auf. Die spielen extra für den Wettbewerb komponierte Stücke, ehrlich gesagt nicht so richtig zum Hinhören. War aber trotzdem interessant. Der Ablauf der Veranstaltung war typisch Karibisch, Start mit 2 Stunden Verspätung, zwischen den einzelnen Orchestern lange Pausen, die mussten die Fässer ja selbst transportieren und aufbauen.








Das Wochenende haben wir dann Abstinenz vom Carnival gehalten, Montag sollte es dann weitergehen. Start so gegen 3 Uhr am Morgen, etwas zu früh für uns und auch nicht das was wir wollten. Da geht es darum, andere Besucher mit Altöl und Farbe zu beschmieren, warum?? Keine Ahnung. Mittags sollte dann ein Umzug stattfinden, genug Stände mit Essen und Trinken links und rechts der Strasse, es tat sich aber nichts. Später hörten wir dann, der Umzug hat im Stadion stattgefunden.
Im Yachtclub, unserem Feierzentrum, wurden dann Mädels für den Umzug am Dienstag geschminkt. Der grosse Strassenumzug, dominiert von lauter Musik und meist wenig bekleideten Menschen. Ist halt nicht mit unserem Karneval zu vergleichen, hier geht es nicht darum einen Winter (welchen auch?) zu verabschieden sondern es wird Lebensfreude gezeigt. Wer will kann so das ganze Jahr feiern, immer schön von Insel zu Insel und natürlich auch auf dem Festland.


































Nach den anstrengenden Tagen dann nur noch die Füsse hochgelegt und u.a. bei einem Gläschen den Sonnenuntergang genossen.





21.08.2015
Spannung

Die letzten 5 Tage drehte sich jedes Gespräch erst mal um eins, um "Danny". Wer Danny ist? Na zuerst war er mal ein loser Wolkenhaufen südwestlich von den Kap Verden. Dann jedoch begann er sich zu einem Tief zu organisieren, worauf die Fachleute beim amerikanischen National Hurrican Center ihn erstmal mit 40 % Wahrscheinlichkeit für einen Hurrican einstuften. Folge bei uns war natürlich, das wir Pläne machten falls Danny sich für die Richtung Grenada entscheidet. So langsam wurde aus dem Wolkenhaufen ein tropischer Sturm und es schien ziemlich sicher, er wird ein Hurrican.




In der Luxuswohnanlage neben unserem Ankerplatz wurden schon mal die möglichen „Fluggeschosse“ einschliesslich älterer Palmenblätter entfernt und die grossen Fenster mit Holzplatten verkleidet. Also auch die Einheimischen waren skeptisch.






Vor zwei Tagen wurde Danny zwar wesentlich kleiner, aber auch stärker. D.h. der Kerndruck des Sturmtiefs ging in den Keller und die Windgeschwindigkeiten deutlich höher. Hurrican der Stufe 1. Gestern dann nochmals ein Stück tiefer mit dem Luftdruck, nur noch 974 mb , also nunmehr die Stufe 2. Gleichzeitig ging er zum Glück für uns immer mehr in Richtung Nordwest, so dass er wohl die Windward Islands in Ruhe lassen wird. Die Fenster der Luxusherberge wurden dann heute auch wieder von den Holzplatten befreit. Wir können wieder ruhiger schlafen, bis zum nächsten Hurricanalarm.




Die beiden Screenshots/Wetterbilder sind von der NOAA Seite aufgenommen (amerikanisches National Hurricancenter)



17.08.2015
Auf Grenada mit Freunden

Da lagen wir nun zum ersten Mal in der Prickly Bay, na ja, schon ziemlich voll. Aber wir hatten unseren Ankerplatz direkt hinter dem Riff an der Buchteinfahrt gewählt, da war es nicht so voll wie hintendrin. Man muss ja auch immer dran denken, wir und die anderen Schiffe hängen nicht an einem Abwasserrohr, es geht alles ins Wasser!!! Da möchte man möglichst weit von den anderen Booten weg liegen.

Vorteil ist natürlich, man trifft sich mal schnell mit netten Bekannten oder Freunden und unternimmt zusammen was. So auch an einem der letzten Sonntage, kleine Wanderung von der Prickly Bay nach Hog Island. Gut 1 ½ Stunden zu laufen, Bergauf und Bergab, quer durch ein Naturschutzgebiet bei Mount Hartman. Erschreckend ist dann nur, wie mit diesem Gebiet umgegangen wird. Steht da ein LKW und lädt Papier und anderen Büromüll ab. Dann wird das Ganze in Brand gesteckt und man fährt weg. Unglaublich.

Angekommen auf Hog Island, erst mal der Rundumblick von der Brücke. Dann die verdiente Pause mit einem oder auch zwei Bierchen.



Blick von der Brücke auf die Hog Island Bay.





Die andere Seite, unsere Lieblingsbucht Woburn Bay.




Auf dem Rückweg war es dann lustig, siehe Hans-Peter von der SY Selivra. Kommt aus Österreich, ein ganz ein Netter .








Das letzte Wegstück geht, man würde bei uns sagen, durch eine Villengegend. Dann solche Raupen im Vorgarten, ganze Sträucher von oben bis unten voll damit, so um die 20 bis 30 cm lang. Wir wissen aber nicht was da mal rauskommt. Auf jeden Fall ein Gärtnerschreck.






Kommunikation findet zwischen den Seglern meist über VHF statt, also über UKW Sprechfunk. So kam dann auch in der Woche drauf mal ein überwiegend deutschsprachiger Grillabend zustande, aufgelockert von Holland. Jeder bringt einen Salat oder sonst was mit, von allem probiert jeder, dazu dann ein wenig Gegrilltes. Was will man mehr, einfach ein schöner Tag.















30.07.2015
Grenada, unsere Lieblingsinsel

Von Carriacou aus ging es südwärts mit gutem Wind nach Grenada. Hier fiel zunächst der Anker vor St.George, Sprit für den Aussenborder und diverse Vorräte einkaufen. So schön St.George auch ist, ankern in der sehr offenen Bucht ist kein Vergnügen. Meist rollt ein ordentlicher Schwell herein, so auch während unserer Ankerzeit, d.h. das Schiff rollt, dass man in der Nacht Mühe hat nicht aus der Koje zu rollen.

Nach ein paar Tagen ging es dann weiter in die Prickly Bay. Hier trafen wir die Crew des Catamarans "High Flight", Ilse und Wolfgang. Wir hatten uns vor 1 ½ Jahren auf den Kap Verden getroffen und immer wieder Kontakt per E-Mail gehalten. Das war natürliches ein grosses Hallo, die Beiden haben dann auch Ihren geplanten Abfahrttermin auf die ABC-Inseln um eine Woche verschoben.

Gemeinsam haben wir dann die Westküste von Grenada per Bus erkundet, eine sehr leckere Tour. Zunächst ging es nach Victoria, hier ist vor ca. 2 Jahren in einem historischen Gebäude eine Schokoladenfabrik eröffnet worden. Nach einer Führung durch die kleine Fabrik, die Maschinen wurden gebraucht in aller Welt zusammengekauft, ging es dann an die Verkostung. Es werden verschiedene Schokoladen mit mindestens 60 % Kakao hergestellt, der höchste Kakaoanteil liegt bei 100 %. Die ist dann aber mehr zum Kochen etc. gedacht. Sehr lecker alles, wenn auch nicht billig. Eine Tafel kostet knapp 3 €, aber es lohnt sich. Die Schokolade besteht nur aus Kakao und Zucker, keine Milch oder sonstige Zutaten. Die Kakaobohnen werden getrocknet, fermentiert und verarbeitet. Es gibt zwei Behälter von etwa 200 bis 300 Litern, wenn diese voll sind fängt die Schokoladenproduktion an, sind die Behälter leer wird keine Schokolade mehr gemacht. Bis zur nächsten Ladung. Nach unseren Gesichtspunkten nicht sehr wirtschaftlich, aber hier gehen die Uhren halt anders. Kein Stress und auch keinen Druck. Auch nicht schlecht.


















Die Rückfahrt ging dann zum wichtigsten Fischerort der Insel, Guoyave. Freitags findet dort immer ein grosses Fischessen statt, d.h. auf den Strassen werden Stände mit diversen Fischspezialitäten und Getränken aufgebaut. Bevor es aber zu diesem Fest ging haben wir noch die Nutmegfabrik besichtigt. Nutmeg, das sind Muskatnüsse. Die Muskatnuss wird getrocknet, sortiert und auf den Inhalt geprüft. D.h. ins Wasser damit, die Nüsse die obenauf schwimmen sind leer und werden aussortiert. Aus dem Fruchtfleisch über dem Kern, also der Muskatnuss, werden die verschiedensten Sachen gemacht. Grenada nennt sich auch Spice Island, sprich man hat es gerne scharf. Scharfe Sossen und Gewürze, Medizin und auch eine Honig ähnliche Flüssigkeit, alles wird aus dem Fruchtfleisch gemacht. Natürlich wird Nutmeg auf die verschiedenste Art und Weise gebraucht, so ist Bananaketchup mit Nutmeg sehr lecker und natürlich scharf.












Dann aber endlich zum Fischessen, sehr lecker und sehr günstig. Ein guter Abschluss des Tages.






Die letzten Fotos zeigen die Prickly Bay mit der Universität von St. George, hier lässt es sich aushalten. Sicher auch eine schöne Umgebung zum Studieren.








Einige Fotos sind nicht von uns sondern von Wolfgang (High Flight). Danke dafür.

11.07.2015
Zu den Holzbootbauern

In der Karibik gibt es nur noch 2 Inseln auf denen traditionell der Holzbootbau betrieben wird. Dies sind Petit Martinique und Carriacou. Unser Trip dorthin war leicht ruppig, zumindest die erste Hälfte. Von Bequia ging es vorbei an Canouan, Mayreau mit der schönen Ankerbucht Salt Whistle Bay und Union Island mit der Chatham Bay , Fotos 2 + 3. Da wir schon ausklariert hatten durften wir dort leider nicht mehr ankern.








Der Anker fiel dann wieder in der Tyrrel Bay auf Carriacou. Mit Ingrid und Jürgen vom Cat Maria Concordia haben wir dann die 2 Schiffswerften in Windward besucht. Da darf man sich natürlich keine Werft im üblichen Sinne vorstellen, das ist ein Platz direkt am Wasser unter Palmen. Dort werden dann mit einfachsten Mitteln die Schiffe gebaut. Das Holz für Spanten und Kielschwein kommt aus Guyana, die Beplankung etc. wird aus einheimischen White Cedar Bäumen hergestellt. Wie wir selbst erlebt haben ist der Arbeitsplatz dort gefährlich, bei den Palmen handelt es sich um Kokospalmen. Die Kokosnüsse fallen nun mal einfach runter wenn sie reif sind, bei uns landete eine keine 3 m entfernt. Trifft die mal einen auf dem Kopf, gibt es nicht nur eine Beule.
Das erste Schiff, nur Kiel und Spanten, wird ein Cargoschiff, also kleiner Frachter. Das Zweite, schon deutlich weiter im Bau, wird ein 42 Fuss Segler, Gesamtgewicht des Holzbaues ca. 7 bis 8 to. Die Schiffe segeln sehr gut und, was für die Gewässer sehr wichtig ist, sie haben keinen grossen Tiefgang. Der Bau eines Schiffes dauert ca. 3 Monate und nur der Holzbau kostet 80.000 US $.
















Der Rückweg, alles mit den kleinen Raserbussen, ging quer über die Berge nach Hillsborough mit der grossen Bucht.






Vor ein paar Tagen sind wir dann genau in diese Bucht gefahren und haben uns hinter Sandy Island an eine Mooring gelegt. Das ganze liegt in einem Marinepark, also ankern ist nicht erlaubt, ebenso darf man nicht fischen. Das hält natürlich die grossen Fischfresser, Pelikane, Tölpel und Möwen nicht davon ab hier zu jagen. Bei dem Fischreichtum ein leichtes Unterfangen.

Carriacou heisst übersetzt : Insel von Riffen umgeben. Dem können wir nur zustimmen, hier liegt ein Riff hinter dem Anderen. Dazwischen ist es aber tief, man sieht selbst grosse Segler können dicht an Sandy Island vorbeifahren, zwischen den Riffen hindurch.


















Gestern hatten wir noch einen tollen Sonnenuntergang, heute hat es den ganzen Tag geregnet. Es ist halt Regenzeit, Natur und Menschen brauchen das Wasser auch dringend.







25.06.2015
Wo ist das Azorenhoch ?

Da sind wir nun seit 4 Wochen auf Bequia, vor 2 Wochen wollten wir schon Richtung der Tobago Cays starten. Da aber das Azorenhoch nicht an seinem normalen Platz ist sondern so 1000 bis 1500 sm weiter nach West/Südwest rumliegt, kriegt Mitteleuropa keinen vernünftigen Sommer und wir statt der normalen Regenzeit einen ausgedehnten Passat.



So oder ähnlich sieht die Wetterkarte aus. Kopiert bei Passage Weather.


Die Folgen für uns sind täglich zwischen 20 und 30 kn Wind aus Ost (6 bis 7 Bf) mit ordentlich Saharasand dabei. Die Libertina II sieht aus wie Sau, alles voller Sand. Es regnet viel zu wenig für die Jahreszeit, darum sehen die Berge auch immer noch mehr braungrün statt sattgrün aus. Dazu bringt der Wind natürlich auch eine anständige Welle mit sich. Die Tobago Cays sind ein Riffgürtel, dahinter kann man ankern und wunderbar schnorcheln und tauchen, nur wenn die Wellen hoch über das Riff laufen ist damit nichts. Deshalb sind wir noch auf Bequia.

Letzte Woche haben wir dann mal an einem schönen Tag eine Wanderung auf die andere Inselseite gemacht. Hier ist alles sehr bergig, also erstmal Strassen (würden bei uns so nicht bezeichnet) mit 20 % Steigung bergauf und auf der anderen Seite wieder runter.
An der Friendship Bay liegt dann das Tophotel der Insel, das Bequia Beach Hotel.















Die „Strasse“ führt rund um die Bucht nach La Pompe und Paget Farm, lockere Bebauung mit einfachen Häusern aber auch Ferienvillen von Ausländern. Alles quer durcheinander. Es gibt aber keine Bretterbuden wie auf den anderen Inseln. Unübersehbar mit einem Karibikstrand wie wir uns das Zuhause in Deutschland vorstellen.














Alle Leute sind immer ausgesprochen nett, was bei dem Einen oder Anderen auch daran liegen mag, dass man nach einem Joint immer locker drauf ist. Wir haben noch auf keiner Insel erlebt, dass nach unserer Schätzung 50 % der Leute ständig high sind. Aber nett.

Karneval in der Karibik ist ganz leicht angelehnt an den In Brasilien, mit ein paar Abweichungen. Hier das abfotographierte Bild aus der hiesigen Inselbroschüre.




Der Karneval zieht von Insel zu Insel schön über das Jahr verteilt, da kommt keine Langeweile auf. Ein paar Gebräuche sind uns fremd, so z.B. dass man sich mit Farbe oder Öl bewirft. Dazu ist dann der Alkohol zur Karnevalszeit besonders günstig, man sieht gelegentlich die Folgen. Hier auf Bequia bestand der „Rosenmontagszug“ aus einem Musik-LKW und ein paar hundert angemalten Fussgängergruppen. Die Musikanlage auf dem LKW mit Anhänger wurde von einem grossen Stromgenerator versorgt, bei der Lautstärke musste der auch so gross sein. Nicht nur die Reifen gingen so langsam in die Knie, zum Schluss streikte dann auch das Getriebe. Also endete der Zug einen halben Kilometer früher.


















Nur zur Erklärung, die Frauen sind hier nur so dick, weil die Männer das angeblich lieben. Man muss halt für alles nur eine Ausrede haben.



11.06.2015
Ruhige Fahrt zur Insel der Wolken

Überraschung, die Fahrt von Martinique nach Bequia war ausgesprochen ruhig, etwas weniger Wind als in der Vorhersage geschrieben war. Auch mal schön, nach 22 Stunden ruhigem Segeln mit etwas Motorunterstützung für ein paar Stunden, wieder den Anker in der Admirality Bay fallen zu lassen.






Am Vortag gab es noch eine böse Überraschung, wir waren fertig zur Abfahrt, Motor starten, Pustekuchen, da tat sich nichts. Kein Piep vom Anlasser und auch am Motorpaneel keine Anzeige, also kein Strom da. Die Batterie war es nicht, Verdacht auf das Zündschloss, Fehlanzeige. Matthias von der SY Jasina, gelernter 1. Ingenieur in der Berufsschifffahrt, fand dann den Fehler. Im Kabelstrang steckte der Fehlerteufel. Die Motorenbauer müssen einen an der Waffel haben, für das Hauptkabel zum Zündschloss nehmen die 3 mm2!!!! Da fliessen mal schnell mehr als 40 Amphere durch, die Folge, das Kabel wird schön warm ( da verbrennt man sich die Finger dran ) und der Verbindungsstecker mit Bakelitgehäuse war schon geschmolzen. Neue Verbindung gemacht, da waren dann 4 Stunden um und wir haben die Abfahrt auf den nächsten Tag verschoben.

Wir lagen schon ein paar Tage vor Anker, da sieht plötzlich die Bordfrau, dass sich bei unserem kanadischen Nachbarn das Dinghy auf und davon macht. Also schnell das eigene Dinghy gestartet und den Ausreisser eingefangen und zurück gebracht. Der Nachbar , Derek, konnte sich nicht erklären wie der dicke Karabinerhaken aufgegangen sei, in Zukunft gibt es wieder einen vernünftigen Knoten. Zwei Tage später die nächste Rettungsaktion. Über das UKW Netz kommt der Ruf, dass ein grosses Boot durchs Ankerfeld treibt. Ab ins Dinghy, da ist die 60 Fuss (gut 17 m) Yacht von Björn, einem netten Dänen. Auf Drift gegangen und treibt gerade aus der Bucht. Zusammen mit 4 anderen Skippern fangen wir das Teil ein und versuchen es zur nächsten Boje zu schleppen. Erfolglos, aber dann kommt noch ein Schneeflöckchen mit festem Boot und 40 Ps Aussenborder, zusammen gelingt es dann doch. Die Ursache war schnell gefunden, die nagelneue Ankerkette war gebrochen, von 50 m Kette ( 13 mm) hing nur noch ein Rest am Schiff. Björn bedankte sich später bei allen Beteiligten (mit ein paar Flaschen Wein) und es stellte sich heraus, dass ein Verbindungsstück zwischen den 2 neuen 50 m Kettenstücken gebrochen war.










Nachdem wir schon fast 2 Wochen vor Anker lagen, taucht plötzlich die SY Sapphire mit Brigitta und Horst neben uns auf. Haben die Beiden doch auf der Fahrt bei 7 bis 7,5 kn Geschwindigkeit einen kapitalen Segelfisch /Sailfish von 2 m Länge gefangen. Der gehört zur Familie der Schwertfische, ein richtiger Kämpfer. Eine Stunde hat Horst mit ihm gekämpft bevor der Fisch an Bord war. Reiche Beute, fachgerecht zerlegt, bekamen auch wir eine anständige Portion ab.








Die meisten geben es ja nicht zu, aber in wieviel Badewannen schwimmt nicht so eine gelbe Ente a la Loriot. Bei uns nicht, wir schwimmen z.B. mit dieser netten Schildkröte. Mal was Anderes.







23.05.2015
Zurück auf Martinique

Nachdem Heidi und Rainer von Bord sind ging für uns die Fahrt weiter, Ziel Martinique. Das wurde die nasseste Fahrt bisher. Die Inseln Dominica und Martinique haben beidseitig der Durchfahrt sehr hohe Berge, der Wind wird also schön gepresst und es bläst dort immer 1 – 2 Bf mehr als sonst. Wir hatten durchschnittlich 30 bis 35 kn Wind, über 3 m Welle von der Seite, soviel Wasser hat unsere "Dicke" selbst auf der Atlantiküberfahrt nicht überbekommen. Nach gut 6 harten Stunden haben wir dann die Nordspitze von Martinique erreicht. Danach ging es ruhiger weiter, gegen 17 30 Uhr fiel dann der Anker vor Fort-de-France.










Auf unserem Törn nach Guadeloupe war uns der Aussenbordhalter gebrochen. Plastikindustrieware, der Aussenborder wiegt knapp 40 kg, die Halterung sollte bis 47 kg halten, tat sie aber nicht. Sehr lustig wenn bei harten Bedingungen so ein Teil bricht und irgendwelche Sicherungen angebracht werden müssen, um den Aussenbordmotor nicht zu verlieren. So ein Schrott wird nicht noch mal gekauft, also wird was Kräftiges aus stabilem Holz gebaut.






Danach ging es weiter nach Le Marin, unserem Lieblingsankerplatz. Hier liegt man sicher und ruhig. Wiedersehen mit Freunden, etwas am Schiff tun und auch mal die Füsse von sich strecken. Das konnte natürlich nicht lange gut gehen, plötzlich meldeten sich die Zähne beim Skipper. Also zur Zahnärztin, eine Ungarin die gut Deutsch spricht. Hatte sich doch was zwischen Zahnfleisch und Zähnen breitgemacht, Karies bis in die Wurzel. 2 Wurzelbehandlungen waren fällig. 2 Tage später, es werden ein paar Datteln genascht, hat sich doch in eine Dattel ein zweiter Kern geschlichen. Darauf gebissen, schon bricht auf der anderen Seite ein Zahn ab. Nächste Wurzelbehandlung und anschliessend eine Füllung und 2 Kronen. Das macht Spass. Nach 2 langen Wochen war dann auch dieses Thema erledigt.


Zusammen mit Regina und Matthias von der SY Jasina haben wir dann noch einen Mietwagen genommen, grosse Einkaufstour. Von 10 Uhr bis kurz vor 18 Uhr waren wir unterwegs, es kam was zusammen. Dann noch das Zeug in die Dinghys packen und zurück zu den Schiffen. Auch in Le Marin haben wir ordentlich gebunkert, die nächsten 2 bis 3 Monate , vielleicht auch länger wenn wir sparsam sind, sollten diese Vorräte unseren Lebensmittelverbrauch etc. decken. Frische Sachen wie Obst, Gemüse etc. wird dann vor Ort gekauft. Diese Vorratshaltung spart eine Menge Geld, auf den englischen Inseln kostet Milch um die 2 € pro Liter, eine Rolle (klein) Toilettenpapier 1€, Käse beschränkt sich auf das Angebot von Cheddar aus Neuseeland usw.. Der tägliche Kaffee wird sonst zum Luxus, so ein 100 gr. Glas löslicher Kaffee kostet mal schnell 8 bis 10 €. Muss nicht sein, also hier kaufen und mitnehmen.






In zwei Tagen segeln wir wieder los, es geht Richtung Süd, ab dem 15.6. eines jeden Jahres beginnt versicherungstechnisch die Hurricansaison, da müssen wir südlich von Bequia sein. Dort geht es dann hin.



29.04.2015
Dominica

Von den Saintes Inseln segelten wir einen schönen Törn, auch mit Regenschauer , aber leider ohne Erfolg beim Fischfang bis Dominica. In der Prince Rupert Bay fiel der Anker, Platz genug und Ruhe. Letzteres änderte sich später, zwei Mal die Woche wird die Bucht von lauter Discomusik beschallt, die Drumms halten wach.
Dominica ist die grünste und damit auch regenreichste Insel der Karibik. Die Vulkanberge, davon 7 noch aktiv, steiler und enger beieinander als auf den anderen Inseln. Angeblich soll es 365 Flüsse geben, es ist halt eine Frage der Definition ab wann ein Wasserrinnsal ein Fluss ist.
Links neben uns der Nationalpark Cabrits mit Fort Shirley. Die alten Kanonen hatten eine Reichweite von 1,5 sm, also über 3 km. Damit konnte man jedes Schiff in der Bucht treffen.














Mit unserem Guide Albert machten wir dann eine wirklich schöne Flussfahrt, zwar alles Nationalpark und man darf nur mit Guide rein, das hindert aber nicht dort auch Szenen aus der Serie „ Fluch der Karibik“ zu drehen und dafür eine Holzhütte mit Steg zu bauen. Die wird lt. Führer auch in anderen Filmen verwendet.












Mit dem gemieteten Honda CRV und 128 PS ging es dann auf Inselentdeckung. Eine der schönsten Inseln die wir bisher gesehen haben, auch wenn wie üblich der Strassenbau gewöhnungsbedürftig ist. Steigungen wie sie es in den Alpen nicht gibt, an einer mussten wir aussteigen, der Wagen kam vollbesetzt einfach nicht hoch. Quer über die Nordhälfte der Insel ging es zur Ostküste.










Eine wunderschöne Küstenlandschaft, die Menschen überall unglaublich freundlich, obwohl einen die Armut geradezu anspringt. Die Dorfjugend spielt derweil Cricket, von den ehemaligen Kolonialherren übernommen. Vorbei am Flughafen dann wieder eine der Besonderheiten. Musik wird überall geliebt und in einer wahnsinnigen Lautstärke gespielt. Die Bretterbude mit den Boxen beschallt die ganze Ortschaft, kein Einzelfall.
















Ruhe danach, durch den Regenwald laufen zu einem der vielen Wasserfälle. Entsprechend der Flussanzahl gibt es davon mehr als genug.












Die Qualität der Strassen bzw. die Tiefe der Schlaglöcher nötigt ab und zu eine Pause zu machen. Solche Strassen sind für unsere Bandscheiben nicht geeignet. Insbesondere da die zu bekommenden Mietwagen auch nicht mehr die Neuesten sind.








Noch ein letzter schöner Törn die Westküste entlang bis Roseau, dann waren die 2 1/2 Wochen mit Heidi und Rainer zu Ende. Eine sehr schöne Zeit, wir haben viel erlebt und noch mehr gelacht, von uns aus gerne wieder. Wir können uns dem Fazit von den Beiden in Ihrem Gastbeitrag nur anschliessen.



20.04.2015
Wir wieder

Nach dem langen Gastbeitrag, danke an Heidi und Rainer, nun wieder mal was von uns.
Von St.Maarten aus ging es über rund 150 sm bis nach Guadeloupe. Natürlich stimmte der Wetterbericht wieder nicht, wofür schauen wir uns den eigentlich noch an, so dass es ein anspruchsvoller Törn wurde. Statt Nordostwind und Nordwelle gab es Südostwind und Welle, also den grössten Teil der Strecke ein hart am Wind Kurs. Kurz vor Guadeloupe machte dann noch der Motor Mucken, es stellte sich später raus, dass der Dieselfeinfilter dicht war. Geplant war direkt nach Point- a- Pitre auf Guadeloupe zu laufen. Ab der Südwestecke von Guadeloupe gab es aber Ostwind mit 25 kn und 2 m Welle, da gegenan ging nicht. Telephonieren mit Rainer und Heidi, die wir am nächsten Tag in Point-a-Pitre an Bord nehmen wollten, umdisponiert. Wir laufen ab zu den Saintes Inseln und wenn der Wind es zulässt weiter nach Point-a-Pitre, die Beiden nehmen sich derweil ein Zimmer auf der Insel. Einen Tag später konnten wir dann das Reststück segeln und uns mit Heidi und Rainer treffen.




Die nächsten Tage ging es dann mit dem Mietwagen über die Insel, mal Strand und mal Regenwald. Das liegt auf den meisten Inseln der Karibik dicht beieinander.














Noch schnell genug Futter gebunkert und dann ging es zu Viert rüber zu den Saintes Inseln. Lagen wir da nicht schön? Aber selbst bei den grossen Wohnsilos hat sich das rumgesprochen, kurz nach uns kam doch so ein Teil an.












Die Inseln sind nicht nur schön sondern auch sehr übersichtlich, man kann fast alles zu Fuss erledigen. Bei den hiesigen Temperaturen schon etwas anstrengend, aber man sieht auch viel. Erstmals auf den Karibischen Inseln sahen wir, dass es wie bei uns eine Mülltrennung gibt. Nach Art der Verpackung wird wohl auch damit Geld verdient. Weiter so.
















Nach all diesen Anstrengungen gönnten wir uns ein leckeres Eis auf der Hotelterrasse, die Anlage liegt wunderschön am Ende der Ankerbucht. Danke an alle Europäer, die haben diesen Hotelbau mit über 50 % gesponsert, lt. EU-Plakat. Was die EU nicht alles so bezahlt, oder?
Jeden Tag mal eben so ins klare aber nicht kalte Wasser (27 Grad), das macht so richtig Spass. Auch wenn Christiane immer sagt das Wasser wäre kalt???? Aber Wassergymnastik hält halt fit.










Auf der Nachbarinsel, wo man nur bei Vorbestellung im Restaurant was zu essen bekommt, gab es einen schönen Kinderspielplatz mit Kunstiguana und lebendigen Tieren. Ein echter Iguana sitzt dann im Leberwurstbaum. Wieso Leberwurstbaum??? Typisch deutsche Übersetzung, in Frankreich ist das ein Wurstbaum.







11.04.2015
Gastbeitrag - etwas länger



"Mensch, seht Ihr gut aus, leck mich in der Täsch!"
Kölsche Töne in Guadeloupe.
???
Ach ja, die mit einem abwechslungsreichen Bespassungsprogramm im Moment geforderte Crew der Libertina II hat mich vor die Wahl gestellt: Latrine putzen oder Gastbeitrag schreiben. Nun, das haben sie nun davon, und IHR könnt Euch ja nicht wehren! Im Moment sitzt Rainer an der Tastatur, um die letzten Tage in Worte zu fassen, sofern man das überhaupt kann. Heidi und ich sind seit über 2 Wochen Gäste auf der Libertina II.

Zwei Tage nach unserem Wiedersehen in der Marina in Pointe-a-Pitre und rund 20 Monate nach der Verabschiedung in Faro, Portugal, sind wir mit etlichen "Kleinigkeiten" im Gepäck angeheuert und haben unsere Kojen bezogen.
"Lass uns doch mal in den Norden von Bass Terre fahren, da zeigen wir Euch, wo wir in Deshaies geankert haben."
"Juut, wann solle mir los fahren?" - "Wenn wir fertig sind!"
Hm, super Zeitangabe bei Seglern.



"Halt, stopp, da gibt es frische Kokosnüsse!" Der Rasta war ein Netter und wurde richtig gesprächig, soweit wir das überhaupt verstanden. " I like Hamburg, Freiburg, Dortmund..." - "Hey, super, me too." Wir saugen die frisch aufgeschlagenen Trinknüsse leer, herrlich! Versorgen uns mit einer 1 1/2 ltr .Wasserflasche voller Kokosnusswasser plus die gleiche Menge frisch gepresstem Zuckerrohrsaft als Wegzehrung, Erinnerungsfotos, Abmarsch.

Wenn es eigentlich nix Besonderes zu sehen gibt, dann muss man aber trotzdem DIESEN Wasserfall gesehen haben, denn sonst war man ja nicht auf Guadeloupe, Tobago...lässt sich beliebig fortsetzen. Also nix wie hin, gedämpfte Erwartungen bestätigt bekommen, Erinnerungsfoto, Abmarsch, wir können jetzt mitreden. "Wasserfälle sind wie Kerle, kennst Du einen, kennst Du alle" um mal Christiane zu zitieren.



Vorher noch Picknick in Deshaies. Finden die einzige freie Parkbank mit integriertem Tisch im Schatten (!!!) ca. 150 m vom Müllplatz des Dorfes entfernt. Egal, et is wärm in der Karibik, Heidi und ich haben immer noch leichte Anpassungsschwierigkeiten, wir suchen Schatten. Aber da müssen wir jetzt durch. Punkt.
"Morgen gucken wir uns mal Grand Terre an, und dann hauen wir ab zu den Saintes".
"Prima, dann würde ich gerne Port Louis sehen, von dort sind wir damals rüber nach Antigua."

Mittlerweile haben Heidi und ich unsere Kojen im geräumigen Vorschiff eingemieft. Entgegen früherer Erfahrungen musste ich diesmal kein Klo reparieren. Alles tip-top. Und überhaupt: Ein eigenes Klo!! Luxus pur.
Bordroutine stellt sich ein, Kopf einziehen, Knie hoch. Beulen am Kopf und kleine Schürfwunden am Knie helfen dem Erinnerungsvermögen nach.

„Und morgen kaufen wir auch noch Proviant ein, und am Mittwoch geht’s ab zu den Saintes.“ Skipper’s Worten widerspricht keiner. Im Supermarkt stellt sich auch schnell heraus, wie die Hierarchie verteilt ist: Wer den Einkaufswagen schieben darf, steht jedenfalls nicht oben. Aber: Man sieht den Chef de Cuisine gedanklich schon Mehrgängemenüs zusammenstellen. Besser man schiebt die Karre still vor sich hin; viel besser, als dass man später selber kochen muss.



Ost mit 15 Knoten, Welle ca. 1 m, wir laufen mit 5 Knoten Richtung Iles des Saintes. „Für das kurze Stück lohnt es sich nicht das Groß zu setzen, wir belassen es bei der Genua.“ Ist uns egal, für Heidi & mich geht es jetzt nur darum,, nicht zu „opfern“. Selbst als der Wind einschläft und die eiserne Genua (=Maschine, für die Landratten) aushilft, werden wir nicht seekrank. Halleluja!



Ankunft auf den Iles des Saintes kurz nach Sonnenuntergang, super für die Fotos, nicht so super für das Ankermanöver mitten in einem Ankerfeld bei stark abfallendem Ankergrund. Nach dem 3. Anlauf ist der Haken endlich souverän eingefahren und hält. Inzwischen ist es pottendunkel. So ist das halt in der Karibik: Kaum ist die Sonne weg, ist es auch schon düster, da vergehen keine 15 Minuten. Einer dreht den Schalter um: Licht aus.



„Festhalten!“ Mach‘ ich doch die ganze Zeit… Wolfgang zeigt mal, was sein neues Dinghi und der 15 PS Außenborder so drauf hat. Ich reite auf dem Beiboot wie auf einem wildgewordenen Stier, langsam jaulen die Bandscheiben. Wir gleiten (darunter habe ich bisher was anderes verstanden) von Wellenkamm zu Wellenkamm. Gischt spritzt hoch und ehe sie mir ins Gesicht fliegen kann, sind wir schon vorbei. Ein Höllenritt, aber echt geil.

Wir drängeln uns zwischen den geschätzten 1000 Kreuzfahrttouristen zum Internetbüro, wo man ruck-zuck online einklarieren kann. Frankreich macht es leicht für Segler, wenn doch alle so wären.

„Wie wär’s mit ´nem ordentlichen Kaffee und Croissant?“ – „Wo?!“

Das Café liegt etwas versteckt, ist innen angenehm klimatisiert, wir sind die einzigen Gäste, Croissant ist köstlich. Wir nehmen noch ein paar Baguettes mit und Croissants für die wartende Crew an Bord.

Die Tage in den Saintes vergehen im Flug. Wir besuchen noch die einzige weitere bewohnte Insel Terre-de-Bas, aber mit der Fähre. Beim einzigen geöffneten Restaurant bekommen wir keinen Tisch, weil wir vorher nicht telefonisch reserviert haben.

Hä???!

Wie denn? Wer kann denn von uns Französisch und wer hat denn die Telefonnummer?



Wir finden auf dem Rückweg dann eine Imbissbude und dort gibt es Fritten rot/weiß, aber satt. Echt creolisch. Danach Eiscreme.

Der Tag ist gerettet – wir sind versöhnt.

„Die 20 Seemeilen nach Dominica werden ein Supersegeltörn“ verspricht Wolfgang. „Alles paßt: Wind und Welle aus der richtigen Richtung.“

Ja, ja, wer an die Wettervorhersage glaubt, glaubt auch an den Osterhasen.



Wir sind noch nicht ganz aus dem Schutz der Inseln heraus, da entlädt sich die riesige Regenwolke über uns. Wellen laufen kreuz und quer, gerade noch so viel Wind, dass die Segel stehen. Wir bleiben hart: Heute wird gesegelt! Später normalisiert sich das Wetter wieder und es wird wirklich ein schöner Törn. Nur für mich eine herbe Enttäuschung: Nach 4 Stunden war der Köder so sauber gewaschen, dass kein Fisch mehr anbeißen wollte. Das gab Minuspunkte.

„Hallo, do you want a tour on the river?“ Wir sind in Landnähe und werden von einem Fischboot mit starkem Außenborder kontaktiert. Ein Fluss und seine besondere Botanik in der „Prince Ruppert Bay“ gilt als besondere Sehenswürdigkeit. Es herrscht Konkurrenz unter den Führern und wer zuerst kommt, mahlt bekanntlich zuerst.

„No, thanks, we want to deal with Albert“ antwortet Wolfgang. Das Boot dreht sofort ab. Wir fahren zum Ankerplatz und kaum ist der Anker unten kommt das umgebaute Fischerboot mit dem groß aufgemalten Namen unseres von Freunden empfohlenen Führers an. Wir werden uns einig, die Flusstour am übernächsten Tag zu machen.

„Wenn ihr wollt, fahre ich Euch zum Zoll mit meinem Boot.“ – „Super, dann können wir unser Dinghi ja erst mal oben lassen.“

Albert bringt uns fast quer über die weitläufige Bucht zum Anlegesteg der Behörde. Drei Formulare und rund 10 € später sind wir offiziell im Land eingereist. Na prima, jetzt jeht et loss!

Auf halber Strecke zurück zur Libertina II hält Albert neben einem kleinen Fischerboot. „Wollt ihr frischen Fisch?“ – Mensch, ist der Papst katholisch?

„Na klar! Wo, welcher, wie teuer?“



Wir werfen einen Blick auf den Fang des Fischers. „Wahnsinn! Das sind Goldmakrelen, und was für Monster! Da essen wir 3 Tage von. Egal, nehmen wir.“

Wir werden uns handelseinig, die Verhandlung läuft in Kreolisch, allen ist klar, dass Albert auch sein Scherflein davon bekommt. Scheine und Fisch wechseln die Besitzer, Albert bietet sich an, den Fisch für uns zu filetieren und behält als Lohn den Fischkopf, und unser „Paul Bocuse“ an Bord zaubert davon wieder ein unvergessliches Abendessen.

Was für ein Tag!!!

Am nächsten Morgen fahren wir alle zum Markt. Ein paar wenige Marktstände, deren Verkäuferinnen uns ihre Tomaten, Papayas oder Grapefruits anbieten. Wir wollen erst mal einen Überblick bekommen und latschen hinter unserem Chefkoch her. Und dann kommt der Regen. Kübelweise fängt es an zu klatschen, das Wasser strömt auf der Straße in Bächen, wir stellen uns in der Fischhalle unter. Und wir fangen an Kreolisch zu lernen. Noch nie zuvor habe ich in so schneller Folge das „f“-Wort hintereinander gehört. Man meint der Sprecher stottere, aber der Kontrahent hat dieselbe Krankheit. Es wird gebrüllt, gestikuliert, aber kein Körperkontakt. Und fast alle anderen Umherstehenden grinsen oder machen Faxen. Irgendwie scheinen die hier für uns ne Show abzuziehen. Denkste, kaum hört der Regen auf, keifen sich die Gemüseverkäuferinnen gegenseitig an. Mindestens soviele „f“-Worte wie bei den Fischverkäufern. Wir denken uns unser Teil und ziehen uns zurück.





Der Leihwagen entpuppt sich als große schaukelnde, klimatisierte Kutsche mit der Lenkung auf der verkehrten Seite. Dafür aber Automatik mit 128 Pferdchen. Ehrlich, ich habe nur 2 x mit dem linken Fuß die Kupplung treten wollen, die Sicherheitsgurte haben dann heftig erklärt, dass da keine Kupplung ist. Erste Erkenntnis der Straßenverhältnisse: Es gibt kein Limit in Steigung/Gefälle. Alles geht. Und die Bremsen scheinen ok zu sein.

Erleichterung bei C&W, auch wenn Wolfgang ungewohnt auf dem Beifahrersitz schon mal stotternd vor Entsetzen auf die vor uns liegenden Riesenschlaglöcher zeigt. „Du, da, da!!“



An einem der unvermeidlichen Wasserfallbesichtungen erfahren wir dann von Einheimischen, dass „du-du“ in Creolisch auf manchen Inseln „meine Liebste/mein Liebster“ heißen soll.

Hm.

Und dann steht er vor uns, „unser“ Adonis, ein Mannsbild wie gemalt.



Unsere weibliche Crew ist hin und weg. Wir kaufen ihm fast den gesamten Obst- und Gemüsestand leer: Kokosnüsse, Trinknüsse, selbstgebrannter Kaffee, Bananen, Passionsfrüchte, Mangos….

Ronald ist aber auch ein ausgesprochen freundlicher Mensch, der es geschickt versteht, seine Produkte an den Mann/die Frau zu bringen. Strahlend weiße Zähne, muskulös…

Mensch, was mussten Wolfgang und ich uns anschließend im Auto für nette Dinge von unseren Du-Du’s anhören….

Wir sind seit 3 Stunden in Roseau und versuchen die Abfahrtszeit der Fähre von hier nach Ponte-a-Pitre rauszufinden. Es scheint, dass es jeder weiß, aber keiner sagen will. Also warten, bis auf Ostersonntag der Ticketschalter geöffnet wird. Drei Leute haben das Firmen-T-Shirt an, aber nur einer darf Auskunft erteilen. Es ist heiß! Endlich bin ich dran: Am Donnerstag um 9:45 Uhr. Erleichterung bei uns allen, endlich mal eine verbindliche Aussage.

Ostern eine Stadtbesichtigung machen ist eine blöde Idee. Alles zu. Was wiederum das Portemonnaie freut.
"Ich hab Kohldampf! Lass uns mal irgendeine Garküche ausprobieren."



„Dreimal Fisch, einmal Rind, bitte.“ Unsere Köchin setzt ihr zufriedenstes Lächeln auf und lässt sich mit dem Portionieren viiiiel Zeit. Zum Essen verdrücken wir uns in eine Ecke in den leeren Markthallen. Alles schmeckt gut und es ist reichlich.

Am letzten Tag unserer Inseltour um die Mittagszeit wieder das Übliche:

„Ich hab‘ Hunger!“ Um meine Reputation als „Fressklötsch“ brauche ich mir keine Sorgen mehr zu machen. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Allerdings habe ich den Eindruck, dass ich nur ausspreche, was alle anderen denken.

Laute Soulmusik dröhnt aus einem Schuppen an der Kreuzung.

„Ich geh da jetzt rein und frag‘ mal.“

Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, als ich die auf nackter Holzwand gemalten Angebote lese:

Chicken-Curry, Fisch, Hamburger, Fritten, Roti…. Ich hab genug gelesen, hier geh ich nur noch satt weg.Keine lange Überzeugungsarbeit für den Rest der Truppe notwendig,, lediglich die sehr laute Musik macht Kommunikation etwas kompliziert. Setzen wir uns halt was dichter zusammen.







„Viermal Chicken-Curry, bitte und 4 Cola.“

Geschmacklich sehr gut, wenngleich wir uns fragen, wieso ein Huhn so große Knochen haben kann.

Im Gebiet der Carib Indianer auf der rauhen Ostseite Dominicas finden wir einen Obstverkäufer, der tatsächlich mal reife Mangos anbietet, obwohl die Saison erst in ein paar Monaten sein soll. Wir langen tüchtig zu. Ein Gedicht, der Saft läuft uns die Kinnlade runter.





Resümee

Heidi & ich hatten einen Traum. Ein Karibik-Revival aus unserer Weltumsegelung 1989. Und genau das haben wir zusammen mit Christiane & Wolfgang auf ihrer LIBERTINA II erleben dürfen. Es war ein sehr harmonisches Zusammenleben auf engstem Raum. Wir haben schnell die gleiche "Wellenlänge" gefunden, vielleicht auch, weil wir selbst als Segler Grenzerfahrungen gesammelt haben.
Von Wolfgang bekocht zu werden, ist alleine schon ein Genuss. Das dann aber auch noch unter erschwerten Bedingungen erleben zu dürfen, muss man einfach selbst erleben, man kann es nicht beschreiben.
Es war eine phantastische Reise und die Fortsetzung einer tiefen Freundschaft.

Wir wünschen Crew und Boot weiterhin "Fair Wind" und die Erfüllung Ihrer Träume.
Unseren Traum haben sie erfüllt.
Danke
Heidi & Rainer





05.04.2015
Frohe Ostern





Zu unsrem letzten Beitrag weisen wir ausdrücklich auf das Berichtsdatum 1.April hin. Das war natürlich ein Aprilscherz. 8 Stunden oder so im Büro sitzen, für uns unvorstellbar. Unsere Reise geht weiter, d.h wir werden in den nächsten Monaten schon bekannte aber auch einige noch nicht besuchte Inseln anlaufen.



01.04.2015
Doch noch mal

Wenn Ihr die letzten Monate bzw. unsere Berichte vom Start an verfolgt habt, dann ist klar, dass die zurückliegende Zeit ausgesprochen teuer war. Klartext, die Reserven sind so ziemlich bei Null. In Marigot / St.Maarten haben wir in unserer Stammbäckerei, gleichzeitig auch Cafe, Jacques von nebenan kennengelernt. Im Laufe der Unterhaltung stellt sich dann heraus, dass er der Chef der Allianz-Generalagentur ist. Er klagte uns sein Leid, dass zwei seiner Mitarbeiterinnen schwanger seien und ab Juni/Juli für mindestens ein Jahr ausfallen würden. Qualifizierter Ersatz sei nicht zu bekommen. Als wir ihn dann über unsere berufliche Erfahrung aufklärten war er hell begeistert. Die Sprache wäre kein Problem, 90 % aller Verträge seien ohnehin in Englisch abgefasst, ausserdem wäre immer jemand da den wir fragen könnten. Nach reiflicher Überlegung, auch weil die Bezahlung noch über unseren ehemaligen Gehältern liegt, haben wir für 3 bis 4 Monate zugesagt. Da sich das Ganze in der Hurricanzeit abspielt hat er sofort auch eine sichere Boje für unser Schiff angeboten. Also werden wir ab dem 1.7.2015 unsere Kasse auf St.Maarten aufbessern.







28.03.2015
St.Maarten Teil 2

Die Arbeit ging weiter. So manchmal kann man ja nur über die Designer der Schiffe den Kopf schütteln. In der Achterkabine war eine Kommode eingebaut mit Ablage und Spiegel darüber. Wie im guten alten Schlafzimmer aus Omas Zeiten. Wir brauchen Stauraum und keinen grossen Spiegel. Also haben wir die Kommode aufgestockt. Auch im Cockpit musste eine Erweiterung her, der Tisch ist für mehr als 2 Personen zu klein, da aber nun mal auch Freunde aufs Schiff kommen sollen die auch am Tisch sitzen können. So wurde ein Gästetisch gebaut.






Dann mal wieder ein Ausflugs- und Einkaufstag. Mit einem der vielen Kleinbusse, die fahren alle paar Minuten ohne Fahrplan, ging es nach Philipsburg. Im Hafen lagen 4 dicke Cruiser, entsprechend voll war der unmittelbare Einkaufsbereich hinter der Pier. Eine Querstrasse weiter war es dann schon deutlich leerer, man will halt nicht so weit laufen. Ansonsten die üblichen Juweliere, Parfümläden etc., alles was die Cruiserreisenden in jedem Hafen wiederfinden. Schnell wieder weg.












Die Kühlbox war schon lange ein Ärgernis für uns. Schön gross aber so verbaut, dass man sich reinlegen musste um in die hintere Ecke zu kommen. Die Isolierung erschien uns auch nicht optimal, also Neubau. Es gibt eine Reihe von Firmen die mit Alu arbeiten, 3 Tage sind wir rumgelaufen bis endlich eine Firma in der Lage war uns ein Angebot mit vernünftigem Preis und Lieferzeit zu nennen. Die anderen Firmen meldeten sich trotz Zusage nicht. Nach einer Woche hatten wir den bestellten Alubottich und der Ausbau der alten Kühlbox ging los. Natürlich nicht so einfach wie gehofft, massives GFK-Laminat von 8 mm Dicke musste mit der Säge in Stücke geschnitten werden. Grosse Sauerei im Schiff. Nach 9 Tagen harter Arbeit war dann die neue Kühlbox so weit, dass sie in Betrieb gehen konnte. Eins ist klar, die nächsten Monate wird nur noch das gemacht, was unbedingt norwendig ist. Keine neuen Projekte mehr, Schnauze voll von Arbeit.















27.03.2015
Wir leben noch

Nach langer Zeit kommen wir wieder mit dem nächsten Bericht. Die Technik und die Arbeit waren auf St. Maarten einfach gegen uns. Internet langsam und teuer, von der Arbeit zu viel.
Nach der Ankunft lagen wir zunächst ein paar Tage in der Marigot Bay, dann allerdings drehte die Welle von der geschützten Ostrichtung auf die offene Nordrichtung, bei bis zu 1,5 m Schwell war es schon schwierig ins Dinghy zu kommen oder wieder an Bord. Überall sieht man noch die Hinterlassenschaft von Gonzalo, einem Hurrican im letzten Oktober, der sich ganz plötzlich entwickelt hatte und ohne Vorwarnung die Insel und insbesondere die Segler traf. Viele haben ihr Schiff verloren, in der Lagune kamen etliche Schiffe auf Drift und der Mast brach an der Causeway Bridge ab. Nachdem der Schwell in der Bucht zu stark wurde sind wir in die Lagune umgezogen.














Sichtbar, der Ankerplatz lag sehr verkehrsgünstig, die Flieger starten nur ein paar hundert Meter entfernt.

Am letzten Tag unserer Fahrt nach St.Maarten sprang die Bilgepumpe ein paar mal an, also kam Wasser ins Schiff. Vor Anker alles überprüft, der Wassersammler im Auspuffsystem war undicht. Da musste ein Neuer her. Also ging die Suche los, ein einigermassen passender Sammler wurde gefunden und mit den notwendigen Anschlüssen versehen. Da die Masse anders als beim Original waren, gestaltete sich der Einbau etwas schwierig. Aber nach 3 Tagen war es geschafft.










Nachdem unsere Freunde von der Kallisto und der Nele eingetroffen waren haben wir einen Ausflug zum Maho Strand gemacht. Ein Strand an den man sicherlich nicht zum Baden geht.Er liegt unmittelbar vor der Landebahn des Juliana Airports, die Maschinen setzen ca 100 m hinter dem Strand auf, sind über dem Strand also schon entsprechend niedrig. Mittlerweile ist das ein Spektakel geworden zu dem u.a. die Passagiere der grossen Cruiserschiffe mit Bussen angekarrt werden.












Dann haben wir uns einen Wunsch erfüllt und einen stärkeren Aussenbordmotor gekauft. Mit dem Alten kamen wir nicht ins Gleiten, d.h. man ist sehr langsam, bekommt alle grösseren Wellen mit und verbraucht dabei auch noch viel Sprit. 5 PS waren einfach zu wenig. Also haben wir zugeschlagen und einen 15 PS starken Nissan gekauft. Nur Fliegen ist schöner, aber unser Konto hat ganz schön gejammert.







17.02.2015
Zweiter Teil Fahrt nach St.Maarten

Nach den erholsamen Tagen von Deshaies ging es am 4.2.2015 weiter. Gross und Genua frühmorgens gesetzt und dann mit im Durchschnitt 15-20 kn Wind auf die Reise. Der Strom setzte etwas mit, das Tagesetmal von 75 sm haben wir in 10 Stunden geschafft. Tolles Segeln.
Nach etwas über 30 sm waren wir in Höhe von Montserrat, die Insel mit dem z.Zt. aktivsten Vulkan der Karibik. Der Südteil der Insel ist gesperrt und man muss einen Mindestabstand von 2 sm einhalten. Obwohl wir ca. 3 sm entfernt waren konnten wir den Schwefelgeruch (faule Eier) deutlich riechen. Die Fotos zeigen welche Zerstörungen der Vulkan immer wieder angerichtet hat, nach den Ausbrüchen von 1995, 1997 und 2010 sind die Häuser komplett geräumt.






Weiter ging es Richtung Nevis, nochmals gut 30 sm Strecke. Die Logge zeigt teilweise 8 kn Fahrt durchs Wasser, wir haben den Eindruck das sich die Arbeit in Trinidad gelohnt hat. Das neue Antifouling "Coppercoat" ist anscheinend so glatt, dass der Wasserwiderstand deutlich geringer ist. Zwischendurch kam uns eine Gruppe von 3 Walen besuchen, leider sind die Fotos nichts geworden. Die sahen aus wie Belugawale, nur nicht weiss sondern grau. Keine Ahnung wie die heissen.
Vor Nevis haben wir den Anker gesetzt und die Nacht verbracht. Am Morgen ging es direkt weiter, zur Nachbarinsel St. Kitts ist es nur ein Katzensprung. Dort mal wieder das typische Bild der Hochsaison, zwei grosse Cruiserschiffe an der Pier. Jedesmal werden tausende Menschen für ein paar Stunden auf die Insel gespuckt, das müssen wir nicht mitmachen. Also weiter.








Dieses Foto zeigt Fort Charles, Weltkulturerbe.


Das letzte Stück der Tagesetappe ging dann nach Statia, einer holländischen Insel. Wir dachten wir hätten im Schutz der Hafenmole von Oranjestad einen ruhigen Platz, weit gefehlt. Die ganze Nacht rollte das Schiff hin und her, an erholsamen Schlaf war nicht zu denken. Ebenso konnten wir bei diesen Bedingungen natürlich das Schiff nicht verlassen und an Land gehen. Leider, die Insel macht einen interessanten Eindruck. Vom Schiff aus konnten wir grosse Papageien, Aras, fliegen sehen. Die machen ordentlich Krach.










Dieses Tankerfeld passierten wir am nächsten Morgen, immer wieder anstrengend da hindurch zu fahren. Bei diesen Riesen kann man nie genau wissen, fahren die los oder bleiben sie vor Anker.
Die Tour nach St.Maarten verlief dann ruhig, nur ein heftiger Squall mit Sindflutregen über eine halbe Stunde sorgte für Abwechslung. Hätte sich das Wetter sparen können. Dann kam endlich St.Maarten, der holländische Teil mit Philipsburg in Sicht. Auch da wieder so ein paar Containerschiffe für Menschen. Wir segeln bzw. fahren unter Motor weiter um den Nordwestteil der Insel herum in die Bucht von Marigot. Hier sind wir in Frankreich und die Insel heisst St. Martin. Eine grosse, flache Bucht mit Wassertiefen von 3 - 6 m und klarem Wasser. Hier lassen wir gerne unseren Anker fallen.











15.02.2015
Fahrt nach St.Maarten

Am 26.1.2015 sind wir bei bestem Wind, nur unter Genua mit über 7 kn gelaufen, bis zur Grand Anse d Arlet. Eine schöne Bucht, das haben aber auch viele andere mitgekriegt, also rappelvoll. Kurz nach uns lief dann eine alte Bekannte aus Teneriffa, die 3-Mastbark "Stad Amsterdam" ein.










Am nächsten Tag ging es weiter bis Dominica, zuerst ohne Wind aber mit Regen, dafür dann in der Passage zwischen den beiden Inseln gute 20 kn Wind. Kurz vorher besuchte uns noch eine Delfinschule, immer wieder gerne gesehener Besuch.










Am nächsten Morgen ging es dann an Dominica vorbei nach Guadeloupe, zu den Iles des Saintes. Eine kleine Inselgruppe 5 sm vor der Hauptinsel gelegen, zwar sehr touristisch aber immer noch sehr schön. Es gibt einen Ort, Bourg, dort kann man sich mit allem Notwendigen versorgen und einklarieren.










Nach 3 erholsamen Tagen ging es rüber nach Guadeloupe, nach Basse Terre. Von unserem Ankerplatz vor Riviere Sens geht ein super Fussweg nach Basse Terre, wer hat den wohl bezahlt? Natürlich die EU, auch diese Insel gehört zu Frankreich, erhält also reichlich Subventionen. Die Stadt selbst wirkt nicht sehr einladend, wir haben nur eingekauft und sind dann zurück zum Schiff.










Vorbei an der zweitgrössten Stadt sahen wir noch einen beeindruckenden Friedhof, aber wer will da schon hin?

Die Fahrt ging an der Insel entlang bis nach Deshaies, wir blieben 2 Tage. Ein wohltuender Gegensatz zu Basse Terre, auch die Menschen waren deutlich freundlicher.












Im nächsten Bericht dann der zweite Teil der Fahrt nach St.Maarten.



22.01.2015
Es geht weiter

Den Jahreswechsel haben wir sehr ruhig verbracht, hier auf Martinique wird davon kaum Notiz genommen. Nichts, aber auch gar nichts los, selbst um Mitternacht läuten noch nicht einmal die Kirchenglocken. Kein Wunder dass viele Segler den Jahreswechsel einfach verschlafen. Nächstes Sylvester woanders, das ist klar.

Das Wetter hat auch noch nicht mitgekriegt, dass die Regenzeit mit dem Dezember vorbei ist. Die ersten 2 1/2 Wochen waren auf jeden Fall gut mit Regen und Wind bestückt.




Dann war am Deckshaus noch die letzte Arbeit zu machen, die Edelstahlleisten am unteren Abschluss und rund um die Fenster mussten angebracht werden. Nicht so ganz einfach, die Rundungen gehen in 2 verschiedene Richtungen. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.






Die Nähmaschine war auch gefragt, Winchmützen, Sitzkissen und Sonnensegel wollten genäht werden.




Dann lief wieder ein Frachter mit Booten als Fracht ein.




Nanu, der geht ja unter.






Nee, doch nicht. Das ist ein fahrendes Dock. Die Tanks werden geflutet und dann kann die Fracht rausfahren. Gar nicht so klein die Teile, oder?










Kaum sind sie raus kommen schon andere Schiffe, die mitgenommen werden wollen. Ist ja auch gut so, die Bucht wird sonst zu voll.






Dann wird das Wasser wieder aus den Tanks gepumpt, Frachter schwimmt wieder normal und weiter geht die Fahrt.

Letztes Wochenende dann grosses Tamtam, Musik und jede Menge Trubel. Es stand mal wieder ein Rennen der Yoleboote an, immer wieder spannend und schön anzusehen. Anders als bei normalen Segelregatten gibt es viele Positionswechsel, unvorhergesehene Patzer (wenn mal ein Schneeflöckchen ins Wasser fällt) oder wenn plötzlich ein Riff doch höher ist als gedacht.








Der nächste Bericht kommt dann aus St. Maarten, wenn der Wetterbericht so bleibt geht es Montag los.


03.01.2015



30.12.2014
Der Letzte in 2014



23.12.2014
Schon wieder oder alle Jahre wieder






Allen unseren Verwandten, Freunden, Bekannten und unbekannten Lesern unserer Webseite.




Viele Geschenke aber vor allem Gesundheit wünschen wir allen.


17.12.2014
Zurück in Le Marin

Wie wir bereits in unserem letzten Kurzbericht geschrieben haben, ging die Fahrt von Grenada nach Martinique. In Le Marin liegen wir herrlich ruhig und geschützt, die Einkaufsmöglichkeiten sind fast wie in Deutschland, es fehlt halt nur Aldi, Lidl und Co.

Auf Grenada haben wir noch einige Tage in Ruhe verbracht, Bild 1 zeigt die Whisper Cove Marina, ein französischer Kanadier bietet hier neben dem Restaurant endlich mal wieder gute Wurst.
Nicht alle Boote haben Glück auf ihrer Fahrt,dies war einmal eine Jongert für mehrere Millionen Euro, ein kleines Netzteil/Ladegerät hat mit einem Kurzschluss dem Schiff ein Ende bereitet.
Nach einer unruhigen Nacht vor St.George´s/Grenada, im Schwell sind wir ordentlich geschaukelt, haben wir dann die letzte Nacht an der Tankstelle im Yachtclub verbracht. Am frühen Morgen verhinderte erst einmal ein Frachter unsere Ausfahrt aus dem Hafen, als der drin war ging es aber für uns los.










Auf der Tour von St. George´s bis Bequia/St.Vincent haben uns lange Zeit einige Tölpel begleitet. Wenn sie so auf dem Wasser schwimmen oder fliegen, was sehr elegant aussieht, fragt man sich unwillkürlich wie sie zu diesem Namen gekommen sind. Hat man die erste Wasserlandung gesehen, ist sofort alles klar. Ein Bauchplatscher ist dagegen noch ein Zuckerl, die platschen einfach ins Wasser, peng.






In der Admiralty Bay von Bequia haben wir nur übernachtet, am nächsten Morgen ging es weiter an St.Vincent vorbei rüber nach St.Lucia. Vom Wind nicht so schön wie am Vortag, so mussten wir zeitweise den Motor mitlaufen lassen. In Höhe der Pitons startete gerade die "Sea Cloud", ein 5-Master auf dem man sich einchartern kann. Einfach ein schönes Bild, oder?






Von St.Lucia ging es dann noch über die Meerenge nach Martinique, ein für diesen Wegabschnitt ungewöhnliches Wetter erwartete uns. Kein Hauch von Wind und auch das Wasser war fast spiegelglatt, wo normalerweise immer 2 bis 3 m Welle stehen. Eine ganz ruhige Motorfahrt.
Christianes Geburtstag haben wir dann mit Petra und Herbert von der "Kallisto" verbracht, nur die Anzahl der Kerzen auf dem Geburtstagskuchen stimmte nicht so genau. Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen Mails.






Hier in der Bucht von Le Marin erlebt man doch auch immer wieder mal was Neues, so diesen Motordrachen mit einem Dinghy zur Wasserlandung. Tolle Idee. Oder es hat ja wieder die Kreuzfahrtsaison begonnen, die dicken Pötte kommen glücklicherweise nicht in diese Bucht, aber so ein kleinerer Cruiser hat sich dann doch mal verirrt.






Gestern hat uns die "Kallisto" dann verlassen, sie mussten rüber nach St. Lucia um dort Gäste aufzunehmen. Tschüss und bis bald.







04.12.2014
Kurz gemeldet

Irgendwie scheint der Wettermacher nicht die Wetterberichte zu lesen. Sollte er mal tun, dann könnten wir uns endlich mal drauf verlassen was da so in der Vorhersage steht. Letztes Beispiel war die Fahrt von Trinidad nach Grenada. Angesagt 10 bis 15 Kn Wind aus SE mit einer Welle von 1 bis 2 m aus NE. Was hatten wir, die ersten 20 Meilen so gut wie keinen Wind, dann schlappe 5 bis 10 kn, aber eine dicke Welle , alte Welle aus NE mit neuer Welle aus E . Schönes Geschaukel und ein Motortripp.

Ein paar Tage Ruhe in der Woburn Bay, dann Wechsel in die Bay vor St. George´s. Die Nacht dort war sehr unruhig, fetter Schwell, da blieb man kaum im Bett liegen. Die letzte Nacht haben wir dann am Tankstellenplatz im Yachtclub verbracht, herrlich ruhig.

Am Abend noch ein Restaurantbesuch mit Florian und Eva von der SY Ooros sowie Conny von der SY Alien. Das war dann der Kurzbesuch von Grenada.

Heute ging es bis Bequia, letzte Insel vor St.Vincent, endlich mal wieder schönes und der Vorhersage entsprechendes Wetter. Guter Segeltag. Der nächste Bericht wieder mit Bildern kommt dann aus Martinique.

27.11.2014
Fertig und Ade Trinidad

Zunächst müssen wir einmal eine Lanze für unsere Bootsversicherung brechen. Der gemeldete Blitzschaden wurde wirklich schnell und ohne Komplikationen reguliert, ESA-Allianz Note 1. Bei den Geräteherstellern der defekten Geräte sieht das Bild nicht durchgehend positiv aus, Votronic ist da wenig entgegenkommend, d.h. keine Infos zur Schaltung, dies sei ein Betriebsgeheimnis. So ein Ladegerät muss schon ein Wunderwerk der Technik sein bei dem alle anderen Hersteller abkupfern wollen!!!! Na ja, diese Firma wird uns keine mehr Geräte verkaufen. Wie super auf der anderen Seite der Hersteller unseres Windgenerators, Silentwind, über E-Mail wurde versucht uns zu helfen. Nachdem das nicht klappte, hat man ohne unsere Nachricht abzuwarten einen Ersatzregler auf den Weg zum Händler nach Martinique gebracht. Einfach Super!!

Das schon auf Grenada bestellte Dinghy wurde zwischenzeitlich auch geliefert, wir haben dem guten Stück dann noch ein Cover als Schutz (450 US $) gegönnt. Sieht doch gut aus oder?








Dann wurde der Skipper doch schon wieder älter, die Geburtstagsfeier fand im kleinen Freundeskreis statt. Ein schöner Abend in der Zansibar.










Weihnachten droht schon wieder, das geht auch hier in vielen Restaurants und Geschäften nicht ohne die vorweihnachtliche Dekoration. Am besten war da eindeutig die West-Mall, ein Einkaufscenter für gehobene Ansprüche. Warum die Figuren alle so "Spok-Ohren" haben konnten wir aber nicht ergründen.








Montag der 24.11.2014, unglaublich aber wahr, wir sind mit den meisten Arbeiten fertig und es geht wieder ins Wasser. Libertina wurde wieder in den Kran gehängt, dank Mike dem Kranfahrer ging es auch durch die engsten Kurven ohne Macken. Dann unter der Aufsicht von Meister Pelikan ins Wasser, alles dicht, also Leinen los und ein paar Meilen weiter in die Scotland Bay, eine geschützte Ankerbucht mitten im Urwald. Zur Zeit ist im Urwald ordentlich was los, in unmittelbarer Ufernähe muss eine grössere Gruppe Affen leben, dem Gebrüll nach zu urteilen finden Machtkämpfe statt. Hört sich gefährlich an. Ein paar Tage Erholung, gestern ausklariert und heute so gegen 17 Uhr geht es los Richtung Grenada. Von da melden wir uns dann wieder und wünschen allen einen schönen ersten Advent.

















13.11.2014
Weiter geht´s in Trinidad

Im Gegensatz zu den zuvor besuchten Inseln hat Trinidad mit Port of Spain eine relativ grosse Metropole. Dies zeigt sich insbesondere am Strassenverkehr, Staus oder zähflüssiges Fahren sind normal. Keine schöne Stadt, ein wild zusammengewürfelter Haufen von Häusen und sonstigen Gebäuden aller Art.






Samstag früh , Abfahrt für Christiane ist 06 00 Uhr mit dem Bus, geht es zum Markt in die Hauptstadt. Ein grosses Angebot an Obst und Gemüse, dann aber auch an Fisch und Schalentieren. Den Red Snapper auf dem Foto haben wir uns gegönnt, die so kunstvoll zusammen gebundenen Krebse nicht.










Zurück in Chaguaramas, hier das Crews Inn mit Leuchtturm, geht es wieder an die Arbeit. Nach den Tagen und Wochen des Abkratzens und Schleifens geht es nun an den Neuaufbau des Unterwasserschiffes. Hier wird gerade der Kiel (Eisenguss) mit einer Rostschutzversiegelung versehen.








Nebenan sind unsere Freunde von der Kallisto schon fast fertig, am Abend vor dem Weg zurück ins Wasser waren wir zum Abendessen eingeladen. Das Foto sagt alles, lecker lecker. Am nächsten Tag ging es dann in den Kran und die Kielsohle wurde noch mit Antifouling gestrichen. Dann schwamm Kallisto wieder.








Freitag morgen der 7.11.2014, Start um das Coppercoat aufzubringen. Anfangs Zweifel ob man alles richtig macht, die erste Schicht sah schon sehr dünn aus. Mit jedem Anstrich wurde es aber besser, insgesamt 4 Lagen mussten wir aufbringen. Schwerstarbeit, Coppercoat besteht aus 2 Komponenten Epoxy und je Liter 2 Kg feines Kupferpulver. Das Zeug setzt sich nicht nur auf dem Schiff sondern auch in der Malerrolle fest. Beim zweiten Anstrich wog die Rolle schon so 4 - 5 kg.










Zwei Tage Trockenzeit, dann wurde die "Dicke" unter Mithilfe des Managers Brent umgesetzt, damit wir auch den restlichen Teil unter dem Kiel und den Haltestempeln streichen können.
100 m entfernt vom Schiff gibt es eine Imbissbude, da kann man zum Mittagessen Roti kaufen. Gefüllte Teigtaschen. Da finden sich natürlich auch entsprechend viele Mitesser ein, so auch diese Iguanas.






Wir wissen von Curacao, dass diese Tierchen gerne gejagt werden um eine Suppe daraus zu machen, hier auf Trinidad aber nicht.

23.10.2014
Arbeit und ein paar böse Überraschungen

Nach Trinidad auf die Werft waren wir unter anderem gegangen, weil verschiedene Freunde und Bekannte dies als guten und günstigen Platz beschrieben hatten. Diesmal steht etwas mehr Arbeit an, wir haben uns entschlossen statt dem üblichen Antifouling, welches jedes Jahr erneuert werden muss, eine Langzeitbeschichtung "Coppercoat" aufzubringen. Vorteil ist, alle paar Wochen mal tauchen und das Unterwasserschiff mit dem Schwamm abwischen, dies über 10 Jahre und mehr. Das spart einiges an Geld. Natürlich hat das auch ein paar Haken, zum einen ist das Coppercoat deutlich teurer als normales Antifouling, desweiteren muss vor dem Anstrich alles alte Antifouling bis auf´s reine Gelcoat entfernt werden. Wir hatten gedacht uns hierfür Hilfe zu holen, aber leider sind die Preise dermassen explodiert, einfach zu teuer. Also selbst ist Frau und Mann.






Samstag den 11.10.2014, am Nachmittag wieder das übliche Gewitter mit Platzregen, dann ein gewaltiger Schlag, ein Blitz ist direkt in das gegenüber stehende Schiff eingeschlagen. Die Boote in der näheren Umgebung haben alle entsprechende Schäden an der Elektronik davongetragen, bei uns ist das Batterieladegerät, der Regler vom Windgenerator sowie der AIS-Transreceiver vermutlich Totalschaden. Natürlich liegt der Schaden knapp unter der Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung. Aber trotztdem, wir sind froh, dass nicht mehr passiert ist.












Das war mal ein Folienkondensator im Batterieladegerät.



Nach einer Woche mit den üblichen Temperaturen von 36 bis 38 Grad im Schatten haben wir uns dann den Luxus einer Klimaanlage gegönnt. Diese kann bei der Werft für ca 6 € pro Tag incl. Strom gemietet werden.
Christiane musste sich nach ein paar Tagen von der Arbeit am Unterwasserschiff verabschieden, die Allergie hat voll zugeschlagen, das Zeug was wir abkratzen ist nicht sehr hautfreundlich. 3 bis 4 Schichten Antifouling müssen runter, dann noch eine Schicht Epoxy. Das geht dann zum Teil mit Spachtel und Kratzer, dann wieder mit Abbeizmittel ( nur mit Ganzkörperkondom zu benutzen, extrem ätzend ) oder mit den verschiedenen Schleifmaschinen.






Nach 2 Wochen ist die eine Hälfte des Unterwasserschiffes fast fertig, also nur noch weisses Gelcoat zu sehen, dafür ist der Skipper jeden Abend blau, allerdings nur von aussen. Egal, hauptsache die Arbeit lohnt sich.








Unsere Freunde von der "Kallisto", Petra und Herbert arbeiten direkt neben uns, allerdings mit deutlich weniger Körperfarbe am Abend.
Zur Belohnung gibt es dann auch mal wieder einen leckeren Fisch, diesmal einen Red Snapper. Sehr lecker.







05.10.2014
Trinidad

Vorerst mal Abschied von Grenada, auf geht es nach Trinidad. Die Warnungen der anderen Segler, da ist es noch wärmer und die Luftfeuchtigkeit sei auch höher. Die Mücken würden uns auffressen.
Die 80 sm von St.George´s nach Chaguaramas/Trinidad verliefen ausnehmend ruhig, wenig Wind und Welle. Da die Strömung mit ca. 2 kn aus südlicher Richtung kommt, musste der Motor mithelfen. Nach 17 Stunden erreichten wir dann die Durchfahrt zwischen Trinidad und Venezuela.








Einmal um die Ecke, dann das grosse Staunen. Über mehrere Kilometer erstreckt sich das Areal von Chaguaramas, mittlerweile nicht nur für Yachten, nein auch für die Grossschifffahrt gibt es Servicebetriebe und ein grosses Schwimmdock. Früher mal ein Stützpunkt der Amis, hat sich in den letzten 20 Jahren an dieser Stelle das grösste Yachtservicecentrum entwickelt, was wir bisher gesehen haben. Wir fuhren die ganze Reihe der Yachtplätze ab, zum Einklarieren mussten wir in die hinterste Ecke an den Customssteg. Die Immigration schafften wir noch vor 12 Uhr, dann war erst mal Mittagspause beim Zoll. Also warten und dann um 13 Uhr den Rest erledigen.










Power Boats ist nun für die nächsten Wochen unsere Heimat, der erste hier gegründete Servicebetrieb, nach unseren bisherigen Eindrücken eine sehr gute Wahl.








Aus dem Wasser und dann der Wechsel vom Kran auf den Hubwagen. Dies war notwendig, um Libertina II auf dem von uns ausgesuchten Stellplatz abstellen zu können. Der Hubwagen war damit aber auch an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angekommen, auf dem nächsten Foto ist der Abstand von den Traversen zum Boden kaum noch zu sehen, gerade mal 5 cm schaffte die Hydraulic. Dann stand unsere "Dicke" sauber hingestellt in der Lücke, für die nächsten 3 bis 4 Wochen werden wir hier einiges an Arbeit erledigen müssen.










Es ist hier etwas wärmer, so an die 40 Grad werden schon mal erreicht, die Luftfeuchtigkeit empfinden wir nicht als höher, aber oh Wunder, deutlich weniger Mücken. Es stehen hier eine ganze Reihe von deutschen Yachten, die hatten von der Chikungunya Epidemie auf den anderen Inseln noch gar nichts mitbekommen. Diese Krankheit wird von Mücken übertragen.
03.10.2014
Entspannung

Neben unserer vielen Arbeit finden wir ab und zu auch mal ein paar Minuten um z.B. an den Strand zu gehen. Am Abend dann mit ein paar befreundeten Crews von anderen Schiffen einen Lobster essen. Die Preise hier erlauben dies, so ein grosser halber Lobster mit Beilagen kostet ca. 16 €.










Die Regenzeit dauert an, dies haben wir in den letzten 2 Wochen deutlich bemerkt. Da kommen die dicken Wolken sehr schnell heran gezogen, da sollte schon ein Schutzdach oder eine Unterstellmöglichkeit gesucht werden. Wir haben uns ja immer über diese riesigen Regenrinnen an den Strassen gewundert, diese sind ja durchaus auch eine Gefahr für Fussgänger und Autofahrer. Nach den letzten Regenfällen wissen wir aber, diese sind notwendig. Im Internet haben wir gelesen, Unwetter in Deutschland mit 50 oder 60 l Regen auf den Quadratmeter. Dies führt dann zu Schäden, Überschwemmungen usw.. Hier fallen in 24 Stunden mal locker 150 l auf den Quadratmeter, da sind die Regenrinnen fast schon zu klein bemessen.














Von Freitag bis Sonntag spielt im "Umbrellas" am Grand Anse Beach Lifemusik. In grosser Runde, deutschsprachig vorwiegend, haben wir trotz Regen den einen oder anderen Abend mit ein paar Bierchen verbracht. Dass man bei der Musik nicht stillsitzen kann ist klar, auch wird das eine oder andere Mal der Oldiesong mitgeschmettert.







14.09.2014
Rum-Ausflug Teil 2

Mit einer Flasche 69%igen Rum in der Tasche ging unser Ausflug weiter. Mit Felix, unserem Taxifahrer ging es dann zur Belmont Estate Plantage, die vermutlich grösste Kakaoplantage von Grenada. Dazu gehört auch noch eine Schokoladenfabrik, diese konnten wir leider nicht besichtigen, aber natürlich gab es die Endprodukte, dunkle Schokoladen ab 71 % und Pralinen, alles sehr lecker, zu kaufen.














Die Kakaofrüchte werden nach dem Pflücken aufgebrochen und die Kakaokerne fermentiert. Danach werden sie getrocknet und schliesslich gemahlen und zur Schokolade verarbeitet. Ein sehr arbeitsintensives Verfahren, deshalb kostet eine Tafel Schokolade auch überall auf der Insel 5 § US.










Weiter ging es an der Westküste entlang, vorbei am ehemaligen Flughafen mit Wracks aus der Zeit der sozialistischen Revolution nach Grenville, der zweitgrössten Stadt der Insel. Nach einem kleinen Snack dann zurück nach Saint George´s.
Am Abend fand dann ein Treffen von deutschen, österreichischen und schweizer Seglern in der Prickly Bay Marina statt. Lustig und in bester Stimmung ging es später in ein Chinarestaurant. Das Essen dort war von der Qualität her sehr bescheiden, das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Ein sehr schöner Abend.










Bei uns haben sich auch ein paar Änderungen ergeben. Wir bleiben noch eine Woche länger hier in der Marina, bei Buchung von einem Monat reduziert sich der Tagespreis um fast 60%, ausserdem warten wir noch auf unser in Miami (Florida) bestelltes Dinghy. Dieses müssen wir lt. Zoll innerhalb einer Woche nach Ankunft des Frachters selbst in Empfang nehmen, ansonsten verkaufen es diese netten Leute einfach. Das wäre dann ein zu teurer Spass für uns, also warten wir.
10.09.2014
Rum und mehr

Da haben wir uns mal den Luxus einer Taxitour geleistet, 6 Stunden über die Insel für $ 250 EC (ca 75 €). Vom Yachtclub aus ging es Richtung Grand Etang, dem grössten Stausee und Wasserreservoir der Insel. Gleichzeitig ist dort ein Naturschutzgebiet mit den Mona Monkeys. Das Wetter spielte leider nicht mit, es regnete. Da liessen sich auch die Affen nicht mit Bananen aus dem Regenwald locken.














Die Insel ist überaus fruchtbar, überall an den Strassen wachsen die verschiedensten Früchte. Da die meisten Besucher unserer Webseite sicherlich noch keinen Avocadobaum, Muskatnussbaum usw. gesehen haben, hier mal ein paar Fotos mit Erklärung was es jeweils ist.












Jetzt beginnt unsere Rumtour. Dieses leckere Getränk wird aus Zuckerrohr gemacht. Da kommt nichts anderes hinzu. Hier auf der Insel gibt es die älteste noch im Originalbetrieb laufende Rumdestillerie, es laufen tatsächlich von einem grossen Wasserrad angetrieben noch die alten Maschinen. Zuerst wird das Zuckerrohr 2 mal durch die Walzen gepresst, danach ist auch kein Saft mehr drinnen. Der Zuckersaft läuft durch eine gemauerte Rinne, zwischendrin ein Sieb um den Schaum abzuschöpfen. Danach geht es in die offenen Braupfannen, diese werden von unten angeheizt. Anschliessend steht der Saft in grossen, offenen Bottichen zur Gährung und anschliessend wird der Saft destilliert. Es werden nur 2 Sorten produziert, eine mit 75 und die Andere mit 69 % Alkohol.






























Die Produktion geht absolut ohne Stress für die Mitarbeiter von Statten, wenn wie bei unserer Besichtigung mal gerade nicht abgefüllt wird, dann sitzen die Leute gemütlich beim Dominospiel oder dösen vor sich hin. Da kommt der Chef auch nicht auf die Idee eine andere Arbeit zu suchen. Das alles unter der Rumdunstglocke, welche über dem Gelände liegt.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und sich auch eine kleine Destillerie bauen will, auf dem nächsten Foto ist die grobe Bauanleitung. Viel Spass dabei.





01.09.2014
Dinghy-Concert

Hier auf Grenada sind viele kleine Marinas ( so von 10 bis 60 Liegeplätzen ), diese sind aber sehr darum bemüht Besucher auch mit anderen Veranstaltungen anzulocken. So findet an 6 Tagen in der Woche morgens über UKW eine Funkrunde statt, in welcher neben Wetterbericht, Begrüssungen von neuen Schiffen, An- und Verkauf von Bootszubehör usw. auch die diversen Aktivitäten in den Marinas bekanntgegeben werden. Das sind dann z.B. Yogakurse, Pokerrunden, Kochkurse oder Schokoladenwochen ( Schoki in allen Variationen ).
Die Phare Bleu Marina hat am 24.08.2014 das 21.Dinghy-Concert veranstaltet.






Keine falschen Vorstellungen, da wurde nicht mit den Dinghys ( Beiboote/meist Schlauchboote ) Krach gemacht, nein , der Veranstalter hat einen alten Schlepper mit dem 2 Pontons aufs Wasser in die Bucht gezogen wurden. Auf dem Schlepper ist die Bühne aufgebaut, auf den Pontons sitzt und steht das Publikum, welches nicht mit dem eigenen Dinghy gekommen ist. Das Ganze fand bei ordentlich Seegang statt, aber die Band hat bis auf 3 Abbrecher, da hat der Seegang den Schlagzeuger zu sehr gebeutelt, super durchgespielt.




















Nach dem Concert ging es dann für die Pontongäste mit dem Shuttleservice zurück zur Marina, die Pontons und Schlepper kamen langsam hinterher. Insgesamt eine super Veranstaltung, die es sicherlich nicht so schnell an anderen Orten geben wird.
In der Marina haben wir dann zuerst in einer Deutsch/Schweizer/Österreich-Runde einen guten Rumpunsch genossen, anschliessend gab es noch ein leckeres Abendessen vom Buffet.






Nur zur Information, es ist bei dem einen Rumpunsch geblieben. Genau wissen wir es nicht, aber meist wird dafür ein Rum mit 60 bis 80 Prozent Alkohol genommen. Deshalb reicht einer.



20.08.2014
Können wir´s noch?

Der Titel ist natürlich spassig gemeint, für uns war es halt nach fast 8 Monaten das erste Mal wieder in einen Hafen/Marina zu gehen.

Die Fahrt entlang der restlichen Südküste ging wieder durch Untiefen, vorbei an dem einzigen Leuchtturm und der fast vollen Prickly Bay. Die Wassertiefen gingen dann bis auf 5 m zurück, das mögen wir nicht so besonders.
Nach dem Passieren der Südwestecke von Grenada ging es dann noch durchs Ankerfeld vor St. George´s, nicht sehr schön dort zu ankern, schlechter Ankergrund und dazu eine unangenehme Welle. Die dort ankernden Schiffe schwankten nach jeder Seite bis zu 20 Grad.








Weiter ging es in die Buchten von St.George´s, nach rechts in die Marinabucht, vorbei an der neuen Port Louis Marina zum Grenada Yachtclub, wo wir einen Liegeplatz für eine Woche gebucht hatten. Dort fand sich auch direkt ein netter Nachbar ein.








Eine rundherum gut geschützte Lagune mit viel Grün an den Hängen und einem guten Yachtclubrestaurant. Man liegt sehr ruhig hier.






Von der Hafeneinfahrt halblinks gelegen kommt man in die "Carenage" das eigentliche Stadthafenbecken. Eine schöne Stadt mit größtenteils sehr schmucken Häusern. Das dritte Bild ist in diesem Hafen aufgenommen, eine Hirnkoralle lebt nur in gutem Wasser, welches Hafenbecken in Europa kann da mithalten? Wie man sieht hat sich die deutsche Esskultur (????) auch bis hierher vorgekämpft, ein Schnitzelhaus in der Karibik. Das letzte Bild zeigt den Financial Complex, in welchem auch die Regierung (Government) sitzt. Schön bescheiden für eine Regierung. Sollte Schule machen.


















Zwei Berichte hintereinander? Das hatte einen technischen Grund. Die Webseite war abgeschmiert und nur dank der schnellen Hilfe unseres Webmasters Michael Kunze (ehemaliger Nachbar) konnten wir die Berichte reinstellen. Nochmals vielen Dank dafür.

19.08.2014
Grenada

Am 13.8.2014 sind wir weiter gesegelt, von Carriacou zur Südostecke von Grenada. Statt den ruhigen und geschützten Weg auf der Karibikseite zu nehmen, gingen wir auf der Ostseite der Insel, also über den Atlantik. Wir hatten ein gebrauchtes Getriebe in Martinique für unsere Segelfreunde Heike und Michael von der SY Fanta Sea gekauft, das wir nun auf ihrem Schiff deponieren wollten. Das Wetter war gut, Ostwind mit 15 bis 20 Knoten, leider aber auch alte Welle aus Ost, darüber neue und höhere Welle aus Nordost und als Krönung die gegenlaufende Tidenströmung aus Süd. Segeln wie in der Waschmaschine. Es kam eine Menge Wasser über und wir waren mal wieder froh, uns in Martinique das Deckshaus gebaut zu haben. So blieben wir trocken und gut geschützt.
In der St. David`s Harbour Bay lagen wir dann 2 Tage und haben das Getriebe abgeliefert. Landschaftlich sehr schön gelegen, aber ansonsten tote Hose. Ausser dem Boatyard gibt es nichts, lediglich das Restaurant ist gut und günstig.










Weiter ging es an der schönen Südküste entlang bis in die Woburm Bay oder auch Clarkes Court Bay, die Karten sind sich da nicht einig. Sehr schön gelegen, gute Ankerplätze und auch etwas "Drumherum". In der Whisper Cove Marina, etwas übertrieben bei ca. 15 Liegeplätzen, gibt es eine lang vermisste Einkaufsmöglichkeit. Im Marinagebäude direkt neben der Bar nur eine Tür mit Schild "Meat & Meet Market". Dahinter ein kleiner Verkaufsraum mit Platz für 3 Personen, hinter der kleinen Theke eine von Franko-Kanadiern betriebene Metzgerei ( ca. 20 m2 groß) mit dem vermutlich besten Fleisch und Wurstsortiment der Windward Islands. Wunderbare Steaks, geräucherter Rindersaftbraten mit Pfefferkruste oder jede Menge Pasteten. Alles selbstgemacht aus Fleisch von lokalen Tieren. Einfach super und dazu noch Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Biogarten. Alles zu akzeptablen Preisen.
















Das letzte Bild zeigt dann das Kontrastprogramm, dieses ist in dem kleinen Ort Lower Woburn der größere von 2 "Supermärkten", auf ca. 16 m2 bekommt man von Autozubehör, Brot, Obst und Konserven ein durchaus akzeptables Angebot.
Dann mal ein Blick in die Natur, ein Flame Tree, immer wieder schön anzusehen.
Das letzte Bild zeigt einmal die Probleme bei der Navigation. Es gibt jede Menge Riffe und Untiefen, diese sind meist nur an der unterschiedlichen Farbe des Wassers auszumachen. Je heller, also türkis das Wasser, um so flacher und gefährlicher wird es. Solche Zonen sollte man wirklich nur bei Sonnenschein -am besten von oben oder von hinten- befahren. Man kann sich auf die Karten oder Plotterangaben nicht blind verlassen, also ist diese "Augapfelnavigation" immer noch der sicherste Weg gut anzukommen.







12.08.2014
Weiter nach Carriacou

Wie kann man in den Büchern immer lesen "unter gefüllten Segeln ging es weiter", für uns von Union Island rüber nach Carriacou. Kein grosser Schlag, aber schönes Segeln.
Vorbei an der Bucht von Hillsborough ging es in die Tyrrel Bay. Vorher hatte unser Freund Rainer noch geschrieben, dass wir uns diese Bay unbedingt anschauen sollten, sie lagen damals vor 25 Jahren alleine dort.


















Zu unserem Bordleben gehört mittlerweile, dass wir bei verschiedenen Lebensmitteln Selbstversorger sind. Auf den englischsprachigen Inseln gibt es meist nur ein weiches Pappbrot, so wie die Brötchen in den Burgershops bei uns. Versucht die mal ohne die Zwischenlage. Joghurt ist, wenn überhaupt erhältlich, schweineteuer. Also setzen wir diesen auch selbst an, ganz einfach und nach 24 Stunden ist er fertig. Für das Brot haben wir unseren Backautomaten, Solarstrom kostet ja nichts. Vorratshaltung, man muss je nach Insel das vorhandene Angebot ausnutzen, ist somit für eine gute Verpflegung an Bord unerlässlich. Was es gibt wird dann entsprechend eingekocht, zum Beispiel Fleisch, Gemüse oder selbstgemachte Mangomarmelade.






Samstag sind wir dann in die Inselhauptstadt Hillsborough mit dem Bus für 3,50 EC $ (ca. 1,20 Euto) gefahren. Keine wilde Raserei oder überlaute Musik, nein, schön gemütlich und ruhig. Für eine Hauptstadt ist das Outfit sehr einfach, aber gut zum Einkaufen oder auch einen Kaffee zu trinken.
Die Inseln haben so gut wie kein Grundwasser, deshalb sind alle Dachrinnen der Häuser so vernetzt, dass das Regenwasser komplett in die schwarzen Tonnen fliesst. Wenn allerdings, wie in diesem Jahr, der Regen nur schwach fällt, dann wird es auch mit dem Wasser sehr eng.












Zurück in der Tyrrel Bay, dort gibt es auch einen kleinen Boatyard, so für ca. 30 Schiffe. Aber eine schöne und relativ neue Anlage, in die auch die Behörden ( Immigration und Customs ) von Hillsborough eingezogen sind. Alle Yachten müssen jetzt hier einklarieren und nicht mehr in Hillsborough. Libertina II ist auf dem Foto das erste ankernde Schiff. Die Fischer haben hier schon eine ernsthafte Konkurrenz, wenn man sieht wie die Pelikane den Fisch fangen, die verputzen eine Menge.











05.08.2014
Weiter nach Süden

Wie geplant sind wir von Bequia weiter nach Canouan gesegelt, dort wollten wir ein paar Tage bleiben. Am folgenden Tag feiern die Bewohner von St.Vincent und den Grenadinen den Emancipation Day (Ende der Sklaverei). Diese Feier begann auf der Insel schon am Abend unseres Ankunfttages mit einer gigantischen Musikbeschallung des ganzen Ortes und der Bucht. Dies ging die ganze Nacht hindurch ohne Pause und auch am folgenden Morgen weiter. Da gleichzeitig der US-Hurricanwarndienst einen nahenden Tropical-Storm meldete, dieser konnte sich auch noch zu einem Hurrican entwickeln, zogen wir es vor schnell weiter zu ziehen und nach Union Island zu segeln. Der Sturm erwischte uns dann auch nur kurz mit Durchzug einer Front mit 30 kn Wind.



Diese Abkürzung hätte der Kapitän besser nicht genommen.




Canouan


Union Island, bunt und liebevoll gestaltet.












Der Ankerplatz von Clifton ist rundherum durch vorgelagerte Doppelriffe geschützt, diese liegen ca. 1 sm auseinander. Bei der Zufahrt zur Bucht fährt man zwischen diesen beiden Riffen hindurch.




Am Rand der Ankerbucht liegt Happy Island, eine winzige Insel auf der der Besitzer ein Restaurant/Bar aus Conchmuscheln gebaut hat. Dahinter dann Palm Island, auch eine Privatinsel mit Luxusresort.






Der Skipper lässt sich langsam über das Riff treiben.




Von den Conchmuscheln gibt es Tausende, eine Lieblingsspeise der Einheimischen. Die Dorfjugend bat um eine Dinghyfahrt, wer kann da schon nein sagen.









01.08.2014
Die Grenadinen

Kaum hatten wir unseren letzten Bericht eingestellt, da wurde der Plan auch schon wieder über den Haufen geworfen. Wir wollten los, da ging aber auch das Wetter richtig los. Es schüttete wie aus Kübeln, da macht so eine Fahrt, wenn auch nur 2 - 3 Stunden, einfach keinen Spass. Also ging es erst am nächsten Tag weiter, rüber auf die größte der Grenadineninseln, Bequia. Wie schon St. Vincent, sehr sehr grün, ansonsten aber ganz auf den vielfältigen Tourismus eingestellt, d.h. es gibt Hotels, viele Ferienwohnungen und auch reichlich Ankerplätze.












Das ist ein Badewasser, 28 Grad warm, unsere Ankerkette kann man bis auf den Grund sehen. Aber es sind ja auch nur 8 m.




Da hatten wir doch schon auf Martinique so eine etwas verrückte Wanderung bei über 30 Grad gemacht, warum also auf Bequia nicht? Es sind doch nur etwa 5 km (eine Strecke), allerdings erstmal gut einen Kilometer steil bergauf bis die Paßhöhe erreicht ist, dann langsam wieder runter bis zum Ziel, der Turtle Sanctuary, zu gut deutsch eine Schildkrötenhilfestation. Diesmal 35 Grad im Schatten, der war nur meist nicht da. Nach einer Stunde über die wirklich schöne und abwechslungsreiche Insel waren wir dann da, es hat sich gelohnt. Die Turtles sind wunderbare Tiere, neugierig und zutraulich. Wenn man dann noch weiss, dass sie u.a. sehr gerne und viel Quallen fressen, dann mag man sie noch viel mehr.






















Wie man sieht, nicht nur kleine Segelschiffe ankern in der Admiralty Bay. Klein ist natürlich relativ, es waren auch 25 m Segelyachten da oder eben dieser schöne Dreimaster. Fährt übrigens Charter. Der Ort ist beschaulich, aber man kann fast alles für den täglichen Gebrauch kaufen und natürlich gibt es auch gute Restaurants. Bei "Maria" nicht nur sehr gutes Eis, auch der Fisch und die Scampis waren sehr gut.










Zum guten Schluss mal wieder, na was schon, Sonnenuntergang. Aber so oft sieht man einen solch schönen wirklich nicht, also bitte mitschmachten.







23.07.2014
St. Vincent

Montag morgen, der Wecker geht um 2 Uhr, eine Stunde später sind wir aus der Bucht von Marigot Bay raus und auf dem Weg nach St. Vincent. Der Wind war leider eher schwach, den größten Teil der Strecke lief der Motor mit. Das hat aber auch was Gutes, zwischen den beiden Inseln war es mit einer Welle von 1 bis 2 m schön ruhig. Die ersten Eindrücke vom Schiff aus, St. Vincent ist grün, grün und nochmals grün.








Gegen 16 Uhr erreichten wir dann den Süden von St. Vincent, überall ist die Wassertiefe zwischen 8 und 10 m, zudem starke Tidenströmungen, da nahmen wir dann doch lieber eine Mooring für 40 EC ( 1 EC sind 0,27 € ). EC ist der Eastern Caribbean Dollar, Zahlungsmittel auf den ehemals englischen Inseln.












Wir liegen nun zwischen der Hauptinsel und Young Island, die erste Privatinsel dort seit 1974. Das letzte Photo zeigt dann die Blue Lagoon Bucht, dort liegen die Schiffe sehr dicht beieinander, zudem geht die Einfahrt sehr schmal durch ein Riff, da geht es nur bei Hochwasser rein. Wir liegen vor Young Island mit deutlich mehr Platz um uns herum.
Wir haben in den letzten 2 Tagen zunächst einklariert, wobei die "schlanken" Damen (ca 120 kg) von der Immigration am Flughafen ausgesprochen "nett" waren, augenscheinlich ohne große Beschäftigung wurde unser "good morning" mit " you have to go to Kingstown " beantwortet. Da wurde uns auch klar, warum die Dame vom Zoll (Customs) so nett gegrinst hat als sie uns den Weg zeigte. Also nach Kingstown, dort einklariert und den nächsten Grosseinkauf gemacht. Ein netter Ami, den wir in Marigot Bay getroffen hatten, meinte dies sei die letzte preiswerte Möglichkeit zu bunkern.
In 2 Stunden gehen wir dann den kurzen Schlag rüber nach Bequia ( gesprochen Backway), also gegen 15 Uhr.



20.07.2014
Marigot Bay

Noch in der Rodney Bay sind wir Freitag Nacht ins "Ghetto" von Gros Islet zum wöchentlichen Strassenfest gefahren. Hier veranstalten die Einheimischen ,eher nicht sehr begütert, jeden Freitag Abend dieses Fest und verdienen sich mit provisorischen Bars, Grillständen etc. ein zusätzliches Einkommen. Die Drumms hämmern durch die Gassen und mit dem Rumpunsch in der Hand tanzt man automatisch.








Samstags sind wir dann zum Einkaufen in das Marina Village gelaufen, an der Strasse stand unter anderem ein Pick-up und bot frischen Fisch an. Alle Fische kosten den Einheitspreis von ca. 7,50 € / kg, egal ob Thunfisch, Golddorade, Kingfisch oder Red Snapper. Wir haben uns eine schöne Golddorade gegönnt.










Sonntag wollten wir dann in die Marina fahren und das WM-Endspiel sehen, wir lassen das Dinghy von den Davits runter, starten den Motor, es fährt aber nicht. Eine nähere Überprüfung ergab, dass man uns in der Nacht den Propeller vom Aussenborder gestohlen hatte. Unsere Freunde vom Cat-Antigua haben uns dann mitgenommen und wir haben zusammen das Endspiel genossen. Am Montag haben wir dann den Ersatzaussenborder überprüft, leider war dieser nicht mehr reparabel. Der Simering zwischen Motor und Antrieb war defekt, hierdurch ist Salzwasser an Kolben und Pleuellager eingedrungen und hat zu entsprechenden Schäden geführt. Wir konnten aber zumindest den Propeller soweit umbauen, dass er auf den grossen Aussenborder passt und wir diesen wieder benutzen können.
Dienstag sind wir dann die Küste Richtung Süd gesegelt, ein schöner Segeltag. In Marigot Bay angekommen, der teuersten Bucht der ganzen Insel, fanden wir dann noch einen schönen Ankerplatz.











10.07.2014
Regenwald und mehr

Zu den Sehenswürdigkeiten rund um Soufriere gehört der "Drive-in Vulkan" sowie einer der botanischen Gärten mit dem Diamant Wasserfall. Bei dem Vulkan handelt es sich um ein Tal mit brodelnden Schwefelwasserquellen, diese kommen mit weit mehr als 100 Grad aus der Erde. Früher war das Gelände nicht abgegrenzt, nachdem jedoch ein Führer in eine der Quellen gefallen ist, wurde dies nachgeholt. Das ganze Tal ist mit einem Schwefelgeruch ausgefüllt, ungeachtet dessen wachsen die Pflanzen ausgesprochen gut. Nicht weit vom Vulkanbecken findet man dann den botanischen Garten, welcher allerdings noch an den Nachwirkungen des letzten Hurrikans von 2010 leidet. Der Wasserfall, schön gelegen aber nicht sehr hoch .










Am nächsten Tag ging es dann in die Inselmitte, den Regenwald. Ein für die Größe der Insel ansehnlicher Urwald, durch den man nur mit Genehmigung und Ranger gehen kann. Dicht mit allen möglichen Bäumen und Büschen zugewachsen, nur wenige Pfade gehen hindurch. Da wachsen z.B. Bambusstauden (erstes Bild) mit der für uns kaum glaubhaften Höhe von 25 bis 30 Meter. Da braucht man nicht viele um eine Hütte zu bauen.










An der Ostseite, also an der Atlantikseite, ging es weiter zur Südspitze der Insel und dem dort gelegenen Ort Vieux Fort. Traumhafte Strände, vom Tourismus kaum berührte Orte, dann die einzige Gegend der Insel die etwas flacher ist, Vieux Fort. Von der Lage her auch als Absprungankerplatz Richtung Süd super geeignet, leider jedoch nicht sicher. Hier hat es schon mehrere Überfälle mit Toten auf Yachten gegeben, da fahren wir weit aussen vorbei.










Die Rückfahrt nach Rodney Bay führte dann an der Westseite, also am Karibischen Meer, entlang. Ein Stück vor Soufriere und abseits von der Landstrasse kamen wir in den Ort Choiseul. Die Häuser sind nicht ganz neu, aber schön bemalt. Nicht sicher waren wir, ob die Lottoannahmestelle noch arbeitet, Westlotto ist weit vertreten, oder?














Eigentlich wollten wir Mittwoch weitersegeln, da aber unsere Jungs in Brasilien so super spielen, haben wir die Abfahrt bis auf Montag verschoben. Sonntag wird das Endspiel im Kreis der deutschen Segler geschaut und dann der Sieg ( da sind wir sehr zuversichtlich) mit einem Strandgrillen gefeiert. Hier beginnt das Spiel ja um 15 Uhr, so dass anschliessend noch genügend Zeit ist. Euch allen ein schönes WM-Finale.

05.07.2014
Saint Lucia

Nach der arbeitsreichen Zeit auf Martinique haben wir es hier auf St. Lucia erst mal langsam angehen lassen. Die Marina liegt sehr gut geschützt in einer Lagune, mit dem Dinghy brauchen wir immer 10 - 15 Minuten bis zum Dinghysteg. Eines der einheimischen Obst- und Gemüseboote sieht man auf dem ersten Foto. Die Marina bietet alles was man braucht, incl. Public-viewing Zelt für die Fussballfans. Dass wir uns in der Regenzeit befinden sieht man deutlich an den Wolken, es schüttet kurzzeitig, danach ist es wieder schön.








Der erste grössere Ausflug ging in die Inselhauptstadt Castries, typisch Karibik, Marktplatz und Markthalle direkt nebeneinander. Dazu gibt es dort eine "Fressmeile", auf den Fotos ist ein typisches, creolisches Mittagsgericht zu sehen. Creolische Küche ist einfach, alles was man hat gemischt auf den Teller, fertig. Das sind dann in der Regel neben Hähnchen, Fisch oder Fleisch, dicke Bohnen, Linsen, gemischter Salat, Süsskartoffeln, Reis, Nudelauflauf und Manjok. Dazu gibt es süsse oder scharfe Sosse.
Die Stadt selbst ist ein für unsere Verhältnisse ungeordneter Haufen von Häusern, aber mit Charme und viel Grün und Farben.










Diese Woche haben wir dann zusammen mit Uschi und Artur vom Cat Antigua einen Mietwagen genommen und die Insel erkundet. Dienstag ging es an der Westküste runter bis Soufriere. Das Fleisch läuft hier auf der Hauptstrasse rum, egal ob Hähnchen, Ziege oder Rind. Da ist beim Fahren Vorsicht angesagt. Die Strassen sind relativ gut, allerdings gibt es zum Abgrund auf der einen Seite natürlich keine Leitplanken oder eine andere Abtrennung. Dazu dann teilweise gut 50 cm tiefe Abflussrinnen an der Fahrbahn und Linksverkehr. Da kommt Freude auf. Es geht ständig bergauf und wieder runter, Steigungen von 15 % sind hier normal. Dafür war unser Mietwagen etwas schwach motorisiert, aber wir kamen überall hoch. Die Insel ist in der Vergangenheit zwischen den Kolonialmächten Frankreich und England immer hin und her gegangen, 14 mal wechselte die Besatzung. Die Engländer setzten sich letztendlich durch. Soufriere war in Zeiten der französischen Besatzung immer die Hauptstadt, gelegen unter den 2 Pitons ( das sind die spitzen Berge auf den Fotos ) und mit einigen "Sehenswürdigkeiten" versehen. So das nicht mehr bewohnte Holzhaus, da wird in absehbarer Zeit ein Baugrundstück frei. Gebaut wird hier indem man sich dem Gelände anpasst und nicht das Gelände dem Bau. D.h. ist der Hang steil, wird ein Stützpfeilerwerk gebaut, egal wie hoch das sein muss.

























24.06.2014
Planung !!!

Da hatten wir die Abfahrt geplant, in der zweiten Hälfte der letzten Woche sollte es losgehen. Da hatte die Natur aber was dagegen. Nach mehr als 3 Monaten Liegezeit war das Unterwasserschiff, insbesondere der Propeller mit Schaft sowie die untere Kielhälfte von allerlei Pflanzen und Getier bevölkert. Da hatten sich doch tatsächlich schon Korallen gebildet, nicht so ganz leicht wieder zu entfernen. Da reichte die Füllung der Tauchflasche nicht aus, also noch mal nachfüllen lassen. Bild 1 zeigt in den Umrissen noch einen Propeller, nach 10 Minuten war dieser dann freigelegt. Am Kiel, insbesondere der Kielsohle war es noch schlimmer, das war dann schon voller Krafteinsatz um das ganze Zeug wieder loszuwerden. Für die Fische, die sekundenschnell nach Beginn der Aktion ankamen, bedeutete dies einen voll gedeckten Tisch, denn mit dem ganzen Grünzeug wurde natürlich auch jede Menge Kleingetier freigesetzt, auf das sich die Fische stürzten. Genauso sah dann die Ankerkette aus, mit Drahtbürste, Hammer und großem Schraubenzieher wurden die Besatzer entfernt. Nicht ohne sich zu wehren, die großen Schnecken mit den Zitzen schossen mit einer Juckreiz auslösenden Flüssigkeit nach dem Angreifer. Sehr unangenehm.













Nachdem dann auch noch das Wetter nicht so war wie gewünscht, wer läuft schon bei Regen freiwillig aus, ging es dann am Montag (gestern) raus aus der Bucht, vorbei am Club Med und rüber nach St. Lucia.







Es waren 3 schöne Monate auf einer zwar nicht dem Klischee der Karibik entsprechenden Insel, wir können aber verstehen, dass sich viele Segler hier niedergelassen haben. Die Insel ist sehr grün, wenn man länger da ist registriert man sogar den Wechsel der Jahreszeiten (wir noch nicht) und der starke französische Einfluss bringt doch einen grossen Teil Europa auf die Insel. Zudem hat sich eine deutsche Gemeinde gebildet, auch wenn nur wenige fest dort leben. Die Anderen kommen aber nach den verschiedenen Segeltörns auch immer wieder zurück. Wir werden auf jeden Fall auch wiederkommen.


Nach einem nicht so schönen Törn, der Wetterbericht lag mal wieder daneben, erreichten wir St. Lucia. Das neue Deckshaus konnte sich direkt bewähren, 3 - 4 m Welle von der Seite und zwischendurch immer wieder querschiessende Tidenwellen brachten einiges Wasser auf´s Deck. Wir blieben trocken. Die viele Arbeit und auch das Geld haben sich gelohnt. Wir geniessen jetzt erstmal ein paar Tage Ruhe in der Rodney Bay bevor wir zur Erkundung der Insel starten.









16.06.2014
Fertig ! (fast)

Nach spachteln und schleifen, spachteln und schleifen, spachteln und schleifen - gefühlt fast 500 mal - sind wir nunmehr mit unserem Deckshaus fast fertig. Die Fenster haben innen Alurahmen bekommen und wurden dann - mit Ausnahme des mittleren Fensters - fest mit Plexiglasscheiben verglast. Diese mussten dann teilweise noch gebogen werden, sie mussten hierzu auf 150 Grad erwärmt werden, was wir zum Teil in unserem Backofen durchführten. Das mittlere Fenster ist zum Öffnen damit wir auch Luft in die Bude bekommen. Sonst heizt sich diese bei Sonneneinstrahlung auf Saunatemperaturen auf.
Lediglich die Endlackierung konnten wir noch nicht vornehmen, seit 3 Wochen haben wir hier ständig Wind zwischen 20 und 30 Knoten ( entspricht Windstärke 5 - 7 ), da fliegt tatsächlich die Farbe vom Pinsel. Unter diesen Bedingungen war es schon schwer genug die Vorstreichfarbe aufs Deckshaus zu bekommen. Nach der Lackierung bekommen die Fenster aussen noch einen 4 cm breiten Edelstahlrahmen.

















Jetzt geht wieder das ganz normale Bordleben los und auch die Nähmaschine kann wieder ihre guten Dienste tun.





In der zweiten Hälfte dieser Woche werden wir dann - nach 3 Monaten Martinique - Richtung Süden weiter segeln. Vorher muss der Skipper aber noch tauchen und das mittlerweile kräftig bewachsene Unterwasserschiff reinigen.
Abschiedsbilder vom Hafen und der Bucht - gemacht von der Terasse der Capitainerie - beschliessen unseren letzten Bericht aus Martinique.







Der nächste Bericht kommt aus der Rodney Bay von St. Lucia (gespochen San Luhscha).



30.05.2014
Immer noch Martinique

In der vergangenen Woche haben wir am Dienstag das Dach anlaminiert. Der Rohbau war somit fertig und wir gönnten uns am Mittwoch eine Pause.
Mit dem Mietwagen fuhren wir - natürlich mit eingeschobenen Besuchen zweier Baumärkte - in den Nordwesten der Insel nach St. Pierre. Diese ehemalige Hauptstadt wurde am 08. Mai 1902 durch einen gewaltigen Ausbruch des Vulkans Mount Pelee total zerstört. Obwohl der Vulkan schon Wochen vorher deutliche Zeichen gegeben hatte, verliessen nur wenige Einwohner die Stadt. Die anderen wollten ihr Hab und Gut nicht aufgeben und kamen darin um. Schon vor über 100 Jahren waren Gier und Dummheit weit verbreitet, da man lediglich blieb, weil man Angst um seine Häuser, Landgüter und sonstigen Besitz hatte. Insgeamt gab es ca. 30.000 Tote. In der Stadt überlebte nur der im Gefängnis, in einer Steinzelle einsitzende Mörder, Louis Cyparis, sowie der Schuster Leon Leandre.
Etliche Ruinen sind heute noch vorhanden, so auch Teile vom Theater und Gefängnis.

















Die "Lieblingsbeschäftigung" auf Martinique, stehend im Stau.





Eine "Prachtstrasse" die Rue Petit Versailles.








Mango-Baum voller Früchte




Heutige Hauptstadt ist Fort-de-France, nicht nur für uns eine nicht sehenswerte Sadt. Entsprechend wenige Ankerlieger waren in der Ankerbucht. Einzige Attraktion wäre vielleicht das Fort, dieses ist aber nicht zu besichtigen, da sich das Militär hier breitgemacht hat.
















Der Baufortschritt ist auf dem folgenden Bild zu sehen.





19.05.2014
Grossbaustelle

Seit einigen Wochen leben wir ja auf einer Baustelle und der Skipper fragt nun oft :" Welcher Teufel hat mich eigentlich geritten ein solches Projekt auf dem ankernden Schiff durchzuführen ?" Es hilft aber nichts, was angefangen ist wird nun auch zu Ende gebracht.
Da die Plexiglasscheiben hier in Le Marin nicht zu einem vernünftigen Preis zu bekommen waren, hatten wir uns ein Auto gemietet um nach Le Lamentin , dem grossen Gewerbegebiet der Insel, zu fahren. Hier auf Martinique ist Busfahren teuer und man kann nie sicher sein auch wieder zurück zu kommen. So ist ein Mietwagen eine bessere und günstigere Lösung.

Wir sind an der Ostküste entlang gefahren um mehr von der Insel zu sehen. Hier gibt es auch einige ruhige Ankerbuchten. Diese sind durch teilweise betonnte Riffdurchfahrten zu erreichen. Die Landschaft ist auch hier hügelig und grün. Es werden massenhaft Bananen angebaut, daneben findet man auch grosse Zuckerrohrfelder für die verschiedenen Rumdestillerien.


















Unser Deckshaus besteht aus 5 Fensterelementen und dem Dach. Jedes Teil muss auf jeder Seite mit 2 Lagen Glasfasergewebematte und Epoxy laminiert werden. Nach jedem Laminieren muss das Ganze dann gut trocknen. Unebenheiten müssen geschliffen werden. Das alles dauert dann entsprechend lange, da der Platz im Cockpit ja nicht gross wie eine Werkhalle ist. Zudem ist es erforderlich Schatten zu haben, da bei Sonneneinstrahlung beim Laminieren Blasen entstehen würden. Zu hohe Luftfeuchtigkeit - etwa durch die tropischen Regenschauer - vereitelt auch ein zügiges Vorankommen. Mit dem Wind muss man sich auch arrangieren, ein Tag mit weniger als 5 Bf ist die Ausnahme. Aber so langsam ist das Ende in Sicht. Das Dach wird Anfang der Woche auflaminiert. Dann wird alles feingespachtelt und geschliffen, anschliessend lackiert. Zum Schluss werden die Plexiglasfenster - die wir noch mit Heissluft biegen müssen - mit Rahmen eingesetzt.
















Die tropischen Regenschauer sind meist kurz und heftig. Ohne Schutz ist man in ein paar Sekunden pitschnass.








26.04.2014
Verrückte Segler

Wir haben Ostern gut überstanden, es wird hier so gut wie überhaupt nicht gefeiert. Unsere Osterbräuche, Eier und Osterhase??? Hier jedenfalls nicht. Es hat gut geregnet, also waren wir weiter an unserem Bauprojekt beschäftigt.
Für Mittwoch war dann eine kleine Wanderung angesagt. Um 9 Uhr, bei 32 Grad im Schatten und mal ein Tag ohne Regen, ging es los. Erst ging es durch Sainte Anne, dann begann der eigentliche Wanderweg. Festes Schuhwerk war angesichts des schmalen Pfades mit Berg- und Talgang angesagt.

















Nach fast 2 Stunden und 9 km kamen wir dann zu unserem Ziel, der Bucht von "Grande Anse des Salines". Für einige von uns erst mal der Sprung ins kühle Nass (27 Grad und kühl???). Für die anderen gab es was zu Essen und Trinken.













Nach einer längeren Pause ging es dann auf den Rückweg, also wieder 9 km über die Berge. Am späten Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang, waren wir dann wieder auf unserem Schiff. 18 Kilometer bei der Hitze laufen, die Segler müssen verrückt sein so was freiwillig zu machen. Aber es hat auch noch Spass gemacht.
19.04.2014
Frohe Ostern

Allen unseren Lesern wünschen wir schöne Ostertage.




Dieses Foto ist übrigens nicht in Mitteleuropa aufgenommen, sondern in der Mitte von Martinique. So stellen sich die meisten sicherlich nicht die Karibik vor. Ist aber trotzdem schön.



13.04.2014
Man könnte es so schön haben...

Da liegt man hier fast im Paradies, das ganze Jahr über geht die Sonne um 6.30 Uhr auf und um 18.00 Uhr wieder unter, das schwankt maximal um eine halbe Stunde. Ebenso sind die Temperaturen beständig bei 30 Grad, +/- 3 Grad, die Wassertemperatur liegt bei angenehmen 27 Grad. Es gibt zwei Jahreszeiten, Regenzeit und weniger Regen, keine Zeitumstellung oder ähnlichen Blödsinn. Also sehr angenehme und gleichmässige Lebensumstände, die man geniessen könnte.
Aber was macht man ? Lässt sich eine neue Baustelle auf dem Schiff einfallen. Unsere Sprayhood ist zwar erst 4 Jahre alt, wurde aber vom Voreigner auf seine Grösse hin gefertigt. Da er etwa einen Kopf kleiner war als ich ( Wolfgang ), kann ich immer nur mit schiefgelegtem Kopf darunter sitzen. Also hatten wir schon länger den Plan, in der Hurricansaison ( Juni bis Oktober ) , auf Trinidad oder Grenada auf die Werft zu gehen und ein festes Deckshaus zu bauen. Wie uns der Teufel so reitet, hier in Le Marin gibt es alles zu kaufen um so ein Teil zu bauen. Plan umgeschmissen, wir bauen hier sofort auf dem schwimmenden Schiff und gehen nicht auf die Werft. Da die alte Sprayhood auch schon sehr nachlässt, die Fenster werden schon blind, konnten wir damit auch gleich eine teure Reparatur vermeiden.





So leben wir jetzt auf einer mehr oder weiniger gemütlichen Baustelle, anstatt am Strand oder in der Mango Bay Bar einen schönen Drink zu geniessen. Die ganze Arbeit geht auch immer nur Stückchenweise voran, da nach dem Laminieren mit Epoxy dieses erst ein paar Stunden trocknen muss. Gar mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Die grossen Wabenplatten ( 2,50 m x 1,20 m ) sind auch sehr gut zu verarbeiten, kleine harte und gemeine Splitter gehören dazu, das macht Spass diese wieder aus den Fußsohlen zu holen. Wie man auf den letzten Fotos sieht, geht es aber trotzdem voran. Vor 3 Wochen sind wir angefangen, wir hoffen in 3 weiteren Wochen fertig zu sein. Willkommen im Paradies.



























Am letzten Wochenende haben wir uns aber auch einen kleinen Ausflug gegönnt. Auf dem Weg mit dem Dinghy, wenige hundert Meter hinter uns, liegt eines der sichersten Hurrican-Holes überhaupt. Das ist nochmals eine fast komplett umschlossene Bucht in der Bucht von Le Marin, an den Ufern dicht mit Mangroven bewachsen. Sollte sich ein Hurrican nähern, fährt man mit Volldampf in diese Mangroven und vertäut das Schiff mit so viel Leinen wie möglich an diesen Bäumen. Damit liegt man so sicher wie möglich. Wir hoffen davon keinen Gebrauch machen zu müssen.









Weiter ging es dann zu Fuss nach Sainte Anne, einem Badeort vor der Einfahrt in die Bucht von Le Marin. Mit schönem Blick auf den Diamant-Felsen und die vor dem Strand ankernden Yachten. Hier gibt es auch genug Strandbars und Restaurants. Sollte es einmal zu einem Tsunami kommen, sind entsprechende Schilder aufgestellt.











06.04.2014
Vor Ort

Im letzten Beitrag hatten wir vom Training der einheimischen Yole-Segelboote berichtet. Da gab es ja noch so einiges zu verbessern. Heute fand dann wieder direkt vor uns das Rennen der besten Inselboote statt. Da ging es schon ordentlich zur Sache, die körperliche Anforderung ist schon enorm wie man auf den Fotos sieht. Ohne Pannen ging es aber auch heute nicht ab, das an dritter Stelle aussichtsreich liegende Boot setzte kurz auf einem Riff auf, 3 Mann der Besatzung gingen über Bord, bis die wieder im Boot waren lagen schon 4 andere Boote voraus. Pech eben. Einige kamen auch etwas von der eigentlichen Regattastrecke ab und direkt bei uns vorbei.











Der Ort Le Marin ist mit einem kleinen, alten Ortskern und als Mittelpunkt natürlich mit einer Kirche (17.Jahrhundert) ausgestattet. Diese wird gerade renoviert, wie man auf dem Schild sieht beteiligt sich die EU hieran grosszügig mit über 40 Prozent. Auf der anderen Seite sind die "Gehwege" eine absolute Stolperfalle, hier hält sich die Gemeinde schön raus und sagt den Hausbesitzern, den Bürgersteig müsst ihr machen. Entsprechend sieht dieser dann vor jedem Haus anders aus. Dazu kommt dann noch, dass die Strassenkanalisation lediglich aus einem betonierten Graben, zum grossen Teil ohne Abdeckung, besteht.
Direkt hinter den letzten Häusern fängt der tropische Urwald an, auf der anderen Seite dann die grosse Bucht mit weit über 1000 Schiffen. Der Yachthafen bietet 750 Plätze an und ist voll ausgebucht, mehrere 100 Schiffe liegen dann noch an Moorings bzw. vor Anker.















Manche Schiffe können nicht bis zum Hafen fahren, sie sind einfach zu gross. Deshalb ankern sie dann immer genau in unserer Höhe, nur ausserhalb vom Riff hinter dem wir liegen. So auch dieses kleine Motorschiffchen "Solandge", 85 m lang und letztes Jahr in Deutschland gebaut. Von aussen ein schönes Schiff, wer mal die Webseite googelt kann auch die Inneneinrichtung "bewundern", wir möchten da keinen Tag drin verbringen. Was hat der Innenarchitekt nur gelernt?
Dann kam noch eine schöne Überraschung, die Segelyacht "Kallisto" von Petra und Herbert lief ein und ankert nun direkt neben uns. Wir kennen die Zwei von Lanzarote her, dort haben wir die Ausflüge gemeinsam gemacht und auch sonst einige schöne Stunden verlebt. Die Kallisto ist ein Stahlschiff ohne jeden Rost, von Herbert vor über 20 Jahren in absoluter Topqualität gebaut. So was sieht man bei Eigenbauten sehr, sehr selten.













24.03.2014
Grosse EU

Vergangene Woche haben wir uns die Insel Martinique mal etwas näher angesehen. Zusammen mit Marion und Gerhard von der Blue Lagoon haben wir einen Mietwagen für einen Tag genommen. Nach ein paar Kilometern guter Landstrasse dann die Überraschung, wir fahren auf so etwas wie einer Autobahn. Bei näherer Betrachtung wird es klar, diese Insel ist ein Teil von Frankreich, also auch von der EU. So fliessen dann u.a. die deutschen Steuergelder hierher um eine Autobahn zu bauen.
Den grössten Teil des Tages haben wir in Supermärkten und Baumärkten zugebracht. Das dritte Foto zeigt eine Käsetheke wie sonst nur in besonders grossen Supermärkten bei uns. Hier normal.
Den Nachmittag haben wir dann in Pointe du Bout verbracht, ein kleiner malerischer Ort mit kleinem Bootshafen, Eisdielen und vielen Geschäften. Einfach schön und mit Blick auf die grosse Bucht von Fort de France.

















Vor unserem Ankerplatz fand dann am nächsten Tag ein Training der einheimischen Boote, der Yole, statt. Segeltechnisch betrachtet einfach unmöglich, d.h. Segelschnitt und Segeltechnik waren mal vor 200 Jahren aktuell, aber es macht Spass zuzusehen. Die Anzahl der Besatzung spielt wohl keine Rolle, da waren die Boote mit 10 bis 25 Leuten besetzt. Alles Schneeflöckchen ( da es heute problematisch sein kann die richtige Benennung für farbige Menschen zu finden, haben wir diesen Begriff übernommen ). Die Kurssuche in diesem Revier ist wohl auch für Einheimische nicht ganz leicht, ein Boot lief wenige 100 m von uns auf ein Riff und musste dann von Teilen der Crew wieder ins tiefere Wasser geschoben werden. Dann ging es weiter, wobei ein anderes Boot auf dem Riff beim Club Med immer noch feststeckte. Also weiter üben.















Samstag Abend, Spieleabend auf der Blue Lagoon. Mit von der Partie auch noch Fiete von der Lena. Gespielt wurde RummyCup, geht auch mit 5 Spielern. Das Kartenmischen war etwas umständlich, also erfand Marion mit Fiete erst mal eine neue "Kartenmischmaschine" mit Trichter zum Umfüllen der Karten. Es wurde ein lustiger und längerer Abend, wer Sieger war wird nicht verraten.









16.03.2014
Einkaufen wie in Frankreich

Nach der ersten Woche auf Martinique müssen wir so langsam unseren Kaufrausch zurückfahren. Die Supermärkte wie zu Hause, nach den Wochen auf den Kap Verden und Barbados mit dem schmalen Angebot, verführen doch dazu mal dieses und jenes mitzunehmen.

Auf besonderen Wunsch von Rainer hier das Foto mit unseren Martiniqueführern Marion und Gerhard von der Blue Lagoon. Nach der ausführlichen Führung durch Le Marin und immer wieder guten Tipps, kommen wir auch ohne profunde Kenntnisse der französichen Sprache zurecht.
















Hier in der Marina finden wir auch eine der wenigen Wäschereien die mit warm/heissem Wasser waschen. Selbstbedienung, für 7 kg bezahlen wir 7 €, also absolut ok. Wie wir von vielen Kennern der Karibik gehört haben, wird ansonsten die Wäsche kalt gewaschen, also ist der Grauschleier vorprogrammiert. Überall finden wir hier Dinghystege, unseres ist das zweite von rechts, damit sind wir sehr viel unterwegs. Vom Ankerplatz zum Ort sind es ca. 2 km, von einer Ecke (Marina) zu den Supermärkten nochmals das Doppelte. Bei annähernd 40° Grad in der Sonne fahren wir doch lieber Dinghy statt zu laufen.

Zwei Tage lang lag direkt vor uns ein grosser Schiffstransporter vor Anker. Für kleines Geld (so ab fünfstellige Eurosummen) nehmen derartige Frachter Motor- und Segelyachten wieder mit nach Europa. Das ist schon sehr genaues Arbeiten um die Yachten so dicht als möglich und doch sicher aneinander zu stellen. Vorher bringen Taucher die Hebegurte an, dann geht es an Deck. Die Gestelle für die Boote werden dann mit dem Deck verschweisst. In den 2 Tagen waren es 6 Boote die verladen wurden, anschliessend ging es für den Pott mit insgesamt 16 Yachten auf die Reise. Kein schlechtes Geschäft.














Samstag waren wir in der kleinen Markthalle und im alten Ortsteil.
Unsere neueste "Errungenschaft" ist eine aus dem alten Grosssegel gemachte Plane, mit welcher wir das nicht so seltene Regenwasser (die letzten 2 Tage waren aber trocken) auffangen. Dieses benutzen wir dann als Wasser für die Wäsche, welche nicht in die Maschine kommt.











10.03.2014
Viel Regen!

Unsere Fahrt von Barbados nach Martinique war schnell und problemlos. Nach dem Start setzten wir Fock und Gross im 3.Reff, dies blieb so bis Mitternacht. Wir waren um 13.30 Uhr gestartet und hatten 110 sm vor uns. Mitternacht waren davon noch gerade 42 sm über, bei 6 - 7 kn Fahrt wären wir bei Dunkelheit angekommen, das sollte nicht sein. Also das Gross runtergenommen und die Fock ein wenig gerefft. Wir wurden etwas langsamer und trafen dann nach Sonnenaufgang um 8 Uhr an der Leuchtturmecke von Martinique ein. Um 9 Uhr ging dann der Anker runter und wir erst mal in den Ruhemodus. Wir ankern am Südende der Insel in der sehr geschützten Bucht von Le Marin, kein Schwell und nur ganz kleine Wellen, toll. Die Fotos zeigen mal so einen kleinen Rundumblick von unserem Schiff aus.












Am Nachmittag des Tages, bis dahin war das Wetter sehr schön, kamen dicke Wolken und tropische Regenschauer. Dies war dann auch an den beiden folgenden Tagen so, jeweils den ganzen Vormittag.










Über unseren Freund Rainer haben wir Kontakt zu Gerhard und Marion bekommen, diese haben uns auch den Ankerplatz empfohlen und die Anfahrt genau beschrieben. Das ist hier schon etwas schwieriger, das ist für uns das erste Gebiet mit ausgedehnten Riffen, also schön vorsichtig navigieren. Auch der Tipp von Gerhard für die Anfahrt, da liegen eine Menge "Fischerbojen", nur Plastikflaschen am Tau, war wertvoll. Diesen sollte man unbedingt ausweichen, die lieben Fischer warten nur darauf, dass so ein "dummer" Segler so eine "Boje" überfährt, schon ist das Geschrei gross von wegen Netz beschädigt usw., d.h. sie wollen abkassieren.
Das vorletzte Bild zeigt dann im Vordergrund den Katamaran Blue Lagoon von Gerhard und Marion, angedockt liegt Fiete mit seinem Schiff Lena. Er hat sich vor einigen Wochen ein Bein gebrochen und wird von den Beiden betreut.
Dann mal wieder einen obligatorischen Sonnenuntergang, muss manchmal sein.



05.03.2014
Die letzten Tage auf Barbados

Montag ging es wieder mit dem Bus nach Bridgetown. Für einen Aussenborder mussten wir Zündkerzen kaufen und wir wollten noch etwas mehr von der Stadt sehen. Zündkerze kaufen bedeutet, nach der Busfahrt von 45 Minuten nochmals 3 km durch die Stadt laufen bis der entsprechende Laden gefunden war.
Danach war es nicht mehr weit bis zu einem der kulturellen Höhepunkte von Barbados, dem George Washington Haus. Der erste Präsident der USA war nur einmal in seinem Leben aus Virginia weg, das waren die 50 Tage auf Barbados im Jahre 1751. Das Haus ist noch nahezu im Originalzustand und beinhaltet auch ein kleines Museum.












Dienstag hatten wir die glorreiche Idee mal nicht zum Einkauf nach Speightstown zu laufen, sondern das Dinghy zu nehmen. Die Fahrt ging ohne Probleme, an Land zu kommen schon nicht mehr. Eine Brandungswelle wollte unbedingt zu uns ins Dinghy, also hatten wir nasse Hosen. Nach Einkauf und Mittagessen stand die Rückfahrt an. Die Brandung war höher geworden, erster Versuch endete mit vollgelaufenem Dinghy. Also zum anderen Ende des Strandes, da waren die Wellen kleiner. Auf dem Weg trat Christiane in ein nicht sichtbares Loch unter Wasser, dieses hatte dann auf der anderen Seite auch noch Felsen. Diese waren deutlich härter als ihr Schienenbein.






Die nächsten 2 Fotos zeigen den Strand an dem wir normalerweise anlanden und unsere Libertina II.






Heute ging es dann mit einem der gefährlichen weissen Kleinbusse, der raste ohne was sehen zu können um jede Ecke, Schlaglöcher ignoriert man am Besten, also Abenteuer pur, zum Nordende der Insel. Hier brandet der Atlantik nach über 2000 Seemeilen mit den hohen Wellen an und es wurde uns zum ersten Mal so richtig klar, dass wir mit der Tour über den Teich doch einiges geleistet haben. An dieser Stelle möchten wir uns auch für die vielen Glückwünsche herzlich bedanken.














Das kleine Restaurant war, wo auch nur ein wenig Platz an den Wänden war, mit Visitenkarten, Fahnen und Fotos der Besucher bestückt.


Zum Abschluss gönnten wir uns dann einen Lunch im Restaurant des Port St. Charles Yachtclubs. Wir haben hier am Steg schon öfters unser Dinghy festgemacht und den einen oder anderen Drink genossen. Das Essen war auf jeden Fall vorzüglich.












Morgen starten wir zur nächsten Insel, nach Martinique, ein Törn von etwa 24 Stunden.



02.03.2014
Typisch Karibik

Karibik, jeder kennt die schönen Fotos, Sonne pur und Strand. Falsch, in der Karibik regnet es relativ viel, wir sind zwar in der Trockenzeit, es regnet aber trotzdem. Samstag stand ein Ausflug quer über die Insel an. Der Wetterbericht sagte starke Bewölkung aber nur 20 % Regenwahrscheinlichkeit voraus. Die können vielleicht Prozente rechnen. Von Sonne war an diesem Tag nicht viel zu sehen, dafür wurden wir ordentlich nass.

Erstmal ging es mit dem Bus rüber an die Ostküste nach Bathsheba, dem Superbadeort und Surfparadies. Wir haben die Fahrt überlebt, mal wieder ein Raser am Steuer, was scheren da Schlaglöcher ( ein Dank von unseren Bandscheiben ) nicht einsehbare Kurven oder regennasse Fahrbahn. Immer Gas, nach 50 Minuten waren wir da.








Auf besonderen Wunsch ein Foto von Christiane mit der neuen Kurzhaarfrisur.








Dieser Surfer war besonders hart im Nehmen. Alleine im Wasser, rauspaddeln, versuchen eine Welle zu erwischen, manchmal aufs Brett, aber spätestens nach 5 Metern wieder im Wasser. Aufgeben war nicht drin. Er übte noch als wir schon auf unserem weiteren Weg waren.





Hier hat ein Makler ganze Arbeit geleistet, diesen Brocken als Baugrundstück zu verkaufen, tolle Leistung. Von diesen Felsen liegen am Strand jede Menge rum, leider darf man keinen mitnehmen.










Dann durften wir ein wenig Bergsteigen in feuchtwarmer Schwüle. Nach gut einem Kilometer kräftig bergauf erreichten wir den Andromeda Botanical Gardens. Zur Erklärung, Barbados ist die einzig nicht vulkanische Insel der Karibik. Insofern unterscheidet sich auch die Flora und Fauna. Für diesen Botanischen Garten wurden von den anderen Karibikinseln Blumen und Pflanzen geschenkt, die nicht auf Barbados beheimatet waren.














Wir waren eine knappe Stunde im Park, 3 kräftige Regenschauer unter den dichten Bäumen abgewettert, es half nichts, wir waren nass. Zurück dann mit dem Bus über eine nicht ganz so üble Strecke und wir mussten auch die letzten 2 km von der Busstation zum Dinghy nicht gänzlich laufen. Nach der halben Strecke hielt ein Van an und wir wurden wie selbstverständlich an unserem Ziel abgesetzt. Einfach nette Leute hier.


28.02.2014
Nicht immer Urlaub

Viele unserer Leser glauben sicherlich, die haben es gut. Immer nur geniessen und keine Arbeit. Leider falsch. Unter den Seglern gibt es den Spruch: "mit dem Schiff unterwegs sein bedeutet, an den schönsten Plätzen der Welt sein Schiff zu reparieren".
Dies traf diese Woche auch auf uns zu. Dienstag früh, wir wollen mit dem Dinghy an Land fahren, Aussenborder gestartet, 200 m gefahren, geht das Teil aus. Neue Startversuche ohne Erfolg. Also zurück zum Schiff rudern und dann Aussenborder untersuchen. Ging schnell, Düse im Vergaser war verstopft und die Luftzufuhr war zu gering. Erledigt, Aussenborder lief wieder.







Es ging weiter, an Land fahren, Dinghy den Strand hochschleppen, anschliessen und dann Fussmarsch bei 30° nach Speightstown. Dort werden wir dann vom Coconutmen angesprochen, der schlägt ein paar Kokosnüsse auf und wir trinken den leckeren Saft. Das Fleisch der Kokosnuss war unglaublich saftig und lecker.









Zum Mittagessen ging es dann in eine Institution, den Fisherman´s Pub. Es gab fliegenden Fisch, Fischbällchen und Kürbisgemüse. Nachtisch Kochbananen, besondere Bananen die nur gekocht oder gebraten schmecken, nicht mit dem Zeug zu vergleichen was bei uns z.B. beim Chinesen serviert wird. Alles sehr lecker.








Am nächsten Tag ging es dann mit dem Bus nach Holetown. Das erste Einkaufszentrum, absolut mit den besten Einkaufszentren in Deutschland zu vergleichen, auch was die Geschäfte betraf. Nichts für unseren Geldbeutel. Armani, Cartier, Louis Vuitton usw.. Also schnell wieder raus und zum zweiten Shoppingtempel. Dazwischen mal wieder eine von den unglaublich vielen Kirchen. Dies Einkaufszentrum war dann schon eher was für uns. Vor allem ein grosser Supermarkt mit fast allem was wir wollten, wenn nur die Preise nicht wären. Ihr seht auf den nächsten Fotos ein paar Beispiele, die Erdbeeren waren nicht pro kg sondern für ein 250 gr Schälchen ausgezeichnet. Guten Appetit. 2 Bb$ sind ungefähr 0,75 €. Natürlich ist nicht alles so teuer, aber Obst und Käse/Joghurt schlagen schon ins Kontor. Für Christiane fanden wir dann noch einen Friseursalon, jetzt trägt sie eine fesche Kurzhaarfrisur.








Neben dem Einkaufszentrum steht dann ein sehr schönes Einkaufsdörfchen aus Holzhütten mit vielen kleinen Läden, Cafe´s und Bars.








Geplant war dann am Tag darauf eine Tour quer über die Insel, dabei blieb es dann auch. Aussenborder starten, ein Stück fahren, dann nur noch mit schwacher Leistung an den Strand. So nicht, zurück zum Schiff gerudert und den Motor auf´s Schiff. Vergaser und Düsen gereinigt, die Zündkerze sah auch nicht mehr gut aus. Kleinen Aussenborder (Ersatz) ans Dinghy, startet sofort, dafür blockiert die Schaltung. Es lässt sich einfach kein Gang einlegen. Also abbauen und auch auf´s Schiff. Das war dann schon deutlich mehr Arbeit. Motor vom Getriebe trennen, Getriebe schaltet alleine problemlos. Also kann es nur am Schalthebel liegen, diesen rausgefriemelt, neue O-Ringe, Lagerbuchse geschliffen und alles wieder eingefettet zusammengebaut. Benzin eingefüllt, es kommt irgendwo raus wo es nicht soll. Tank abgepumpt, dieser ist an der Naht undicht. Tanks sind leider fast alle aus Polypropylen, dafür gibt es keinen Kleber. Halten alle nicht. Wir haben dann einen Epoxykleber gekauft, der in Deutschland mit Sicherheit nicht auf dem Markt wäre. Da warnt der Herstellen schon vor dem Gebrauch ( Vergiftungsgefahr ) und entsprechend stinkt der Kleber auch. Aber oh Wunder, klebt auch auf PP. Der grosse Aussenborder bekommt dann noch einen zusätzlichen Spritfilter eingebaut, jetzt laufen Beide wieder. Hoffentlich lange.
















23.02.2014
Barbados

Ein guter Reiseführer ist eine tolle Hilfe. Wir haben uns die von Chris Doyle gekauft, in diesem wurde dann empfohlen nicht in der Hauptstadt Bridgetown sondern in Port St.Charles einzuklarieren. Dies war goldrichtig, alle Behörden in einem kleinen Gebäude und die Lady vom Zoll war überaus freundlich. Sie half uns beim Ausfüllen der Papiere und gab uns auch schon die Formulare für die Immigration und die Gesundheitsbehörde. Alles ging sehr schnell und alle Beamte waren hilfsbereit und freundlich. Von Bridgetown haben wir da ganz anderes gehört, lange Wege und vielleicht auch mal versuchen ein paar Dollars nebenher zu machen.

Die Anlage von Port St. Charles ist zumindest nichts für arme Leute, uns waren die Hafengebühren von 31 US $ pro Tag dann auch etwas zuviel. Direkt neben dieser Anlage liegen dann auch die einfachen Hütten und Häuser der Einheimischen, ohne das diese neidisch wären. Vielmehr sind sie ausgesprochen nett. Als wir mit dem Dinghi an dem kleinen Strand anlandeten, halfen uns sofort 2 Männer das Schlauchboot hoch zu tragen. Sie fragten dann auch wohin wir wollten, als wir dann zur Strasse kamen stand einer der Männer mit seinem Auto dort und wartete auf uns. Schon wurden wir eingeladen mitzufahren und zum nächsten grösseren Ort, Speightstown, gebracht.



















Der Weg nach Speightstown, der zweitgrössten Stadt der Insel, geht zunächst an der Aussenmauer von Port St. Charles entlang. Vorsicht ist geboten wenn man zu Fuss ist, man geht unter Kokospalmen die voller Früchte hängen. Wer kennt schon die Statistik, danach werden mehr Leute von herabfallenden Kokosnüssen erschlagen als z.B. von Haien getötet. Speightstown erscheint erstmal nicht sehr gross, wenn man dann bei 30 Grad im Schatten lange genug gelaufen ist erkennt man, dass die Häuser halt sehr verstreut liegen. Da stehen dann neben den alten Holzbuden auch keine besseren Steinhäuser, nur auf der anderen Seite vom Highway (eine sehr übertriebene Bezeichnung für diese Schlaglochstrecke) stehen dann die schönen Häuser. Wie anders sollte es sein, diese gehören hauptsächlich Ausländern.

















Am Samstag ging es dann früh um 8.30 Uhr zum Bus nach Bridgetown, die Zeitverschiebung von minus 5 Stunden zu Deutschland hatten wir gut verkraftet. Hin ging es dann mit dem Bus der öffentlichen Verkehrsgesellschaft. Grosse Busse, keine Musik und kein Essen und Trinken erlaubt. Egal wo man hinfährt, jede Fahrt kostet 2 BB $ pro Person (ca. 0,75 €). Die Rückfahrt startete dann völlig anders. Der Busbahnhof (Bild 1 und 2) wird auch von den privaten Bussen bzw. Sammeltaxen benutzt, die Schaffner (gibt es hier noch) versuchen dann lauthals schreiend die Fahrgäste von den anderen Bussen zu sich zu locken. Wir sind dem dann auch gefolgt. Preise sind gleich, nur die Busse nicht. Alle Fenster so weit auf wie möglich, sonst wäre der Geruch auch nicht zu ertragen. Dies wird mit der Musikanlage kompensiert, nach 20 Minuten Fahrt ist fast der Ohrenarzt fällig. Dazu meint dann jeder der Fahrer dieser Privatbusse ein verhinderter Formel-1 Fahrer zu sein.













Nach Bridgetown mussten wir fahren, da wir nur dort die Prepaidkarte fürs Internet kaufen konnten. Ebenso ist dort der einzige Bootszubehörladen der Insel.

22.02.2014
Die Atlantiküberfahrt

Wie immer vor einem grossen Törn haben wir uns gut vorbereitet und nach den eingeholten Wetterberichten den besten Zeitpunkt der Abfahrt ausgerechnet. Dieses klappte zum ersten Mal richtig gut, wir hatten eine insgesamt unspektakuläre Überfahrt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Booten ist bei uns nichts kaputt gegangen, kein Sturm und auch sonst lief alles glatt. Der Wind hielt sich fast genau an die Wettervorhersagen, nur an 2 Tagen hat er etwas geschwächelt und nur mit 10 - 15 kn geweht. Im Durchschnitt waren es sonst 15 - 25 kn, lediglich an 2 Tagen hatten wir 30 kn Wind. Auch bei den Segeln haben wir es uns einfach gemacht, 2 Tage unter Genua, die restlichen 13 Tage unter der Fock. Die Segel wurden nicht ausgebaumt sondern immer dickbauchig gefahren, hierdurch hielt sich die Schaukelei doch in Grenzen. Den neuen Wingaker (Spi) haben wir nicht hochgezogen, als der Wind weniger wurde kamen links und rechts die Squalls, das war uns dann doch zu gefährlich. Die Wellen waren zwar zwischen 3 und 5 m hoch, da sie aber fast immer von hinten kamen hob unsere "Dicke" einfach den Hintern =sprich Heck hoch und liess sie unter sich durchlaufen. Keine einzige Welle ist von hinten aufs Schiff geschlagen. Von der Seite kamen ab und zu mal ein paar kräftige Spritzer rüber, aber immer wenn von uns keiner im Cockpit war. Wichtig war es sich immer gut festzuhalten, bei der Schaukelei wurde man sonst gegen irgendeine harte Kante etc. geworfen, etliche blaue Flecke blieben trotzsdem nicht aus. Dank der Pharmaindustrie ging es Christiane auf diesem ungeliebten Kurs, Wind und Welle von hinten = Eierschaukelei, auch ganz gut. Allerdings fühlte sie sich als wäre sie auf Sparflamme geschaltet. Mir - Wolfgang - ging es bis auf eine halbe Stunde am zweiten Tag sehr gut, ich habe jeden Tag gekocht und ansonsten gegessen wonach mir gerade war. Von Käse über Chips wurde alles problemlos verarbeitet.
Wir haben in regelmässigen Abständen das Radarbild kontrolliert, wenn wie fast immer kein anderes Schiff gezeigt wurde, haben wir uns im Schiff auf den beiden Seekojen im Salon wieder hingelegt. Um uns fit zu halten gab es regelmässig Gymnastik, da immer nur rumliegen auf die Dauer ja träge macht.
Nach den Erfahrungen auf den 2 vorherigen Törns haben wir auch diesmal die Windfahnensteuerung nur als Reserve mitgenommen, die ganze Strecke hat unser neuer elektrischer Autopilot einfach super gearbeitet. Das bedeutet einen wesentlich geraderen Kurs als mit dem Windpilot und vor allem, der Autopilot lernt sehr schnell wie die Wellen kommen und reagiert schon vorher. Einziger Nachteil, er braucht ordentlich Strom, was aber dank unserer Ausstattung mit Solarpanelen und Windgenerator kein Problem war.

Einen grossen Schreck haben wir allerdings bekommen, als plötzlich knapp 200 m neben uns die grosse Wetterboje Atlantik West auftauchte. Nach den angegebenen Koordinaten auf der Seekarte hätte diese schon über 2 Sm hinter uns liegen müssen, wir hatten uns natürlich auf die Seekarte (ganz neu) verlassen.







Die Fotos bei unserer Abfahrt haben Ilse und Wolfgang von der "High Flight" gemacht und uns netterweise zugemailt. Herzlichen Dank dafür.









Jeden Morgen war unsere erste Arbeit, die in der Nacht auf dem Schiff gelandeten fliegenden Fische wieder dem Wasser zu übergeben. Allerdings tot.







Das Radarbild zeigt uns, dass wir es nicht mehr weit bis Barbados hatten, die Insel ist relativ flach und deshalb mit dem Auge erst sehr spät zu sehen. Gleichzeitig kamen von hinten 2 dicke Squalls - das sind dicke schwarze Wolken mit etwas mehr Wind und kräftigen Regenschauern -, siehe Fotos. Dann das erste Bild von der Insel.











Wir haben in nahezu genau 15 Tagen eine Strecke von 2055 sm zurückgelegt. Zurückblickend müssen wir das bestätigen was Wilfried Erdmann, der grosse deutsche Extremsegler, in seinen Büchern schreibt. Nicht die Fahrt ist schwierig, an den Start zu gehen und den sicheren Hafen/Ankerplatz zu verlassen erfordert die grösste Überwindung.

20.02.2014
Angekommen

Wir sind am Dienstag den 18.2.2014 um 8 Uhr hier in Barbados angekommen. Da es sehr schwierig ist einen Internetstick oder so was zu bekommen erst mal diese kurze Info fuer alle Verwandten und Freunde. Sobald wir Internetzugang haben gibt es dann einen Bericht.

01.02.2014
Essen und Trinken

Die Crews von SY Anjuli Nui -Elke + Bert- und SY Saphira -Katja + Andreas- waren schon 2 Wochen vor uns in Mindelo eingelaufen und haben u.a. dieses tolle Lokal entdeckt. Es sind 5 Tische mit jeweils 2 Stühlen vorhanden, die Größe ist sehr übersichtlich. Dafür kann man dann z.B. eine kräftige Hühnersuppe mit Nudeln und Reis für 70 Esc (ca. 0,60 €) oder den Thunfisch mit Salat, Pommes und Reis (siehe Foto) für 300 Esc (ca. 2,60 €) essen. Auch die Getränke liegen auf diesem Preisniveau, also auch für arme Segler bezahlbar.











Wir haben uns ja auch einen Wassermacher gekauft, mit diesem kann man aus Seewasser bestes Trinkwasser machen. Bisher konnten wir diesen nicht in Betrieb nehmen, da wir ja immer in Marinas lagen und dort Öl und andere Sachen im Wasser schwimmen, die von der Membrane des Wassermachers einfach nicht vertragen werden. Hier in Mindelo liegen wir erstmalig seit Faro vor Anker und konnten somit den Betrieb starten. Jetzt machen wir mit Sonne und Wind den notwendigen Strom für das Schiff und den Wassermacher und haben genügend Wasser zur Verfügung. Schon ein Luxus, keine Kanister mehr schleppen zu müssen.









Auch für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es Imbissbuden, die von uns bevorzugte macht sehr gute Pommes die dann in Kaffeefiltertüten serviert werden. Die große Portion für 70 Esc (0,60 €). Mindelo hat ca. 30000 Einwohner, der Autoverkehr ist allerdings noch sehr überschaubar. So kann man auf den meisten Straßen problemlos auf der Fahrbahn laufen.







Im Hafen liegen zwar auch einige große Fischerboote, die meisten Fischer haben jedoch nur kleine Ruderboote mit Außenbordmotor, manche auch nur ein Netz. Die Ausbeute bei diesem Fischfang war denn auch sehr gering.







Dies war unser letzter Bericht aus Mindelo/Afrika, Montag morgen starten wir zu unserer Atlantiküberquerung und hoffen in 2 bis 3 Wochen auf Barbados anzukommen.
29.01.2014
Badetag

Vor ein paar Tagen haben wir unsere Freunde von der SY Anjuli Nui, SY Saphira und Hermann auf der SY Pacifico besucht. Alle 3 Schiffe lagen in der Marina, wobei Marina ein wenig übertrieben ist, wenn man europäische Marinas kennt. Die hiesige besteht aus ein paar Schwimmstegen, die ohne Dalben oder sonstige Befestigungen mehr oder weniger lose schwimmen. Da in die Bucht die Atlantikdünung recht ordentlich reinläuft, sind die Stege in recht starker Bewegung. Wer auf der Kirmes mal Raupe gefahren ist, die bewegt sich gegenüber den Stegen fast gar nicht.

Wir wollten dann mit dem Dinghy, an einem solchen bewegten Steg festgebunden, wieder zurück zur Libertina fahren. Der Versuch des Einsteigens ins Dinghy misslang mir (Wolfgang) dann gründlich. Dinghy versucht wegzudriften, ich halte mich an einer Säule für Strom und Wasser fest. Der Steg neigt sich, das Oberteil der Säule bricht ab, schon lande ich in voller Montur im Wasser. Außer einer Prellung am Allerwertesten und einem abgesoffenen USB-Speicherstick ist aber nichts weiter passiert. Der geneigte Betrachter kann auf dem Foto zwar nicht die Bewegung, wohl aber die Verwindung des Steges sehen.



25.01.2014
Nicht so viel anders

Schwarzafrika, nicht die Urlaubsländer im Norden, da haben wir uns eine völlig andere Lebenswelt vorgestellt. Ist aber gar nicht so sehr verschieden. Die Stadt Mindelo erinnert sehr an Portugal, das ist halt die koloniale Vergangenheit. Der Autoverkehr ist deutlich geringer, man sieht aber auch durchaus neue Autos der gehobenen Klassen. Die Menschen sind freundlich, einige sprechen englisch, die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. Da fragt man sich schon, wie die Leute bei dem Preisniveau für Lebensmittel über die Runden kommen. Natürlich wird man des öfteren angebettelt, aber das kennen wir ja schon aus Spanien und Portugal.



Das Boot mit dem roten Pfeil, das ist unsere Libertina II im Ankerfeld. Hier liegen große und kleine, sogar Frachter wild durcheinander.











Eindrücke von Mindelo mit unserer Bäckerei, es scheint die Einzige in Mindelo zu sein.









Das sind die Fischhalle sowie die Markthalle. Das Angebot ist sehr unterschiedlich, für uns normale Obstarten wie Mangos, Honigmelonen, Kiwis etc. gibt es hier nur in einem Laden "Euro Fruit", ansonsten beschränkt sich das Angebot auf Bananen, Äpfel, Papayas.





Das ist die Bar am Yachthafen, wenn wir als Ankerlieger dort am Steg mit dem Dinghy festmachen um in der Stadt einkaufen zu können, so müssten wir 400 Esc (4€) dafür zahlen. Trinkt man jedoch in der Bar etwas, z.B. ein Wasser (100 Esc), brauchen wir für´s Anlegen nichts mehr zu bezahlen.

21.01.2014
Angekommen ... in Afrika

Am Sonntag den 12.1.2014 sind wir um 12.30 Uhr von Las Palmas aus gestartet Richtung Cap Verde. Wie immer stimmte der Wetterbericht erst einmal nicht, so mussten wir die ersten 5 Stunden mit Hilfe des Motors nach Süden fahren. Danach kamen die vorhergesagten Bedingungen, 15 bis 25 kn Wind (4 bis 6 Bf) und eine Welle von 3 bis 5 m. Ab Donnerstag schwächte sich der Wind ab, nur noch 8 bis 15 kn, es wurde etwas langsamer. Freitags schlief der Wind dann fast ein, nur noch 5 - 10 kn aus NNE, dann nahmen wir den Motor zur Hilfe. Wie sagt Rainer doch immer: " wofür schleppt Ihr den teuren Jockel denn mit?" Kurz vor der Einfahrt in die Passage zwischen Santo Antao und Sao Vicente kam dann von hinten eine Front mit Regen und 30 kn Wind, Sicht gleich null, die Wolken hingen bis auf´s Wasser runter. Nach einer Stunde wurde es dann wieder etwas besser und wir liefen in die Bucht von Mindelo ein.
Insgesamt haben wir für die Strecke von 925 sm 151 Stunden benötigt, dies entspricht einem Schnitt von gut 6,1 kn. Keine Rennyacht, für eine "dicke" Fahrtenyacht aber eine gute Leistung.

















08.01.2014
Warten

Ein Segler muss Geduld haben, dass haben auch wir diese Woche wieder erfahren. Vor unserem letzten Bericht sagte der Wetterbericht uns gute Bedingungen voraus, dies hat sich dann am Wochenende gründlich geändert. Kein Wind mehr und dafür eine Welle aus Nordwest bis 6 m Höhe. Bei diesen Bedingungen sollte man dann tunlichst im Hafen bleiben und warten. Die Fotos zeigen ein wenig von den Wellen, wie sie am Strand von Las Palmas - Playa de las Canteras - angekommen sind.
Die heutigen Wetterberichte sehen für Sonntag und die folgende Woche gute Bedingungen voraus, drückt bitte die Daumen dass es so eintrifft. Dann werden wir Sonntag zu den Kap Verden starten.









02.01.2014
Der letzte Bericht aus unserem Kulturkreis

Zum Abschluss des Jahres 2013 bekamen wir Besuch von unseren Freunden Birgit und Volker, die uns neben den von uns bestellten Sachen (u.a. Milchreis, den es hier nicht zu kaufen gibt ) auch selbst gemachten Eierpunsch und Lübecker Marzipan zu Weihnachten mitbrachten. Dafür nochmals herzlichen Dank. Zusammen hatten wir für diese Zeit einen Mietwagen, mit dem wir Gran Canaria erkundet haben.

Unser erster Ausflug ging in den Süden und Südwesten der Insel, nach Mogan und Puerto de Mogan. Zwei nette und schöne Orte, wie man auf den folgenden Bildern sehen kann.






















Von den nächsten Stationen unserer Fahrt (PuertoRico bis Playa del Ingles) haben wir keine Fotos gemacht. Reine Touristenresorts die nach unserem Empfinden keinen Besuch Wert sind.



Unser folgender Ausflug wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. In dem kleinen netten Städtchen Galdar bestellten wir in einer Tapas-Bar (einfach, absolut nichts besonderes) eine canarische Käseplatte. Serviert wurde dann ein Tellerchen mit 7 hauchdünnen und kleinen Dreiecken einer Käsesorte - geschätzt max.50 Gramm - für den stolzen Preis von 5,50 €. Ebenso werden wir die Bergstadt Guia nicht vergessen. Nach Besuch der schönen Altstadt mit der besonders sehenswerten Makthalle brachte der Skipper Wolfgang seine Mitreisenden ohne Gewaltanwendung zum Schweigen. Mangels Strassenbeschilderung fuhr er auf eine stark abschüssige, extrem steile "Strasse" die zudem kurvenreich war. Die folgende Fahrt mit Seitenabstand von ca. 10-15 cm auf jeder Seite zu Häusern und Betonwänden liess alle Insassen erstarren, wir waren nicht einmal in der Lage Fotos zu machen. Letztendlich haben wir dann doch das mitgeführte Navi eingeschaltet, welches uns dann aus dem Wegelabyrinth herausführte.









Den Nachmittag verbrachten wir dann in der wirklich schönen und sehenswerten Altstadt von Las Palmas - Vegueta -. Hier zwischen den alten Häusern zu spazieren oder einen Kaffee zu trinken ist einfach schön.













Mitte Dezember ist der Stolz der Deutschen Marine, das Segelschulschiff Gorch Fock für ca. einen Monat in Las Palmas eingelaufen. Jeden Sonntag zwischen 14.00 und 17.00 Uhr kann man das Schiff besichtigen, allerdings nur das Oberdeck. Das haben wir uns nicht nehmen lassen, da wir nach Besichtigung der Alexander von Humboldt II in Teneriffa natürlich auch das grösste deutsche Segelschiff besichtigen wollten.











Nach ein paar Tagen Pause sind wir nochmals in den Nordwesten der Insel gefahren und haben uns unter anderem Arucas und Firgas angesehen. In Arucas steht die vermutlich schönste Kirche von Gran Canaria, sie erinnert im Baustil an die Kathedrale von Barcelona. Wie in jedem Ort gibt es auch eine kleine Altstadt mit angrenzendem Park.













In Firgas haben wir dann feststellen können, was man mit fotographischen Tricks alles machen kann. In der Mitte der Stadt, am Berg gelegen, wurde eine Gasse mit einem cascadenartigen Treppenwasserfall versehen, auf den Fotos der Prospekte erscheinen diese gross und weiträumig. Es stellte sich dann heraus, dass die Anlage gerade einmal 30 Meter lang und die einzelnen Cascaden ca. 1 Meter hoch sind. Rechts daneben wurden dann noch sehr schöne Keramikbildbänke gemauert, eindeutig nach dem Vorbild der Plaza de Espana in Sevilla. Auf jeden Fall aber sehenswert.















Den Jahresabschluss haben wir dann an Bord mit einer selbstgemachten Paella de Marisco , Rotwein und Sekt gefeiert.







In wenigen Tagen werden wir dann den nächsten langen Törn fahren, zu den Kap Verden. Diese werden als "Afrika für Anfänger" beschrieben. Wir sind schon gespannt.

01.01.2014
Alles Gute zum neuen Jahr 2014





Wünschen wir allen Freunden, Verwandten und Bekannten sowie den unbekannten Lesern.

23.12.2013
Weihnachten





wünschen wir allen unseren Freunden, Verwandten, Bekannten und nicht bekannten Lesern unserer Webseite. Natürlich wünschen wir Euch allen zu Wasser und zu Land auch einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014 und für dieses alles Gute.





Dies ist unser ein wenig festlich geschmücktes "Wohnzimmer" oder Salon auf Libertina II .

18.12.2013
Kulturschock

Die ersten Tage in Las Palmas waren ein kleiner Schock für uns. Las Palmas ist eine richtige Großstadt, nicht so gemütlich wie Santa Cruz de Tenerife, laut mit viel Autoverkehr und deutlich touristischer. Obwohl mit dem Start der ARC (Atlantic Ralley Cruising) etwas mehr als einer Woche vor unserer Ankunft, 230 Schiffe den Hafen verlassen hatten, war dieser bei unserer Ankunft schon wieder rappelvoll und wir bekamen noch einen der letzten freien und guten Plätze. Genau wie wir warten die meisten, nicht unter Zeitdruck stehenden Segler, auf besseren Wind und einen beständigen Passatwind. Die Marina kann 1200 Schiffe aufnehmen.





Direkt neben dem Hafen befindet sich das Ankerfeld, die Schiffe dort waren dem ab dem 07.12.2013 herrschenden Südwind (5-7 Bf) und entsprechendem Schwell (Welle) ziemlich ungeschützt ausgesetzt.





Bei diesem Schiff hat die Ankerkette nicht gehalten und ist gebrochen. Der Skipper hatte aber Glück im Unglück, da das Schiff auf den Sandstrand getrieben wurde und nicht auf die wenige Meter dahinter liegende Steinmole.









Am späten Abend wurde das gestrandete Schiff dann bei Hochwasser von einem Rettungskreuzer zurück ins Wasser gezogen und dann in den Hafen gebracht. Dort konnte man dann den Vorteil sehen, wenn man ein Stahlschiff hat, es hatte nur ein paar Lackschäden und kleine Beulen.





Auch Las Palmas hat in der Stadt verteilt viele schöne große Parks, wie auf dem letzten Bild zu sehen.





05.12.2013
Gran Canaria

Auf Grund der Wetterlage haben wir unsere Pläne ändern müssen und bleiben die nächsten vier Wochen bis ins neue Jahr auf den Canarischen Inseln. Da wir ja schon über sechs Wochen auf Teneriffa waren, haben wir gestern einen Ortswechsel vorgenommen und sind nach Gran Canaria gesegelt. Wir hatten eine stressfreie und angenehme Überfahrt und sind nach zehn Stunden hier im Hafen von Las Palmas angekommen. Die ersten vier Bilder zeigen noch einmal Teneriffa, wobei sich der Teide (höchster Berg Spaniens) zum ersten Male ohne Wolken zeigte.















01.12.2013
Windstiller Advent

Allen unseren Freunden und Lesern wünschen wir erst einmal eine schöne vorweihnachtliche Zeit.

Hier auf Teneriffa zeigt sich wieder einmal, du kannst planen so viel du willst, wenn die äußeren Umstände anders sind, geht deine Planung in den Müll. Funkanlage und Segel sind seit ein bzw. zwei Wochen da und wir könnten lossegeln. Völlig untypisch für die Kanaren haben wir seit einer Woche keinen Wind und es zieht ein Tief nach dem Anderen an den Inseln vorbei. Also wenn überhaupt Wind, dann aus der exakt verkehrten Richtung, aus Süd. Momentan geben uns die Wetterberichte auch wenig Hoffnung auf eine schnelle Änderung, so dass wir allenfalls einen Wechsel nach Gran Canaria machen werden.











27.11.2013
Die armen Reichen

Da laufen in den letzten zwei Wochen doch ständig neue Luxus-Segelyachten zwischen 35 und 44 Metern ein und die armen Eigentümer können nicht an Bord sein. Die Yachten werden ausnahmslos von der bezahlten Crew rüber in die Karibik gesegelt. Ist doch klar, wenn man so ein Schiff bezahlen muss, den Unterhalt und 5-6 Leute in der Crew, dann kommen da jedes Jahr schon einige hunderttausend Euro, Dollar, oder was auch immer zusammen. Die müssen dann verdient werden und man kann nicht segeln. Könnte natürlich auch sein, dass man solch eine unbequeme Tour über den Atlantik einfach nicht machen möchte und das Kleingeld für so ein Schiff locker aus der Hosentsche bezahlt wird.











Wer nähere Einblicke in diese Yacht haben möchte, sollte einfach den Schiffsnamen googlen. Wie bescheiden die Reichen doch auf den Schiffen unterwegs sind.



Auf dieser Spielwiese liegen normalerweise die hübschen, knapp bekleideten jungen Mädels.









Das sind die Sea Cloud I + II, Segel-Kreuzschiffe für den Chartergast.



Das letzte Foto zeigt dann das Kontrastprogramm, einfaches Leben, segeln pur und dabei lernen für junge Leute.

24.11.2013
Weitere Teneriffa-Impressionen

Die ersten sieben Bilder zeigen ausschnittweise die schönen Seiten der Ostküste zwischen Santa Cruz und dem Flughafen Süd von Teneriffa. Die Basilika de la Virgen de Candelaria (Schutzpatronin der Kanaren) ist das Highlight von Candelaria. Weiter ging es dann über die kurvenreichen Bergstrassen Richtung Süden. Seit mehr als 30 Jahren ist dabei El Medano ein Hotspot für Surfer.

















Am nächsten Tag ging es an die Nordküste, das dortige Touristenghetto Puerto de la Cruz haben wir nach 10 Minuten wieder verlassen, zum Abgewöhnen, deshalb keine Fotos. Nur wenige Kilometer entfernt in den Bergen liegt das Kontrastprogramm, der schöne Ort Orotava. Die Fotos zeigen nahezu unveränderte Häuser, bewohnt, die 500 Jahre und älter sind. Dort waren vor dem Rathaus auch die ersten weihnachtlichen Vorbereitungen in Form einer Krippe zu sehen, welche sich über den gesamten Rathausplatz erstreckt.

























19.11.2013
Die Insel Teneriffa

Da zum einen Teneriffa deutlich grösser als Lanzarote ist und wir zum anderen auch Einkäufe bei Lidl und im Baumarkt machen wollten, haben wir für 4 Tage einen Mietwagen genommen.
Zunächst ging es in den Norden, den Anaga Nationalpark. Eine abwechslungsreiche Hochgebirgslandschaft mit ausgedehnten Lorbeerwäldern und abenteuerlichen Gebirgsstrassen. Wenn man die Runde durch diese Landschaft gut überstanden hat, liegt am Ausgang der Gebirgsstrassen San Cristobal de la Laguna. Die Altstadt dieses schönen Ortes wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Obwohl die Häuser 500 und mehr Jahre alt sind zeigen nur Details dieses Alter. Ansonsten ist das Klima wohl sehr gut für die Bausubstanz.























Wer einmal Lust verspürt eine Luxussegelreise zu machen, ist auf der Royal Clipper, einem von 3 zur Gruppe gehörenden Segelgroßschiffen, richtig aufgehoben. Der einzige 5-Mast-Großsegler der Welt.





Bei uns im Hafen legte dann die neue Alexander von Humboldt II an. Da gerade Crewwechsel angesagt war, wäre eine Besichtigung des Seglers nicht möglich gewesen. Wir hatten allerdings Glück und durften, nachdem wir uns als Segler zu erkennen gegeben hatten, zumindest das Oberdeck besichtigen.











09.11.2013
Santa Cruz de Tenerife

Obwohl zur gleichen Inselgruppe gehörend, können sich Lanzarote und Teneriffa kaum mehr unterscheiden. Hier in Santa Sruz de Tenerife finden wir eine moderne Großstadt, mit einem gelungenen Miteinander von Alt und Neu, aber natürlich auch mit Bausünden die uns nur den Kopf schütteln lassen. Da wir ja weiter nach dem Motto "Laufen ist gesund " unterwegs sind, haben wir den grössten Teil der Stadt wieder zu Fuss erkundet, siehe Fotos.

Wir werden einige Tage länger hier verweilen, da unser Großsegel nicht mehr reparabel ist und wir ein Neues bestellen mussten. Das alte Segel hat im Achterliekbereich eine grossen Riss davon getragen und erwies sich als insgesamt schon zu morsch. Ebenso mussten wir ein neues SSB-Funkgerät bestellen, unbemerkt ist bei einem starken Regen in Gibraltar nachts Wasser unter der Deckenverkleidung entlang gelaufen und ins Funkgerät hinein. Das Funkgerät mochte das nicht, es ist wasserscheu.

Hier haben wir die nette Crew von Fanta Sea, Heike und Michael, sowie unseren alten Freund Alfred mit Windspiel getroffen.



Der einzige Wasserablauf aus den Bergen durch die Stadt



Eingang zum alten Markt























Jeden Tag 2-3 neue "Wohncontainer" im Hafen







Die neue "Stad Amsterdam" nach alten Plänen 2000 neu nachgebaut.

29.10.2013
Vorfreude

So ein Törn von 150 Seemeilen von Lanzarote nach Teneriffa muss gut geplant werden, natürlich unter Berücksichtigung der Wetterberichte. Diese sagten uns für die nächsten 24 Stunden Wind aus Nord bis Nordost mit 10 bis max. 15 kn (4 Bf) sowie eine Nordwestwelle von 1-2 m voraus. Die ersten 2,5 Stunden in Lee von Lanzarote herrlich entspanntes Segeln mit 6 kn über Grund. Dies änderte sich allerdings nachdem wir den Kanal zwischen Lanzarote und Fuerteventura hinter uns gelassen hatten. Der Wind hielt sich zunächst an die Vorhersage, allerdings die Welle nicht. Erst noch gut segelbar stieg sie auf 3 m, in Höhe Gran Canaria wurden dann aber schnell 4 m daraus. Auch der Wind legte jetzt zu bis auf 23 kn (6 Bf) und die immer stärker aus Nord mitspielende neue Welle machten das Segeln zu allem anderen als einem Vergnügen. Gegen Mitternacht mussten wir dann noch neben der bereits eingerollten Genua auch das Großsegel herunterholen, da die Geschwindigkeit durchs Wasser mit über 8 kn zu hoch wurde. Nur unter Fock ging es dann bis Teneriffa, wo wir nach 26 Stunden Fahrt in den sicheren Hafen von Santa Cruz einliefen. Hier werden wir eine gute Woche verweilen.















25.10.2013
Highlights von Lanzarote

Überraschung, wir sind nicht lange Strecken gelaufen, sondern haben uns den Luxus eines Autos gegönnt. Zunächst ging es nach Tahiche zum ehemaligen Wohnhaus von Cesar Manrique. Dieses ist seit 1992 ein sehr interessantes Museum, bestehend aus eingeschossigen Gebäuden sowie einer Vielzahl von Räumen darunter in natürlichen Blasen (Höhlen) vulkanischen Ursprungs.















Ebenfalls von Cesar Manrique gestaltet wurde der Jardin de Cactus (Kaktusgarten), welchen wir anschließend besuchten. Wenn man diese Gewächse sieht, kann man verstehen, dass wir besonders vorsichtig gegangen sind, um nicht in eine dieser Raritäten zu fallen.













Am nördlichsten Punkt der Insel Lanzarote liegt ein besonderer Aussichtspunkt, Mirador del Rio. Auf einer Höhe von 475 Metern kann man die vorgelagerte Insel La Graciosa sowie die Nordwestküste Lanzarotes mit der Bucht von Famara überblicken.









Am späten Abend ging es dann in die Jameos del Agua, große Höhlen vulkanischen Ursprungs mit einem See. Diese Höhlen wurden natürlich auch von Cesar Manrique gestaltet und bieten neben dem Naturschauspiel in den beiden Nachtsessionen (Dienstag und Samstag) Livemusik und mehrgängige Menüs. Eine einzigartige Atmosphäre.











Letztes Ausflugsziel für uns waren dann die Montanas del Fuego Timanfaya. Diese sind mittlerweile auch perfekt touristisch erschlossen, so dass man mit dem Autobus eine Rundtour durch eine einzigartige Vulkanlandschaft macht. Die Vulkane sind noch in Betrieb, was in einigen Vorführungen demonstriert wird. So sind schon 2 Meter unter der Oberfläche Temperaturen von weit über 100 Grad vorhanden.















Der bei einem Autounfall 1992 viel zu früh ums Leben gekommene Cesar Manrique hat ein umfassendes künstlerisches Erbe hinterlassen (Skulpturen, Bilder, Architektur und Städtebau). Zu Lebzeiten hatte er wesentlichen Einfluss auf die Bebauung der gesamten Insel, dieses Erbe wurde leider leichtfertig vergeben.

Am morgigen Samstag werden wir starten um nach Teneriffa zu segeln, ca. 140 Seemeilen.

21.10.2013
Lanzarote

Die Zeit steht nicht still und der Fortschritt, sei es auch nur die weitergehende Bebauung von Lanzarote, lässt sich trotz aller warnenden Beispiele in anderen Feriengebieten wohl nicht mehr aufhalten. Was bleibt ist, dass Lanzarote abseits dieser Bausünden weiterhin eine faszinierende und schöne Insel ist. Die Kreuzfahrtschiffe an der zur Zeit noch einzigen Pier wechseln sich täglich ab, bei der stetig wachsenden Zahl dieser schwimmenden Hotels sind die lohnenden Ziele wohl nicht in der gleichen Anzahl gewachsen.

Hier im noch nicht fertigen Yachthafen von Lanzarotes Hauptstadt Arrecife treffen sich zur Zeit viele Langfahrtsegler um noch die restlichen Arbeiten vor den grossen Törns zu erledigen. So konkurrieren wir mit dem Lärm von der benachbarten Baustelle, hier werden die Hafengebäude für den Yachthafen incl. des neuen Kreuzfahrtterminals gebaut. Die in größerer Anzahl ankommenden französischen Yachties gehen meist weiter Richtung Senegal, die anderen Nationen - so wie wir - Richtung Kap Verden und Karibik.
Die Einkaufsmöglichkeiten haben sich auf europäisches Niveau gesteigert, so sind zum Beispiel Lidl und Ikea von unserem Liegeplatz aus fussläufig zu erreichen. Ebenso eine ausreichende Anzahl von Yachtausrüstern. Wie immer : laufen ist gesund.



























10.10.2013
Höre auf Experten
Für eine sorgfältige Törnplanung benötigt man in unserem Fall natürlich die Gezeiten-Strom-Berechnung für die Strasse von Gibraltar sowie gute Wettervorhersagen für den gesamten Törn. Entsprechend haben wir den Tidenstrom nach Imray sowie den im Hafenbüro aushängenden Strömungstabellen berechnet. So hätten wir 2,5 kn Strom mit uns haben sollen, tatsächlich hatten wir aber 2-3 kn gegen uns (vermutlich ist der Wasserstand im Mittelmeer so niedrig, dass ständig Wasser aus dem Atlantik ins Mittelmeer fliesst und sich die ablaufende Strömung nicht mehr bemerkbar macht). Ähnliches traf dann auf die Wettervorhersagen/Grib files zu, statt der für die nächsten Tage angesagten 15 kn aus Nord hatten wir durchschnittlich 5-10 kn aus Nord. Da gleichzeitig eine alte Welle aus West lief mussten wir 3 von 4 Tagen den Motor zu Hilfe nehmen.
Ansonsten lief der Törn gut, jeden Tag hatten wir mindestens einmal Besuch von Delfinen ( auf Grund der Schaukelei leider nur sehr schlecht zu fotografieren ), die 620 Seemeilen haben wir in 4 Tagen und 3 Stunden von Steg zu Steg geschafft, Samstag um 07.45 Uhr gestartet und Mittwoch um 10.45 Uhr in Marina Lanzarote festgemacht.

Lanzarote zeigt sich von der freundlichen Seite, überwiegend sonnig bei ca. 27 Grad. Weiteres von Lanzarote im nächsten Bericht.















04.10.2013
Abschied Gibraltar

Alle wichtigen Reparaturen, Neueinbauten, Änderungen sind durchgeführt, der neue Autopilot arbeitet super. Nachdem wir diese Woche noch einmal Gibraltar zu Fuß erkundet haben, komplett von Nord nach Süd bis zum Europa-Point ist es Zeit unsere Reise fortzusetzen.
Morgen früh um 07.30 Uhr starten wir Richtung Kanarische Inseln, sofern die Wetterberichte zutreffen werden wir am kommenden Mittwoch den 09.10.2013 Lanzarote erreichen. Unser Kurs wird fernab der marokkanischen Küste verlaufen und wir hoffen unseren neuen Wingaker ( Spinaker mit Parasailflügel ) testen und einsetzen zu können.
Die folgenden Fotos zeigen den touristischen Teil von Gibraltar, den schönen botanischen Garten, die vielbefahrene Bucht mit "kleinen Kreuzfahrtschiffen" sowie dem Europa-Point mit Blick auf Marokko / Afrika.











































20.09.2013
Wir sind weiterhin in Gibraltar.
Der Raymarine-Techniker Tim hat den Autopiloten durchgemessen. Dieser ist zwar in Ordnung, aber für unser Schiff zu schwach bemessen. Das Nachfolgemodell, welches mit den vorhandenen Bedienelementen etc. ebenfalls arbeiten würde, ist nach umfangreichen Recherchen im Internet sowie laut Auskunft SVB ( Aussage Raymarine ) nicht mehr lieferbar. In diesem Jahr gab es den nächsten Generationswechsel, welcher einen Komplettaustausch notwendig macht. Wir haben dann durch eine falsche telefonische Auskunft bei einem irischen Shop die neue Anlage zum Preis des Vorgängermodells bekommen ( 600 € gespart, man muss auch mal Glück haben ). Der Antrieb hat nun einen neuen stärkeren Motor bekommen.
Am Montag dann wiederum die Suche nach unseren Paketen von SVB. Warum DHL Deutschland seine Pakete nicht durch DHL Gibraltar sondern von der örtlichen Post ausliefern lässt, kann kein Mensch verstehen. Also laufen wir von der Post wieder zum Zoll, erhalten dieses Mal ohne Probleme den erforderlichen Verzollungs-Stempel "steuerfrei" und laufen wieder zur Post zurück ( jede Strecke ca. 5-6 km ). Laufen ist gesund !!
Kühlaggregat nebst Kühlplatte sowie diverses anderes Schiffszubehör sind endlich da. Am nächsten Tag ( Dienstag ) die halbe Pantry ausgebaut - incl. Gasherd - um die neue Kühlplatte montieren zu können. Unsere Versuche in Gibraltar Isolierplatten zu bekommen schlugen fehl, so dass wir die geplante Verbesserung der Kühlboxisolierung erst mal verschieben mussten. Mittwoch dann Montage des Kompressors und Probelauf. Am Donnerstag die Küche wieder zusammengebaut, wir haben nach 3 Wochen wieder einen funktionierenden Kühlschrank ;-).
Die Ruderanlage haben wir inzwischen auch komplett auseinandergenommen - incl. Steuersäule - , gereinigt, neu gefettet und wieder zusammengebaut. Nach optimaler Einstellung der Seilzüge läuft diese nun schön leicht.
In der kommenden Woche soll dann der neue Autopilot-Computer aus Irland eintreffen. Wenn uns dann das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht,können wir dann Richtung Kanaren aufbrechen.
Ein Tipp für alle zukünftigen Gibraltar-Besucher : niemals mit Euro bezahlen sondern am Bankautomaten Pfund abheben. Die hiesigen Geschäfte und Restaurants rechnen statt mit dem normalen Devisenkurs von derzeit 1,17 € locker mit 1,30 € bis 1,50 € ab. Da wird Gibraltar dann doppelt teuer.





















15.09.2013
Das Wetter hat sich schneller geändert, so dass wir am 05.09.2013 Mittags Richtung Gibraltar starten. Wenig Wind aus Südost, es steht noch eine lange Dünung von ca. 1,5 - 2 m Höhe.
In Gibraltar bekommen wir keinen Liegeplatz (alle Marinas sind rappelvoll) und gehen nach La Linea in die Marina Alcaidesa. Am nächsten Morgen ( bei 33 Grad im Schatten- aber da ist kein Schatten) laufen wir nach Gibraltar. Fahren wäre auch nicht möglich, da die supergenauen spanischen Grenzkontrollen zu kilometerlangen Rückstaus (ohne Witz auch bei Radfahrern) führen.
Queensway Marina hat auf Sicht keinen freien Platz, bei Marina Bay haben wir dann mehr Glück. Vermutlich Sonntag würde ein deutsches Schiff den Hafen verlassen und wir könnten den Platz übernehmen. So trat es auch ein, Sonntag den 08.09.2013 wechselten wir in die Marina Bay.
Am Montag Kühlschrankaggregat in Deutschland bestellt, da Sheppards frühestens in 14 Tagen liefern könnte. Dann Suche nach unserem Paket (lt. Internet wartet es auf uns) Zollabfertigung, Nachmittags haben wir dann unsere Rettungsinsel erhalten. Am Mittwoch, 11.09.2013, kommen dann Wassermacher und Wingaker(Parasail) an.
Ansonsten sind wir mit diversen Arbeiten bestens beschäftigt. Die Einkaufsmöglichkeiten (Lebensmittel) haben sich gegenüber den Vorjahren deutlich verbessert, da sich im Grenzbereich/Flughafen auf Gibraltarseite ein Eroski Supermarkt etabliert hat.
Für Musik war auch die gesamte Woche gesorgt, da am 10.09.2013 der Nationalday in Gibraltar gefeiert wurde und jeden Tag Konzerte liefen welche sowohl in Gibraltar als auch in Spanien deutlichst zu hören waren.
04.09.2013
Überraschung !
Wir liegen immer noch hinter Tarifa. Nach Donnerstag und Freitag mit durchschnittlich 6 - 7 Bf steigerte sich der Wind bis auf 40 Kn ( 8 Bf ). In der Strasse von Gibraltar steht eine Welle von 2 - 3 Metern, dagegen und gegen den Wind ist kein Ankommen.
Da wir hier leider keinen Internetzugang haben, hatte uns unser Freund Rainer wie abgesprochen angerufen , morgen soll sich das Wetter und der Wind ändern, hoffentlich.
Zwischenzeitlich haben sich 3 weitere Segler in unsere Ecke geflüchtet.









29.08.2013
Traue keinem Wetterbericht
Entgegen unserer Planung konnten wir erst am Mittwoch morgen, dem 28.08.2013, ins Wasser gehen. Schlechter Motortag. Erst streikt der Kranmotor, dann unser Motor und zuletzt der Motor von unserem Lotsen/Schleppboot von Bruce.
Um 09 45 Uhr dann Abfahrt Richtung Leuchtturm Farol, nachdem unser Motor entlüftet ist.
Draussen glattes Wasser, Wind 1-2 Bf aus NW und nach einer Stunde verabschiedet sich unser Autopilot ( NO DATA ). Wir machen gute Fahrt, ca. 6,4 kn (Motor,Gross und Fock). Am Nachmittag stellen wir fest, dass unser Kühlschrank nicht mehr arbeitet.
Dann zunächst eine angenehme Nachtfahrt, ab 01 25 Uhr reger Schiffsverkehr, aber Dank unseres neuen Broadbandradars behalten wir den Überblick. Um 03 45 Uhr nimmt uns ein Fischerboot vor Trafalgar ganz knapp die Vorfahrt und wir müssen hart ausweichen. Um 04 15 Uhr taucht ein Feld nicht in der Karte verzeichneter Leuchtbojen auf, wir weichen aus und gehen dann auf den alten Kurs von 120 Grad.
Um 05 30 Uhr, die Wetterberichte hatten bis einschliesslich Donnerstag nur leichte Winde aus westlichen Richtungen vorhergesagt, setzt schlagartig Südostwind mit Stärke 5 - 6 Bf ein. Nach einer halben Stunde drehen wir ab und laufen Richtung Küste, wo wir dann in einer nicht sehr geschützten Bucht um 07 45 Uhr Anker schmeissen und 2 Stunden schlafen.Danach fahren wir an der Küste entlang nach Tarifa. Hinter der alten Inselfestung legen wir uns bei nunmehr Ost 6 Bf vor Anker.
21.08.2013
Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt...
Unser benötigtes Ersatzteil für die Rollreffanlage war natürlich in den hiesigen Häfen / Shops nicht aufzutreiben.
Unsere Eilbestellung in England ( weil englischer Hersteller ) sollte nach 5 Tagen ankommen, es wurden dann tatsächlich 16 (!!!) Tage bei Transportkosten von 40 Euro für 500 Gramm.
Letzten Freitag haben wir das Teil dann erhalten, eingebaut und am Dienstag um 10.00 Uhr wurde der Mast wieder aufs Schiff gestellt.
Unsere Beschwerde bezüglich des unglaublichen Lieferservices führte zur Rückerstattung der Transportkosten.
Für den kommenden Montag haben wir abends den Krantermin, unser Schiff geht ins Wasser und wir auf Tour.

























02.08.2013
Am 10.06.2013 sind wir von Weeze/Deutschland nach Faro/Portugal geflogen. Seit dem 11.06.2013 arbeiten wir am Schiff das in Faro auf dem Boatyard steht. Faro ist eine schöne Stadt an der Algarve die bis auf Schiffsausrüstung kaum einen Wunsch offen lässt.

Geplant war Mitte Juli ins Wasser zu gehen, aber auf Grund eines Problems mit der Rollreffanlage und mangels Ersatzteilbeschaffung vor Ort, müssen wir noch ca. 3 Wochen dranhängen. Obwohl es an der Algarve genügend große Sportboot-Häfen gibt, bekommt man hier kaum Ersatzteile, so dass wir alles in Deutschland oder England bestellen müssen.
Dieses Wochenende wird der neue Fäkalientank angeschlossen. Wenn dann im Laufe der zweiten Wochenhälfte die noch fehlenden weiteren Teile kommen, werden wir ca.um den 10. - 15. August ins Wasser gehen und starten.

Es geht dann zunächst nach Gibraltar.













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